Veranstaltungen 1999

Kathrin Schmidt

Ort: Literaturhaus am Inn

Die Familiensaga: Die Gunnar-Lennefsen-Expedition (1998).
Eintritt frei.

Der Erstlingsroman der als Lyrikerin schon bekannt gewordenen Kathrin Schmidt aus dem ostdeutschen Gotha (Jg. 1958) hat im Vorjahr in der deutschsprachigen Presse hohe Wellen geschlagen. Das sprachgewaltige, ausschweifende Werk voll witziger und grotesker Episoden, gleichzeitig mit einem scharfen Blick auf die historische Realität dieses Jahrhunderts, wurde als die neue Stimme der deutschen Literatur bejubelt und in der Tradition von Günter Grass und Irmtraud Morgner gesehen.

Josepha Schlupfburg ist schwanger, der Vater des Kindes verschwunden: Gemeinsam mit der Urgroßmutter Therese will die junge Frau ihrem Kind eine Geschichte geben. In einer neun Monate dauernden Erinnerungsreise wird das Jahrhundert unter weiblichem Blickwinkel neu erzählt. In zahlreichen verschlungenen Episoden entsteht eine Familiensaga, die von der Abwesenheit der Väter und unehelichen Kindern geprägt ist - eine Geschichte des weiblichen Körpers, voller Erotik und Sinnlichkeit. )

    Paul Engelmann

    Ort: Literaturhaus am Inn

    Vernissage - Buchpräsentation - Kurzlesung: Paul Engelmann. Die Ausstellung ist bis 15. Juni geöffnet (Montag bis Freitag 9-12, 14-17 Uhr). In Zusammenarbeit mit dem Brenner Archiv.
    Eintritt frei.

    Den jüdischen Architekten Paul Engelmann (1891-1965) verband eine enge Freundschaft mit den wichtigsten Vertretern der österreichischen Moderne: Loos, Wittgenstein, Kraus u.a. Bis zu seiner Emigration nach Palästina nahm er rege am Wiener Kulturleben teil, sein Interesse galt zeitlebens der Philosophie und Literatur.

      Bernhard Setzwein

      Ort: Literaturhaus am Inn

      Das Buch der sieben Gerechten (Haymon 1999).
      Eintritt frei.

      Bei ihrer Tour de force durch München und seine jüngste Vergangenheit treffen Fulizer und Kreutner u.a. ein geheimnisvolles Mädchen, deren Großvater Episoden aus den Tagen der Räterepublik zu erzählen weiß. Diese und andere Schicksale, die ein Anonymus im Internet auftischt, verbindet Kreutner zu einer immer wilder werdenden Phantasmagorie, die deutsche Geschichte in überraschenden Volten erzählt.

        Armin Moser

        Ort: Literaturhaus am Inn

        Palindrome, Schleifen und Lieder in ladinischer Sprache vorgetragen von Armin Moser (Text), Margit Rubatscher (Gesang, Geige) und Klex Wolf (Fagott, Kontrafagott, Loops, Samples).
        Eintritt frei.

        Das Palindrom ist eine Buchstaben- oder Wortfolge, die vorwärts und rückwärts gelesen einen Sinn ergibt, z.B. sei fies! So etwas wie Palindrome gibt es auch in der Musik, die Krebsführung eines Themas oder einer Melodie. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Autors Armin Moser und des Ensembles Buna Löna (Margit Rubatscher und Klex Wolf) entstand die neue Form von "akustischen" Palindromen.

          Kalender 2000

          Ort: Literaturhaus am Inn

          Präsentation Literatur Haus Kalender 2000 mit 52 Autorinnen und Autoren aus Tirol. Vernissage zur Foto-Ausstellung Monika Zanolin: AutorInnenporträts. Anschließend Literatur-Baustellen-Fest mit Musik, Essen & Trinken sowie (literarischen?) Überraschungen.
          Eintritt frei.

          Die Ausstellung M. Zanolin ist bis 30. Juni (Mo-Fr 9-12 Uhr, 14-17 Uhr) zu besichtigen.

            Gotthart Kuppel

            Ort: Literaturhaus am Inn

            Gotthart Kuppel (Bremen, Tenerife): Szenische Lesung aus A. v. Humboldt, P. Bichsel, K. Tucholsky, H. Böll, J. Chr. Lichtenberg und G. Kuppel.
            Eintritt frei.

            Er schauspielert Texte. Er liest Szenen. Er inszeniert Sprache. Dabei steigt er auf Leitern, springt über echte und imaginäre Seile, fällt in Abgründe und brüllt in Leopardengewändern. Gotthart Kuppel (zwischen Bremen und Teneriffa unterwegs) ist vielseitig und literarisch versiert.

              Wittgenstein-CD-ROM

              Ort: Literaturhaus am Inn

              Ludwig Wittgensteins Nachlaß, Präsentation der CD-ROM Edition.
              Eintritt frei.

              Seit 1990 arbeiten im Wittgensteinarchiv der Universität Bergen (Norwegen) neun WissenschaftlerInnen an der elektronischen Edition aller philosophischen Schriften von Ludwig Wittgenstein: Seit 1998 sind nun 20.000 Seiten Faksimiles und Transkriptionen via Computer zugänglich. Da Ludwig Wittgenstein seine Schriften immer wieder überarbeitete, stellte die Edition eine besondere Herausforderung dar – so wurde ein eigenes Modell der Präsentation in Druckbuchstaben entwickelt.

                Veza Canettis literarisches Hauptwerk

                Ort: Literaturhaus am Inn

                Lesung und Präsentation: Veza Canetti – Anna Mitgutsch
                Veza Canetti: Die Schildkröten. München: Hanser 1999.

                Eintritt frei.

                Die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Anna Mitgutsch stellt Veza Canettis literarisches Hauptwerk vor: Im „angeschlossenen“ Österreich werden ehemals friedliche Nachbarn zu Handlangern des NS-Regimes. Wie geduldige, im Verborgenen lebende Schildkröten versuchen die Hauptfiguren, ihre Würde zu wahren gegenüber der Gemeinheit, Willkür und Grausamkeit der neuen Ordnung.
                Anna Mitgutsch liest aus Die Schildkröten und stellt die Autorin vor: „Es wäre an der Zeit, die Autorin eines Werkes, von dem wir wohl nur einen Bruchteil kennen, ohne das Bild, das Elias Canetti uns von ihr gemacht hat, zu entdecken.“ (Anna Mitgutsch, in: Literatur und Kritik, Juli 1999, S.100.)

                  Eva Roßmann

                  Ort: Literaturhaus am Inn

                  Wahlkampf. Kriminalroman. Wien, Bozen: Folio 1999.
                  Eintritt frei.

                  Sehr passend in diesem Herbst, liest Eva Roßmann aus ihrem ersten Krimi: Wahlkampf. Sie erzählt von der Journalistin Mira Valensky, die sich weit mehr für italienische Kochrezepte und Weine als für Politik interessiert. Trotzdem wird Valensky gegen ihren Willen vom Lifestyle- ins Politikressort versetzt – sie soll über das „Menschliche“ im Wahlkampf berichten. Zum „Menschlichen“, so erfährt sie, gehört auch Mord.

                    Helga Glantschnig

                    Ort: Literaturhaus am Inn

                    Präsentation von Julius Deutschbauers: „Bibliothek der ungelesenen Bücher“
                    Lesung Helga Glantschnig: Mirnock (Graz: Droschl 1997).

                    Eintritt frei.

                    In Julius Deutschbauers Projekt „Bibliothek der ungelesenen Bücher“ geht es um Bücher, die man nicht gelesen hat und um Meinungen, Erwartungen, Mutmaßungen über Ungelesenes. In seiner Bibliothek finden sich geliebte und ungeliebte ungelesene Bücher, übel beleumdete ungelesene Bücher, in den Himmel gelobte ungelesene Bücher. Julius Deutschbauer spricht mit einem special guest über von diesem noch nicht Gelesenes. Durch die Präsentationen der Bibliothek wird diese immer größer – sie lädt zum Verweilen ein ...