Veranstaltungen 2000

Ron­nith Neu­mann

Ort: Literaturhaus

Moderation: Dr. Veronika Bernard

Gemeinsam mit dem Institut für Germanistik

 

Teré­zia Mora

Ort: Literaturhaus

Die Menschen in dem ungarischen Dorf unweit der österreichischen Grenze, von denen die Erzählungen Terézia Moras handeln, beherrschen das Trinken ebensogut wie den Traum von einer Flucht aus den ärmlichen Verhältnissen. Und die Erinnerungen an dieses Dorf mit seinen skurrilen, manchmal liebenswerten, manchmal brutalen Einwohnern beherrscht die Geschichten Terézia Moras wie ein Vexierbild, in dem die Landschaft der eigenen Heimat zur Fremde wird, zur seltsamen Materie.

Armin Eid­herr und Gerald Kur­do­g­lu Nit­sche

Ort: Literaturhaus

Jiddische Lyrik mit Musik/Vernissage zur Ausstellung: Bilder, Illustrationen zur Anthologie:
Gehat hob ikh a heym/Ich hatte ein Zuhaus' (EYE Literaturverlag 1999).
Der Herausgeber Armin Eidherr und Gerald Kurdoglu Nitsche lesen jiddische Gedichte.
Musik (Guitarre und Gesang):
A. Eidherr.
Dazu Bilder von Monika Migl-Frühling, Gerald K. Nitsche und Willi Pechtl.
(Reihe Jüdische Themen)
Die Ausstellung ist zu besichtigen vom
7. bis 25. Februar 2000, Mo-Fr 9-12 und 14-17h

Eintritt frei.

Josef Ober­hol­len­zer

Ort: Literaturhaus

Moderation: Mag. Christine Riccabona

Eintritt frei.

Josef Oberhollenzer ist einer jener Literaten, die selten und nicht besonders laut auftreten, dafür aber umso tiefere Eindrücke hinterlassen. Großes und Ausschweifendes ist seine Sache nicht, der 1955 im Ahrntal geborene Autor schreibt vornehmlich Lyrik und kurze Prosa. Er veröffentlichte in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien, Rockbands haben seine Texte vertont, zwei seiner Theaterstücke wurden bisher aufgeführt. 1994 erschien In der Tasse gegenüber (Haymon). Jetzt stellt er einen Geschichtenband vor: Texte zur Grausamkeit.

Hrots­vith von Gan­ders­heim

Ort: Literaturhaus

Moderation: Walter Klier

Eine Entmystifizierung.Präsentation des Buches von
Alfred Tamerl (Mantis Verlag 1999) über die erste Dichterin des europäischen Mittelalters.

Eintritt frei.

Als der berühmte deutsche Humanist Conrad Celtis (1459-1508) im Benediktinerstift St. Emmeram zu Regensburg eine mehrere hundert Jahre alte Handschrift fand, kannte sein Jubel keine Grenzen. Endlich war belegt, daß die deutsche Bildung im frühen Mittelalter einzigartig und der italienischen überlegen war. Die Handschrift enthielt die Dichtungen einer Nonne, der Mythos Hrotsvith von Gandersheim war geboren. Alfred Tamerl kommt in seinem Buch zum Schluß, daß Hrotsviths Werke in Wirklichkeit von der Humanistin Caritas Barbara Pirckheimer stammen. Wie er dazu kommt, und welche Folgen dies auf die frühe deutsche Literaturgeschichtsschreibung hat, wird das Thema des Abends sein.

Anna Nöst

Ort: Literaturhaus

Moderation: Univ. Prof. Dr. Sigurd Paul Scheichl

Präsentation der CD: mama, kimm he, mama (edition kürbis 1999).

Eintritt frei.

An der Wirklichkeit orientiert, sie durchleuchtend, eigenwillig und zuweilen bitterbös sind einige Qualitäten von Anna Nösts Texten in oststeirischer Mundart. Doch wenn diese Texte - Gedichte und Litaneien - von der Autorin gelesen werden, ereignet sich noch viel mehr, nämlich Poesie. Auch ihre letzte CD mama, kimm he mama beweist, daß es eine moderne Mundartdichtung abseits idyllischer Klischees geben kann.

Lie­der aus 5 Jahr­hun­der­ten — weib­lich, poli­tisch. Mit Gina Pietsch (Gesang) und Diet­mar Unge­rank (Gitar­re).

Ort: Bierstindl

In Zusammenarbeit mit dem Kulturgast Haus Bierstindl.

Mehr als willige Spenden ....

Das Duo Gina Pietsch und Dietmar Ungerank gastierte bereits im Vorjahr mit einem außergewöhnlichen Brecht-Programm im Literaturhaus am Inn. Das neue Liederprogramm beschäftigt sich mit Texten von und über Frauen. Um weiblicher Freud' und weiblichem Leid auf die Spur zu kommen, wurde aus nicht weniger als 500 Jahren geschöpft, u.a. sind vertonte Texte von Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Bertolt Brecht, Julie Schrader, Lotte Ingrisch und Ingeborg Bachmann zu hören. "Gina Pietsch aus Ostberlin, Chansonette aus der Erblinie Brecht-Weill-Eisler-Dessau und der Interpretinnen-Sippe einer Therese Giehse und Lotte Lenya, ... kam, sah und eroberte ihr Publikum im Sturm. Ihre dralle Bühnenpräsenz, ihr urwüchsiges Stimmorgan, ihre facettenreiche Schauspielkunst, ihr proletarischer Charme sind unwiderstehlich" (Die Welt, 8.5.95). Der Konzertgitarrist Ungerank, Wahldeutscher Tiroler Herkunft, begleitet die starke Stimme bestimmt und feinsinnig.

Gabrie­le Woh­mann

Ort: Literaturhaus

Gabriele Wohmann liest aus: Schwestern (Piper 1999).

Eintritt frei.

In ihrem 1999 erschienenen Band mit Erzählungen geht Gabriele Wohmann dem "wundervoll komplizierten" Thema der Schwesternschaft nach. Wohmann folgt in ihren Geschichten grundverschiedenen Schwesternpaaren. Über die porträtierten Frauen werden Alter und Jungend, sense und sensibility, Gelassenheit und Schlaflosigkeit, Verschiedenheit, Gemeinsamkeit und Kenntnis voneinander zum Thema. Und: die Sehnsucht nach einem unbeschwerten Verhältnis: "'Wenn es jemand auf der Welt gibt, der mich niemals stören könnte, dann ist es meine Schwester', meinte sie auf dem Weg zum Telefon und versäumte fast den ganzen restlichen Film." Gabriele Wohmann, geboren 1932, gilt als eine der wichtigsten Erzählerinnen der deutschsprachigen Literatur der letzten Jahrzehnte. Seit dem Erscheinen ihrer ersten Erzählung 1957 hat sie zahlreiche Romane, Erzählungen, aber auch Theater- und Fernsehstücke, Hörspiele und Gedichte veröffentlicht.
Gabriele Wohmann wurde für Ihr Werk mit Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Bremer Literaturpreis und den Konrad-Adenauer-Preis für Literatur.

Dosto­evs­kij lesen. Kul­tur­kri­tik und Spi­ri­tua­li­tät.

Ort: Literaturhaus

Ein Samowargespräch im Rahmen des Osterfestivals "Musik der Religionen: Mut, Liebe| Europas vergessener Osten"
In Zusammenarbeit mit der Galerie St. Barbara.

Eintritt frei.

Zum Anfang des letzten Jahrhunderts waren Fedor Dostoevskijs Werke wichtige Lektüre vieler Intellektueller. Die Rezeption legte ihren Schwerpunkt entweder auf die Spiritualität oder auf die Kulturkritik des russischen Dichters. Wie hängen diese beiden Stränge zusammen? Ist Spiritualität Kulturkritik? Welche Funktionen kann Spiritualität haben - Lebensform, Gegenmittel, Kompensation? Wozu wird sie funktionalisiert - wozu wurde Dostoevskij damals gebraucht, wozu heute? Am runden Tisch sprechen Christine Engel (Slawistin und Universitätslehrerin), Allan Janik (Philosoph, Wittgenstein-Forscher), Walter Methlagl (Leiter des Forschungsinstituts Brenner-Archiv) und Ilse Somavilla (Wittgenstein-Forscherin). Das Publikum ist zu einem Gespräch, zu Fragen, Beiträgen, Diskussionen eingeladen.