Achim Würker

Ort: Literaturhaus

Das Spiel der Fantasien
Literaturinterpretation als Tiefenhermeneutik

Die Begegnung mit der Literatur ist geprägt durch ein Spiel der Fantasien, der Fantasie der Autorin oder des Autors und der von Leserin oder Leser: Die im Text fixierte literarisch gestaltete Fantasie entzündet bei der Lektüre die Fantasie der Rezipierenden. Psychoanalytische Literaturinterpretation als Versuch, unbewusste Bedeutungen zum Bewusstsein zu bringen, erfordert es, dieser Begegnung der Fantasien Raum zu geben, das Spiel in seiner Dynamik zu ertasten und verstehend zur Sprache zu bringen. In diesem Sinne wird an literarischen Beispielen, z. B. einer konkreten Szene aus Goethes Faust, veranschaulicht sowie anknüpfend an Alfred Lorenzers Konzeption der „tiefenhermeneutischen Literaturinterpretation“ erläutert werden, wie literarisches Verstehen als psychoanalytische Hermeneutik gestaltet werden kann.

Achim Würker, geboren 1952, arbeitet als Studiendirektor mit den Fächern Deutsch sowie Politik und Wirtschaft an einem Darmstädter Gymnasium. Seine wissenschaftliche Arbeit ist seit seiner Zusammenarbeit mit Alfred Lorenzer in den 1980er Jahren der psychoanalytisch-tiefenhermeneutischen Literaturinterpretation gewidmet; einen zweiten Schwerpunkt bildet die Psychoanalytische Pädagogik.

In Kooperation mit dem Institut für Psychoanalytische Bildung