Die nächsten Termine

Innsbruck 5mal anders: Literaturspaziergang aufs Hungerburgplateau

Ort: Hans-Psenner Steg

Moderation: Iris Kathan

Lesung: Thomas Lackner (Schauspieler, Stimm-, Sprech- und Präsentationstrainer)

Anhand von ausgewählten Stadttexten aus rund 100 Jahren nähern wir uns Innsbruck aus immer wieder neuen Perspektiven. Während wir uns lesend der Stadt annähern, führt unser Spaziergang hinaus aus der Stadt, entziehen wir uns ihrem unmittelbaren Zugriff, ohne sie dabei ganz aus den Augen zu verlieren. Das Gehen verschafft Raum, das Gehörte nachklingen zu lassen und mit eigenen Wahrnehmungen in Verbindung zu bringen.

Iris Kathan, geboren 1977, Literaturwissenschaftlerin und -vermittlerin, Auseinandersetzung mit literarischen Topographien u.a. im Zuge des Projektes Literatur‐Land‐Karte Tirol / Südtirol. https://literaturtirol.at/landkarte

Anmeldung bis 19. September unter literaturhaus@uibk.ac.at
Treffpunkt: Hans-Psenner Steg, 14 Uhr

Begrenzte Teilnehmerzahl: max. 15 Personen
Unkostenbeitrag: 5 Euro, 3 Euro für StudentInnen, für Mitglieder des Literaturhaus-Fördervereins gratis

Norbert Gstrein und Barbi Marković

Ort: Literaturhaus

Moderation: Anna Rottensteiner

Kinder der Poesie. Österreichische Autorinnen in Schwarzweiß (Kremayr & Scheriau 2019)
Buchpräsentation 

Die Kindheit ist jener Ort, an dem alles noch offen war. Sie ist mit Nostalgie und Magie verbunden, mit Leid und Schmerz. Eine intensive und prägende Zeit, fragmentarisch, aufgeladen, trüge­risch: 18 Autorlnnen, geboren zwischen 1923 und 1994, erzäh­len aus ihrer Kindheit. Umrahmt werden die Texte von Barbara Riegers einfühlsamen Porträts zu den Autorinnen und originellen Steckbriefen zu deren Geburtsjahren. Der Fotograf Alain Barbero kehrt mit den Autorinnen an die Orte der Kindheit zurück.

Mit Norbert Gstrein (geb. 1961 in Mils bei  lmst) und Barbi Marković (geb. 1980 in Belgrad) sind zwei spannende Gegen­wartsautorinnen unterschiedlicher Generation und Herkunft zu Gast. ln einem Gespräch wird u.a. über die Bedeutung von Kindheit für das literarische Schreiben diskutiert.

Malte Borsdorf und Elisabeth R. Hager

Ort: Literaturhaus

Moderation: Joe Rabl

Malte Borsdorf: Flutgebiet  Roman (müry salzmann 2019)
Elisabeth R.Hager: Fünf Tage im Mai. Roman (Kiett-Cotta 2019)

Malte Borsdorfs Debütroman Flutgebiet (müry salzmann 2019) behandelt die große Sturmflut, die im Jahr 1962 Hamburg heim­ suchte.Der junge Karl Blomstedt verbrachte seine halbe Kindheit in der Hafenkneipe "Kogge", in der seine Mutter als Köchin arbeitet. Der Bücherverschlinger soll wie sein Vater Hafenarbeiter werden, obwohl er dafür nicht geeignet scheint. Borsdorf erzählt kunstvoll und schlicht über die Nacht, als die Deiche brechen, und das Leben am Hamburger Hafen.

Elisabeth R.Hagers Roman Fünf Tage im Mai (Kiett-Cotta 2019) erzählt von der ungleichen aber zugleich besonderen Beziehung zwischen der aufgeweckten llly und dem alten Fassbinder, ihrem Urgroßvater Tat'ka. Mit großer Leichtigkeit erzählt Elisabeth R. Hager über zwei Jahrzehnte hinweg von fünf einzelnen Tagen im Mai, an denen die Würfel im Leben der beiden neu fallen .

Malte Borsdorf (geboren 1981 in Reutlingen) und Elisabet R. Hager (geboren 1981 in St. Johann) sind beide in Tirol aufgewachsen und haben dort mit dem Schreiben begonnen. Mittlerweile hat es beide ins Ausland gezogen, Malte Borsdorf lebt heute in Kiel, Elisabeth R.Hager hat sowohl in Neuseeland als auch in Berlin neue Heimaten gefunden.

Juri Andruchowytsch und lgor Pomerantsev

Ort: Literaturhaus

Moderation: Johann Holzner

Literatur aus der Ukraine. Lesung und Gespräch

Der Roman Karpatenkarneval (Suhrkamp 2019), geschrieben im Jahr 1990, ist der legendäre Bilderstürmertext des damals 30jährigen Lyrikers und Performance-Künstlers Juri Andruchow­ytsch, der die ukrainische Literatursprache zerstörte, um sie neu zu erfinden. Damals ein Skandal, eine Revolution, ist der Roman erst jetzt auf  Deutsch verfügbar.

lgor Pomerantsev, geboren 1948 in Saratow, Sibirien, wuchs 1953 bis 1971 in Czernowitz auf. Sein Buch CZERNOWITZ- Erin­nerungen eines Ertrunkenen (Der Konterfei) besteht aus Essays, realen und fiktionalen Erzählungen und schildert in lyrisch dich­ten Assoziationen das Leben eines Heranwachsenden in dieser geschichtsträchtigen Stadt.

Juri Andruchowytsch und lgor Pomerantsev lesen eigene Texte und sprechen mit der Kulturvermittlerin und übersetzerin Evgenia Lopata und Johann Holzner über heutige ukrainische Literatur.                                                            

 

Rosmarie Thüminger: Zum 80. Geburtstag der Autorin

Ort: Literaturhaus

Moderation: Ulrike Tanzer, Ursula Schneider

Rosmarie Thüminger: Zehn Tage im Winter (1988)

Lesung und Gespräch

Mit offenen Augen. Adele Stürzl - Eine  Annäherung (2009) Szenische Lesung mit lrmgard Bibermann und der Theatergruppe nachtACTiv.

Rosmarie Thüminger zählt zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Österreichs. Mit Zehn Tage im Winter lieferte sie einen wichtigen Beitrag zum Gedenkjahr 1988: Sie macht Jugendlichen anhand einer Geschichte aus Tirol die Zeit des Nationalsozialismus  anschaulich,  thematisiert  Verstrickungen und Solidarisierungen, die in einer Familie aufgrund der äußeren

Umstände entstehen. Jedes Mitglied muss plötzlich und dem eigenen Gewissen folgend Entscheidungen treffen. ln vielen ihrer Bücher für junge und nicht mehr ganz so junge Menschen hat Thüminger - Trägerin etwa des Österreichischen Kinderbuchprei­ses 1989 und des Otto Grünmandl-Literaturpreises 2014 - diese Themen behandelt, zuletzt (2009) in einem Buch über die kom­munistische Widerstandskämpferin Adele Stürzl, die 1944 hinge­richtet wurde. Das politische Engagement ist eine Konstante in Thümingers Leben: Sie war und ist in der (linken) Politik, in der Friedens- und Frauenbewegung aktiv. Dass das Private politisch ist und dass Politik konkrete Auswirkungen auf das Privatleben hat, bildet den roten Faden ihrer Bücher.

ln Kooperation mit dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv

Nell Zink

Ort: Literaturhaus

Moderation: Gabriele Wild

[Zeitmesserinnen]

Nell Zink: Virginia. Roman (Rowohlt 2019)

ln ihrem aktuellen Roman Virginia (Rowohlt 2019) nimmt Nell Zink in einer temporeichen dunklen Komödie die fundamentalen Widersprüche der amerikanischen Gesellschaft aufs Korn. Die Protagonistin des Romans Peggy Vallaincourt fühlt sich eigentlich zu Frauen hingezogen und besucht das Frauencollege, an dem der schwule Lee Fleming als Lyrikdozent lehrt. Zur Überraschung beider fangen sie etwas miteinander an. Das Ergebnis sind Heirat und zwei Kinder, Byrdie und Mickie. Nach zehn Ehe-Jahren brennt Peggy durch und will beide Kinder mitnehmen, am Ende hat sie aber nur ihre Tochter Mickie dabei, für die sie sich die Pa­piere eines toten schwarzen Mädchens erschwindelt. Fortan gilt die hellblonde Tochter als schwarz - falscher Ausweis genügt. Und als "Schwarze" leben Mutter und Tochter nun unerkannt in dem kleinen Ort in Virginia, wo sie sich in einem leerstehenden Haus Nachfragen nach ihrem Verbleib entziehen.Und lernen eine ganz neue Weit kennen ...

Nell Zink, 1964 in Kalifornien geboren, wuchs im ländlichen Virginia auf. Mit ihrem Roman Virginia war sie für den National Book Award nominiert. Sie lebt in Bad Belzig, südlich von Berlin.

Das Wahre und das Schöne: Deutungshoheiten in Kunst und Wissenschaft

Ort: Literaturhaus

Moderation: Roland Psenner

Ulrich Metschi und Maria Peters im Gespräch

Die jüngere Kunstgeschichte ist geprägt vom Versuch, Defini­tionen, Grenzziehungen und Autoritäten zu hinterfragen und herauszufordern. Nicht selten führt das zu Verunsicherung: Und das soll Kunst sein? Leichter scheint es in der Wissenschaft, kann man da doch auf so genannte objektive Kriterien zurückgreifen. Dennoch finden in und zwischen Disziplinen Ab- und Ausgren­zung statt, dominante Diskurse und Paradigmen bestimmen, was als relevant, seriös und wahr anerkannt wird. Wer beansprucht Deutungshoheit, wie funktioniert sie? Wie können wir Offenheit schaffen, ohne dabei Maßstäbe aufzugeben?

Ulrich Metschl, Senior Lecturer am Institut für Philosophie der Universität lnnsbruck. Beschäftigt sich u.a.mit Wissenschaftsphi­losophie und -ethik, dem Wahrheitsbegriff, Theorien kollektiver Entscheidungsfindung sowie Verteilungsgerechtigkeit.

Maria Peters,1966 in Tirol geboren, Studium an der Universi­tät für Angewandte Kunst und an der Akademie der Bildenden Künste. Intensive Reisetätigkeit, lebt und arbeitet in Wien. Zahlreiche  Einzelausstellungen, Performances, Publikationen und Ausstellungsbeteiligungen .

Erika Wimmer Mazohl

Ort: Literaturhaus

Moderation: Anna Rottensteiner

Buchpräsentation

Andreas Gilgenberg: Saxophon/Klarinette

Reisende suchen die Fremde. Sie ziehen in die unvertraute Ferne, betreten offene  Räume und erfahren das Vergessen des Vertrau­ten. Sie erkunden die Lebensweiten anderer und finden die  Frem­de im Eigenen. Erika Wimmer Mazohls Lyriksammlung Orte sind (edition laurin  2019) vereint  sprachverspielte  und zeitkritische Texte, artifizielle Klanggedichte, Poeme und kleine Gedichtzyk­ len, die mit dem Fokus auf Orte eine Klammer gefunden haben, die die Texte zusammenhält. Ihre Szenarien sind Erinnerungsorte, Echoräume, in denen Nachrichten über Krieg, Umweltzerstörung und deren Opfer zur Sprache kommen.

Erika Wimmer Mazohl, legt mit Orte sind legt die Autorin nachihren Romanen, Stücken und Essays den ersten Lyrikband vor.