Sei­ten­wei­se

Bücher im Gespräch
Lite­ra­tur­kreis mit Gabrie­le Wild
ab Jän­ner 2018

Neu­erschei­nun­gen, Welt­li­te­ra­tur, Gedich­te, Erzäh­lun­gen

Im kom­men­den Lese­kreis erwar­tet Sie wie­der: Das gemein­sa­me Ent­de­cken und Erfor­schen von Lite­ra­tur in all ihren Facet­ten, die Lust am Lesen, neue Lese‐Erfahrungen und nicht zuletzt der Aus­tausch unter Gleich­ge­sinn­ten. Neu im Kon­zept: Jeder Abend wird einem Buch gewid­met und dar­über hin­aus unter einem bestimm­ten The­ma ste­hen.


Ter­mi­ne:
Mon­tag, 08.01., 05.02., 05.03., 09.04., 14.05., 04.06. 2018, jeweils 19 — 21 Uhr
Anmel­dung erfor­der­lich: unter literaturhaus@uibk.ac.at
Begrenz­te Teil­neh­me­rIn­nen­zahl
Kos­ten: 20 € (für Mit­glie­der gra­tis)

Die im Lese­kreis gele­se­nen Bücher lie­gen in der Buch­hand­lung Stu­dia, Herzog‐Siegmund‐Ufer 15, auf.

Das Buch des Monats Febru­ar — Jean Rhys: Die wei­te Sargas­so­see
Das Buch des Monats März — Vla­di­mir Jabo­tin­sky:  Die Fünf
Das Buch des Monats April Nor­bert Gst­rein: Die kom­men­den Jah­re
Das Buch des Monats Mai — Ali­ce Mun­ro: Him­mel und Höl­le
Das Buch des Monats Juni — John Dos Pas­sos:
Ori­ent Express

 

Gedan­ken­split­ter zu den Tex­ten

 

Ali­ce Mun­ro: Him­mel und Höl­le

Die Geschich­ten fan­gen ja mehr oder weni­ger „unauf­fäl­lig“ an und auch der jewei­li­ge Schluss ist meis­tens unspek­ta­ku­lär. Trotz­dem ist in den Geschich­ten eine Span­nung drin, so qua­si das Gefühl, es muss etwas pas­sie­ren. Das ver­steht Mun­ro sehr gut zu trans­por­tie­ren. Das wür­de ich unter „Das Beson­de­re“ ver­ste­hen. Und noch etwas fällt mir zu Mun­ro ein: Kurz davor las ich von T.C. Boyle Good Home Sto­ries und habe den Ein­druck, obwohl die Geschich­ten gänz­lich ande­re und auch woan­ders ange­sie­delt sind, dass gewis­se Par­al­le­len zwi­schen den bei­den Autoren bestehen und zwar in Bezug auf das Unauf­fäl­li­ge am Beginn der Geschich­ten und die zwi­schen Anfang und Ende sich lang­sam auf­bau­en­de Span­nung.“ (Geor­get­te Plaik­ner)

 

Die Fünf von Vla­di­mir Jabo­tin­sky habe ich mit gro­ßem Inter­es­se gele­sen, da es mir Odes­sa und die Zeit zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts (ein­ge­schränkt auf bür­ger­lich – jüdi­sches Leben) und die Umbrü­che im Land ein klein wenig näher brach­te.
Das Buch gab sich stre­cken­wei­se als Her­aus­for­de­rung, teil­wei­se der Über­set­zung geschul­det, teil­wei­se mei­ner Unkennt­nis zeit­ge­schicht­li­cher Zusam­men­hän­ge und deren Bezeich­nun­gen geschul­det.
Wer weiß schon viel über Semst­wo – Tra­di­ti­on, Lit­wak – Akzent, die arme­ni­schen Mechi­ta­ris­ten (nun ist es klar) als Bei­spiel ange­führt.
Die Erzähl­wei­se hat mich irgend­wie in eine voy­eu­ris­ti­sche Posi­ti­on ver­setzt, irgend­wann habe ich mich als unsicht­ba­re Beglei­tung des Erzäh­lers emp­fun­den. Obwohl der Ich‐Erzähler ziem­lich nah an die Prot­ago­nis­ten her­an gekom­men ist, war eine Distanz für mich spür­bar. In jeder Situa­ti­on, egal wel­cher.“ (Chris­tia­ne Geets)