Veranstaltungen 2001

Ilse Kilic und Erika Kronabitter

Ort: Literaturhaus

Ilse Kilic und Erika Kronabitter lesen aus ihren neuen Büchern. Das fröhliche Wohnzimmer stellt sich vor.

Eintritt frei

Das fröhliche Wohnzimmer, eine literarische Initiative mit reichhaltiger und immer Überraschung bescherender Verlagstätigkeit hat Erika Kronabitters ersten Prosaband herausgebracht. Ich auf Chios, mit dieser ironisierten Bildbeschriftung aus dem privaten Album, aus der Urlaubs-Diashow wird die Perspektive signalisiert, in der Kronabitters Chios-Kiosk seine Rolläden öffnet. Ein schreibendes Ich findet sich in tagebuchartigen Aufzeichnungen zwischen sanftem Tourismus und harter Autorinnen-Realität, zwischen Kitsch und Lektüre. Damit ist ein weiteres typisches Wohnzimmer-Buch (Reihe mitnichten 3, hrsg. von Petra Nachbaur) erschienen. Gleichzeitig hat Wohnzimmer-Mitbegründerin und experimentelle Literatin Ilse Kilic im Ritter Verlag ein neues Buch in die Welt gesetzt, Die Rückkehr der heimlichen Zwei. Anlässe genug, um sowohl zwei Autorinnen mit ihren Neuerscheinungen als auch das Konzept der Edition Wohnzimmer in Innsbruck vorzustellen. Ilse Kilic, die nicht nur mit Texten, sondern auch mit Film, Bild, Comics u.a. arbeitet und bereits eine stolze Reihe von Publikationen, Tonarbeiten und Filmen aufzuweisen hat, wird ihre Präsentation mit Diaprojektionen begleiten.

    Kurt Neumann liest

    Ort: Literaturhaus

    Mit einer Situationsanalyse zur Literatur in Österreich von Kurt Neumann und Ferdinand Schmatz.

    Eintritt frei.

    Nachträglich zu seinem 50. Geburtstag und zum 25jährigen Gründungsjubliäum des Literarischen Quartiers Alte Schmiede in Wien und ungeachtet seiner Selbstdefinition Ich bin ein Sonntagsschriftsteller laden wir Kurt Neumann ein, in Innsbruck in erster Linie als Autor aufzutreten. Freilich ist Neumann in Österreich vornehmlich als Literaturveranstalter bekannt, hat er doch die Hälfte seines Lebens die Alte Schmiede, Wiens erste Leseadresse, geleitet und in dieser Funktion etliche Kulturpolitiker überdauert. Mehr als 3.500 literarische Veranstaltungen sind von ihm ausgegangen. In der kulturellen Öffentlichkeit stand Neumann immer wieder als Präsentator literarischer Texte anderer und als kritischer Geist vorne. Daneben publizierte er seit 1982 eigene Texte in Literaturzeitschriften, u.a. in Neue Rundschau, manuskripte, Wespennest und protokolle, sowie in Anthologien zur österreichischen Literatur. Gemeinsam mit Autoren wie Walter Grond, Yoko Tawada und Ludwig Fels Mitwirkung am Kollektivroman: Grond. Absolut Homer (Literaturverlag Droschl 1995). Einzelpublikationen: Gegen Weinen gegen Klagen gegen Hoffen gegen Zagen. Oratorium für Sprechmedium (wdr 1986); Aus dem Übungsheft zur Unterhaltungsliteratur (Edition Splitter 1992); Herausgabe von: Lesungsbilder (Picus 1995). Der Schriftsteller Ferdinand Schmatz (zuletzt: das grosse babel,n, Haymon 1999) wird sich mit Kurt Neumann über das Schreiben, über die momentane Situation in diesem Lande und über die gegenwärtige Lage der Autoren Österreichs unterhalten.

      Carl Dallago

      Ort: Tiroler Kunstpavillon

      16 Uhr Lesungen,
      18 UhrDiskussion.
       
      Carl Dallago: Im Anfang war die Vollendung (Haymon 2000).
      Tiroler PolitikerInnen lesen aus Schriften Carl Dallagos. Buchpräsentation als öffentliche Diskussion zum Thema: Künstler als Widersacher der Mächtigen. Diskussionsleitung: Walter Methlagl. Eintritt frei.

      Eintritt frei.

        Ein Dokumentarfilm von Harald Friedl

        Ort: Literaturhaus

        Ein Dokumentarfilm von Harald Friedl zur österreichischen Seele, aufgrund der Einschätzung österreichischer Literaten. Lesungen zum Thema von Barbara Neuwirth und Norbert Silberbauer. Mit einem Kommentar von Harald Friedl und Daniel Pöhacker, mit einem Text Harald Friedls zu den Arbeiten der lesenden Autoren.

        Eintritt frei.

          Mitterer — und sonst nichts!?

          Ort: Literaturhaus

          Podiumsdiskussion mit Klaus Rohrmoser, (Leiter des Schauspiels am Tiroler Landestheater), Margit Drexel (Theatergruppe Inzing) Andreas Hauser (echo), Anders Linder (Stadttheater Innsbruck), angefragt Markus Völlenklee (Volksschauspiele Telfs). Leitung der Diskussion: Hans Augustin. (Schwerpunkt Literatur als Ware).

          Eintritt frei.

            Ralph Dutli

            Ort: Literaturhaus

            Russische und deutsche Lesung mit Ralph Dutli aus der im Ammann-Verlag erschienen Werkausgabe Ossip Mandelstam (1891-1938).

            Eintritt frei

            "Poesie ist ein Energie-Transfer, und das möchte ich bei meinen Lesungen mitteilen", so der Herausgeber Ralph Dutli, der sich seit über zwanzig Jahre mit Mandelstam beschäftigt. Er liest mit einer Überzeugung und Intensität, die faszinierend ist. Teil seine Lese-Programms sind auch die beeindruckenden Briefe Mandelstams. Diese lassen die Hintergründe seines dichterischen Schaffens, die chaotischen Lebensumstände, wie auch die politischen Verhältnisse, Verfolgung und Widerstand erahnen. "Ossip ist ein Schrank voller Überraschungen!" (Anna Achmatowa). Mit den Kinder und Scherzgedichten soll Raum sein für den "anderen" Mandelstam. Ausgelassener Humor, durchtriebene Ironie, ein poetischer Spieltrieb - all dies kennzeichnet Mandelstam nicht weniger als die tragischen Umstände seines Lebens in der Stalin-Epoche. Ralph Dutli, geboren 1954 in Schaffhausen/Schweiz, studierte Romanistik und Russistik in Zürich und Paris, lebt als freier Autor in Heidelberg. Essayist, Lyriker, Übersetzer und Herausgeber der zehnbändigen Ossip-Mandelstam-Werkausgabe. Weitere Bücher u. a. : Ein Fest mit Mandelstam. Zum 100. Geburtstag. (Ammann, 1991); Europas zarte Hände. Essays über Ossip Mandelstam. (Ammann, 1995).

              Lexikon der österreichischen Exilliteratur

              Ort: Literaturhaus

              Buchpräsentation: Lexikon der österreichischen Exilliteratur (Deuticke 2000) mit einer Einführung von Konstantin Kaiser sowie einer Lesung mit Michael Guttenbrunner.

              Eintritt frei.

              "Im vorliegenden Lexikon von Siglinde Bolbecher und Konstantin Kaiser sind all jene Autorinnen und Autoren erfasst, die in Österreich aus politischen oder rassistischen Gründen verfolgt wurden, wobei auch jene einbezogen wurden, denen die Emigration nicht gelang, die sich am Widerstand beteiligten oder sich durch ‚innere Emigration' widersetzten. DAS Nachschlagewerk zur österreichischen Literatur im Exil." (Der STANDARD)

                Peter Giacomuzzi, Helmut Schiestl, Walter Groschup

                Ort: Uhrenwerkstätte Schmollgruber, Pfarrgasse 4/Altstadt

                 

                Lesung der Auftrags-Texte zum Thema Zeit.

                Eintritt frei.

                Autoren lesen Texte zum Thema Zeit. Assoziationen und Annäherungen an einen Denk-Begriff - im weitesten Sinne aufgefaßt und gleichzeitig konzentriert auf den Gegenwartsmoment: in den Texten erscheint das Erleben von Zeit und deren Sprache so vielgestaltig und verschieden wie deren Orte.

                 

                  Hubert Flattinger

                  Ort: Landes-Jugendbücherei, Maximilienstraße 3/Stöckl

                  Ein vergnüglicher Ausflug durch die Kinderliteratur mit Hubert Flattinger, musikalisch begleitet von Bernhard Costa und Edith Morandell. Für Menschen ab 6 J.

                  Eintritt frei.

                  "Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab, wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie erwachsen, aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch." (Erich Kästner).
                  Schon mal Hundertmorgenwald gewesen, bei Christopher Robin, Pu und seinen Freunden? Oder Margarinien? Dort kämpft man noch mit Bären, fliegt zu den Wolken oder steckt sich nach alten Brauch Muscheln in die Ohren. Auf Takatuka lebt ein wildes Piratengesindel, ähnlich wie im Nimmerland, der Heimat von Peter Pan ... Die Kinderliteratur kennt viele abenteuerliche Plätze.
                  Hubert Flattinger präsentiert eine Auswahl der schönsten Texte von A. A. Milne, Erich Kästner, Janosch, Astrid Lindgren, Christine Nöstlinger u.v.a., entführt - quasi in Siebenmeilenstiefeln - seine Zuhörer in die literarische Welt der bedeutendsten Kinderbuchautoren des 20. Jahrhunderts.
                  Begleitet wird der Journalist und Buchautor von Bernhard Costa und Edith Morandell, die mit ihren poetischen Kinderliedern, bekannt durch die Gruppe Tatzelbein, das Programm musikalisch umrahmt.

                    Margareth Obexer und Stefan David Kaufer

                    Ort: Literaturhaus

                    Eine Veranstaltung aus der Reihe [ Literatur als Ware ].
                    Lesung der Auftragstexte Einblicke mit Margareth Obexer und Stefan David Kaufer.
                    Mit anschließender Gesprächs- und Diskussionsrunde zum Thema: Der Weg vom Manuskript zu den LeserInnen.

                    Eintritt frei.

                    Die Ausstellung des Landesmuseums Ferdinandeum und es Anatomischen Museums der Universität Innsbruck Einblicke. Zur Architektur des menschlichen Körpers war der unmittelbare Anlaß für die Texte von Stefan David Kaufer und Margareth Obexer: sprachliche Expeditionen durch die Bilder und Exponate vom Innen und Außen des menschlichen Körpers.

                    Wie Literatur jenseits der Großverlage entsteht, von neuen Namen und Büchern der Tiroler Literatur, woher sie kommen und wie sie vermittelt werden: Einblicke in dieses Thema geben Josef Rabl (Skarabäus), Denise Weiler (Tiroler AutorinnenKooperative) und Thomas Wiederin (bücher wiederin).
                    Im Erfahrungsaustausch und im Gespräch stellen sie ihre Arbeit als LiteraturmacherInnen vor. Büchertisch mit Büchern zum Thema als Anregungen zum Weiter-Lesen.

                      Das Hörspiel “Träume” von Günther Eich

                      Ort: ORF Publikumsstudio, Rennweg 14

                      Eine Veranstaltung aus der Reihe [ wiedergehört].

                      Das Hörspiel "Träume" von Günther Eich zum Wiederhören mit einer Einführung von Michael Klein.

                      Eintritt frei.

                      Vor 77 Jahren wurde in London das erste Hörspiel ausgestrahlt: "Danger", von Richard Hughes. Als eigenständige literarische Kunstform erlebte das Hörspiel seine größte Beliebtheit in den 50ger Jahren, als beinahe alle bekannteren Autorinnen und Autoren für den Rundfunk arbeiteten, nicht zuletzt, weil sie davon lebten. Mit dem Schwerpunkt wiedergehört möchten wir - zunächst an drei Abenden im April, Mai, Juni und später, im Herbst, an drei weiteren Abenden - zusammen mit dem Landesstudio Tirol an einige der Höhepunkte der Produktionen dieser Jahre erinnern. Den ersten Abend wird Michael Klein vom Innsbrucker Zeitungsarchiv mit einer kurzen, überblicksartigen Einführung in das Hörspielschaffen dieser Jahre beginnen. Im Mittelpunkt des Abends wird die Vorführung des Hörspiels: "Träume" von Günter Eich stehen, das für Vieles, was später geschrieben bzw. produziert wurde, maßgebend war und das daher auch zuweilen als das "Eich-Maß" bezeichnet wurde

                        Ludwig Laher

                        Ort: Literaturhaus

                        Moderation: Ekkehard Hey-Ehrl (Buchhandlung Studia)

                        Herzfleischentartung (Haymon 2001). Mit einem Literaturgespräch.

                        Eintritt frei

                        Im Jahr 1940 errichtet die SA im Innviertler Dorf St. Pantaleon ein sogenanntes Arbeitserziehungslager und nach dessen überhasteter Schließung 1941 ein Zigeunerhaltelager. Hunderte willkürlich Inhaftierte werden dort gequält, etliche umgebracht. Lagerarzt ist der dazu genötigte Gemeindedoktor, der eines Tages die Staatsanwaltschaft einschaltet. Die Aktenbestände der damit ausgelösten Untersuchung - den Prozeß hat schließlich der Führer selbst niedergeschlagen - sind erhalten und die Grundlage für Ludwig Lahers Roman Herzfleischentartung.

                          [wiedergehört] Ingeborg Bachmanns “guter Gott”

                          Ort: Literaturhaus

                          Das Hörspiel Der gute Gott von Manhattan von Ingeborg Bachmann zum Wiederhören mit einem einführenden Essay des Hörspielautors Helmut Peschina.

                          Eintritt frei.

                          Ist Der gute Gott von Manhattan tatsächlich gut, oder ist er ein teuflischer Zerstörer der letzten Freiheit, des letzten Glücks - der Liebe? Ist die Liebe eine unmögliche Ketzerei gegen den Konformismus oder überbrückt sie in einer chaotischen Welt trotz allem die Einsamkeit? - Fragen eines zum Klassiker gewordenen Stückes, das 1958 erschienen und mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet wurde. Helmut Peschina, geb. 1943 in Klosterneuburg, setzt seine eigene literarische Arbeit in Beziehung zu einem der besten Stücke österreichischer Literatur, dem Bachmann'schen Guten Gott, dessen unsterbliches Thema - Macht und Ohnmacht unbedingter Liebe - auch heute noch aufrüttelt. Peschina lebt als freischaffender Schriftsteller in Wien und hat seit Anfang der 70er Jahre eine große Zahl von Bühnenstücken und Hörspielen veröffentlicht. Seine Stücke sind in viele Sprachen übersetzt, die Theaterarbeiten werden vom Thomas Sessler-Verlag betreut, Bücher sind beim Wiener Deuticke-Verlag (zuletzt Zeilenbrüche, 2000) erschienen, einige Tonträger beim Hörverlag München erhältlich.

                            Zum Beispiel Suhrkamp

                            Ort: Literaturhaus

                              

                            [ Literatur als Ware]

                            Geschlossene Veranstaltung für Literaturschaffende, Anmeldung erwünscht.
                            Wie definiert sich und wie arbeitet ein literarischer Verlag heute? Der Suhrkamp-Lektor Rainer Weiss lädt Autorinnen und Autoren zu einem Austausch über das Verhältnis Verleger, Lektoren und Autoren.

                            Eintritt frei.

                            Das Verlagswesen befindet sich derzeit in großem Umbruch. Während Konzerne wie Bertelsmann und Holtzbrinck die Buchbranche zu dominieren suchen, wird der Spielraum für engagierte literarische Verlage enger, die Zukunft auch bedeutender Häuser erscheint ungewiß. Müssen hier neue Regeln im Umgang zwischen Autoren und Verlagen etabliert werden? Wie bestimmt sich das Verhältnis zwischen Autor und Lektor in der Praxis? Rainer Weiss, Programmleiter bei Suhrkamp und Lektor von u.a. Peter Bichsel, Adolf Muschg, Cees Noteboom und Hans-Ulrich Treichel, gibt Auskunft und steht, wenn gewünscht, auch mit Rat zur Verfügung. Rainer Weiss, geb. 1949, Studium der Philosophie und Literaturgeschichte in Heidelberg, 1978 bis 1984 als Lektor bei Piper, seit 1985 bei Suhrkamp, wo er auch den Theaterverlag und die Presseabteilung leitete. Heute zuständig für das literarische Programm des Suhrkamp Verlags und Leiter des Jüdischen Verlags im Suhrkamp Verlag..

                              Martin Pichlers Roman-Debüt

                              Ort: Literaturhaus

                              Lesung und Buchpräsentation des Romans: Lunaspina (Skarabaeus 2001). Mit einer Einführung von Hannes Holzner (Institut für deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik, Innsbruck)

                              Eintritt frei.

                              Lunaspina ist die Geschichte einer Krankheit und einer schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung, in der vor allem die Figur einer alternden Frau, die die gängigen gesellschaftlichen Normen nicht mehr zu erfüllen vermag, besticht. Mit suggestiv-kraftvollen Bildern zieht Pichler die Leser in den Sog einer alltäglich-abgründigen Familiengeschichte.

                                Im Platzregen der Sprechblasen

                                Ort: Bühnenwagen vor dem Landestheater

                                Europäisches Jahr der Sprachen: als Teilprojekt der künstlerischen Events im Rahmen der Innsbrucker Sprachenmeile - eine Veranstaltung der Universität Innsbruck: Texte im Kontrast - politische Sprechblasen und ihre Demontagen.

                                Eintritt frei.

                                Daß die Sprache nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch Ideologieträgerin ist, ist bekannt, in vielen Studien wurde untersucht, wie Ideologievermittlung geschieht. Insbesondere die politische Sprache ist anfällig für ideologische Färbung, dies besonders auch dann, wenn sie sich alltäglich, salopp und harmlos gibt. Interessant ist es auch, sogenannte Sprechblasen in der politischen Alltagssprache zu untersuchen oder einfach nur bewußt aufzunehmen. Das führt zur Entdeckung, daß in politischen Reden häufig fertige Montageteile, Versatzstücke mit Symbolgehalt vorherrschen und diese frei kombiniert - von unverbindlich bis absichtsvoll, von nichtssagend bis rücksichtslos -, je nach Anlaß und politischer Position, eingesetzt werden ......

                                  Ilse Aichinger und Monika Helfer

                                  Ort: Literaturhaus

                                  Ein Klassiker des Hörspiels, Ilse Aichingers Knöpfe, zum Wiederhören mit einem einführenden Essay der Schriftstellerin Monika Helfer.

                                  Eintritt frei.

                                  Eine der wichtigsten Autorinnen der österreichischen Literatur, Ilse Aichinger (geb. 1921 in Wien), vielfach preisgekrönte Autorin von Romanen, Erzählungen und Hörspielen, hat 1953 ein Hörspiel verfaßt, das das Thema Mensch und/als Maschine auf berührende Weise verarbeitet. Das Stück handelt von der Situation der Arbeiterinnen in einer Knopffabrik, in der ungewöhnlich schöne Zierknöpfe (sie haben Frauennamen), produziert werden, es schildert, wie Menschen selbst zu Produkten werden. Monika Helfer setzt sich in einem einleitenden Text mit dem Hörspielschreiben auseinander, wobei die eigene Erfahrung mit dem Medium Radio und Ilse Aichingers Hörspielklassiker den roten Faden geben. Monika Helfer (geb. 1947 in Au/Bregenzerwald) lebt zusammen mit ihrem Mann Michael Köhlmeier und ihren Kindern in Hohenems. Sie ist Trägerin renommierter Auszeichnungen und hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht, u.a. Der Neffe (1991), Oskar und Lilli (1994), Kleine Fürstin (1995) und Mein Mörder (1999).

                                    Buchhändler analysieren Bestseller

                                    Ort: Buchhandlung wiederin

                                    Podiumsdiskussion mit Sabine Brenner (Wagner'sche), Ekkehard Hey-Ehrl (Studia), Thomas Wiederin (wiederin) und Elisabeth Sauer (Tyrolia). Mit einer Bestseller-Auswahl, präsentiert von Petra Nachbauer.

                                    Eintritt frei.

                                    Lilly Brett, Connie Palmen, David Sedaris, Nathalie Nothomb, Henning Mankell, Banana Yoshimoto ... die deutschen Übersetzungen amerikanischer, holländischer, belgischer, skandinavischer oder japanischer ... Autorinnen und Autoren machen bei uns Furore, sie finden eine Menge Leser und sind erfolgreich im Buchgeschäft. Und jüngste AutorInnen sind in, sie kassieren von Verlagen Höchstgagen und Vorschüsse, von denen arrivierte, aber nicht so gut verkaufte Schriftsteller nur träumen können. Alles nur Markt und nichts dahinter? Ein solches Urteil wäre allzu oberflächlich, denn die neuen Bestseller sind keinesfalls in die Schublade einer trivialen oder nur leicht zu konsumierenden Literatur zu stecken. Woran liegt es, daß manche gute Texte sich gut und sehr gut verkaufen, andere, nicht minder gute Texte aber nicht? Engagierte Innsbrucker Buchhändlerinnen und Buchhändler analysieren Mechanismen des gegenwärtigen Buchmarktes in Zusammenhang mit Trends und Lesegewohnheiten.

                                      Ferdinand Ebner: Mühlauer Tagebuch

                                      Ort: Rauch-Villa, Innsbruck/Mühlau, Schlossfeld 9

                                      Präsentation des Tagebuches mit den Herausgebern Richard Hörmann und Monika Seekircher, Einführung von Walter Methlagl, Lesung aus dem Tagebuch mit Mirjam Jessa. In Kooperation mit der Internat. Ferdinand Ebner Gesellschaft. Anschließend Buffet.

                                      Eintritt frei.

                                      Im Sommer 1920 wohnte der österreichische Sprachphilosoph Ferdinand Ebner einen Monat lang bei Ludwig von Ficker in der Rauch-Villa in Mühlau, dem damaligen Wohnsitz der Familie Ficker. Während dieser Zeit entstand das sogenannte Mühlauer Tagebuch (Böhlau, Wien 2001), in dem Ebner seine Eindrücke und Gedanken festhält. Ebner schildert seine Freundschaft mit Ficker, die Diskussionen mit verschiedenen Persönlichkeiten aus dem Brenner-Kreis, die sich an seinen radikalen Thesen entzünden, und die auf zahlreichen Wanderungen rund um Innsbruck erfahrene Schönheit der Natur, die ihm, dem Denker des Wortes, die Grenzen der Sprache aufzeigt. Das Mühlauer Tagebuch ist ein wichtiges Dokument der geistigen, kulturellen, religiösen und sozialen Verhältnisse Österreichs und Europas in der Zwischenkriegszeit. Ficker wird Ebners Verleger, Förderer und Freund. 1921 erscheint Ebners Hauptwerk Das Wort und die geistigen Realitäten. Pneumatologische Fragmente im Brenner-Verlag. Seit Dezember 1998 läuft am Brenner-Archiv das Ferdinand-Ebner-Projekt, das die Transkription und Kommentierung von Ebners gesamtem Nachlaß zum Ziel hat. Dieses Projekt geschieht in Kooperation mit dem Dipartimento di Szienze filologiche
                                      e storiche der Universität Trient und dem Philosophischen Institut der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg.

                                        Mit Surfen durch Denkwelten. Sophia — Philosophie jenseits des Elfenbeinturmes.

                                        Ort: Literaturhaus

                                        Multimediale Präsentation der CD-ROM Sophia mit Manfred Pascher, Hans Kraml und Helmut Essenschläger.

                                        Eintritt frei.

                                        Ist Philosophie aber überhaupt multimedial möglich? Faßt man Philosophie als den Versuch auf, das Verhältnis des Menschen zu dem, was er als seine Wirklichkeit erlebt, in eine theoretische Sprache zu fassen, mit dem Anspruch auf Wahrheit, so ist die letzte Antwort: nein. Diese These wird mit Sophia bis auf einen kleinen Rest ausgehöhlt. Das Werk will die Fragen und Probleme der Philosophie auf eine pfiffige Weise vermitteln, daß sie auch jenseits des Elfenbeinturmes interessieren. Sophia ist die erste Darstellung der Philosophie, die philosophischen wie multimedialen Ansprüchen genügt. Das Werk wurde von einer über das Internet organisierten Innsbrucker Arbeitsgruppe (Essenschläger, Kraml, Pascher, Kienpointner, Gstrein, Sexl, Niederbacher u.a.) entwickelt. Es beinhaltet 800 grafisch oder fotografisch illustrierte Bildschirmseiten, von denen etliche interaktive Elemente enthalten und viele mit weiterführenden Kommentaren versehen sind. Des weiteren enthält das Werk 270 Philosophenbiografien, soweit vorhanden mit Bild, animierte und von Innsbrucks Schauspielerprominenz gesprochene Dialoge, eine Zeitleiste, Glossar, Schlagwortsuche, Indices und Quizzes.

                                          Franz Pichler, Solveig Pichler, Benno Simma, Jakob de Chirico, Dieter Oberdörfer, Heinz D. Heisl und Beatrix Scherb

                                          Ort: Atelier von Beatrix Scherb, Ferdinand Weyrer-Straße 13/2 (in der ehemaligen Kunsthalle II)

                                          Samstag, 13. Oktober, 20 Uhr
                                          Präsentation der SK- Dokumentation des Südtiroler Kulturzentrums (1975 - 1988). Literatur - politische Lieder und Texte u. a. von norbert c. kaser - Plakate - Performance.

                                          Eintritt frei.

                                          1975 wurde das Südtiroler Kulturzentrum mit dem Ziel, kulturpolitische Arbeit zu leisten, aus der Taufe gehoben. Kunst als kreative Kraft, die Welt zu verändern. Vor allem die Arbeitersinggruppe war Teil eines gesellschaftskritischen Potentials im Sinne einer mobilisierenden und bewußtseinsbildenden Kraft in Opposition zur herrschenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Eine Revolte feiert 25 jähriges Dienstjubiläum - aus diesem Anlaß wurde aus dem schriftlichen Nachlaß des Südtiroler Kulturzentrums ein reich illustrierter und gleichermaßen informativer wie ansprechender Dokumentationsband der Aktivitäten aus 13 Jahren Kulturarbeit zusammengestellt. Damals wollten wir uns zusammenschließen, möglichst viele, vielleicht weil wir noch wenige waren, mit Glauben an Fortschritte. Gemischte Formationen alle zusammen in einem bunten Verein. (Peter Prossliner, 1981).

                                            Ein Abend mit Matthias Politycki

                                            Ort: Literaturhaus

                                            Präsentation seines neuen Erzählbandes Das Schweigen am anderen Ende des Rüssels. (Hoffmann und Campe, 2001).

                                            Eintritt frei.

                                            Matthias Politycki erzählt von fernen Ländern, unvertrauten Orten und heimatlichen Regionen, die wir zu kennen glauben. Ob in der Mongolei, Uganda, Statesboro, World's End - die Figuren der Geschichten in Matthias Polityckis neuem Buch suchen das große Erstaunen jenseits touristischer Trampelpfade und werden dabei mit kleinen und großen Schrecknissen konfrontiert. Die siebzehn Geschichten des Bandes sind subtil miteinander verwoben. Der Autor lässt die Erzählungen ungeachtet ihrer exotischen Schauplätze in einem Moment der Stille, in einer Sekunde des zeitlosen Verstummens kulminieren.

                                              Literarisches Frühstück mit Sabine Gruber

                                              Ort: Literaturhaus

                                              Entritt frei.

                                              Anlaß für eine Lesung zur ungewohnten Zeit ist Besuch aus Zürich. Eine Delegation des Literaturhauses der Museumsgesellschaft Zürich befindet sich auf einer Literat(o)ur durch Österreich und hält auch in Innsbruck. Sabine Gruber, die derzeit als Stadtschreiberin zu Gast in Innsbruck ist, liest aus neuen Texten. Sabine Gruber, geb. 1963 in Meran, studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Zeitgeschichte in Innsbruck und Wien, 1988-1992 Lektorin für Deutsch an der Universität Ca` Foscari in Venedig, von 1994-1995 Stadtschreiberin in Klagenfurt, lebt als Schriftstellerin und Mitarbeiterin der Grazer Autorenversammlung in Wien. Veröffentlichungen: Aushäusige (Wieser, 1996) sowie in Zeitschriften und Anthologien; Mehrere Preise, u. a. 1995 Österreichisches Staatsstipendium für Literatur.

                                                Friedrich Dürrenmatt und Manfred Chobot

                                                Ort: Literaturhaus

                                                Der Hörspielklassiker Abendstunde im Spätherbst von Friedrich Dürrenmatt (1957) mit einem einführenden Essay des Autors Manfred Chobot.
                                                Eine Veranstaltung aus der Reihe [wiedergehört].

                                                Eintritt frei.

                                                Das 1958 mit dem Prix Italia ausgezeichnete Kriminalhörspiel (Produktion: NDR, Regie: Gustav Burmester) ist der bitter-witzige Dialog zwischen dem belesenen Schweizer Fürchtegott Hofer (Sprecher: Willy Maertens) und dem Literaturnobelpreisträger Maximilian Friedrich Korbes (Ernst Schröder). Hofer offenbart dem Schriftsteller mit schonungsloser Offenheit, daß die Morde seiner Kriminalromane Tatsachenberichte eines wirklichen Mörders sind. Manfred Chobot gibt eine Einführung zum Hörspiel des Abends und wird von seinen eigenen Erfahrungen als Hörspielautor berichten.

                                                  Jürg Amann

                                                  Ort: Literaturhaus

                                                  Moderation: Magdalena Kauz

                                                  Am Ufer des Flusses (Haymon 2001).

                                                  Eintritt frei

                                                  Jürg Amann erzählt ohne Larmoyanz, vielmehr mit einem gehörigen Schuß Galgenhumor und in sarkastisch-
                                                  insistierendem Ton die berührende Geschichte zweier Freunde, er berichtet über ihre Herkunft, ihr Leben und ihre Lieben. Im Zentrum dieses neuen Textes des Schweizer Autors steht der Abschied, den die Freunde voneinander zu nehmen haben, für einen der beiden ist es ein Abschied von allem, vom Leben.

                                                    Christoph W. Bauer, C.H. Huber, Alfons Jestl und Roman Santeler

                                                    Ort: Literaturhaus

                                                    Autorenlesungen

                                                    Eintritt frei.

                                                    Der Turmbund - Gesellschaft für Literatur und Kunst - feiert heuer sein 50-jähriges Bestandsjubiläum. Die Förderung von Literatur und Kunst - insbesonders die Unterstützung literarischer Begabungen - zählt zu den Hauptaufgaben dieser im Tiroler Kulturleben verankerten Vereinigung. Auch die Verbindung zum Leser, die durch Veranstaltungen und Publikationen geschaffen wird, ist ein besonderes Anliegen des Turmbundes. Mit Lesezeichen werden neue Bücher und Texte von Christoph W. Bauer, C.H. Huber, Alfons Jestl und Roman Santeler präsentiert.

                                                      Bodo Hell und Liesl Ujvary zu Max Frisch

                                                      Ort: Literaturhaus

                                                      Das Hörspiel Biedermann und die Brandstifter aus dem Jahre 1953. Einführung von Klaus Müller-Salget (Institut für Deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik, Innsbruck). Unter dem Motto Subtexte abschließendes Literaturgespräch mit Bodo Hell und Lisl Ujvary.

                                                      Eintritt frei.

                                                      Herr Biedermann und die Brandstifter ist als Hörspiel (Produktion: Bayrischer Rundfunk 1953, Regie: Friedrich Sauer) eine frühe Fassung des 1958 am Zürcher Schauspielhaus uraufgeführten Schauspiels Biedermann und die Brandstifter. Gottlieb Biedermann stellt sich als typischer Kleinbürger dar, selbstgerecht und auch selbstbewußt, zugleich feige, verlogen und bei aller nach außen vorgetäuschten Menschlichkeit im innersten inhuman. Hauptthema in Frischs (1911-1991) Werken ist die Erkenntnis der Selbstentfremdung des modernen Menschen und der Versuch der Identitäts- und Wahrheitsfindung.

                                                      Subtexte: Bodo Hell und Liesl Ujvary, die in ihren Texten und Rundfunkarbeiten mit Sprache, Zeichen und Klängen experimentieren, stehen einer konventionellen Hörspielästhetik wie der Frischs fern. In einem Gespräch und anhand von Hörproben geben sie Auskunft über neue Formen des Hörspiels. Hell und Ujvary haben in den 70er Jahren mehrere gemeinsame Hörspielproduktionen gemacht.

                                                      Liesl Ujvary (geb. 1939 in Pressburg, lebt als Schriftstellerin und Übersetzerin in Wien) hat eine große Anzahl von Publikationen in den Bereichen Poesie, Prosa, Hörspiel, Foto, Musik und Computerbearbeitung vorgelegt. Diverse Preise und Stipendien. Begründerin einer innovativen Autoren-Reihe im ORF-Wien, Kunstradio, seit 1995 mehrere Text-Klangarbeiten für Kunstradio: Sex & Tod & Klangeffekte (1995), Sprache der Gene (1997), softworlds (1999).

                                                        O. P. Zier: Sturmfrei

                                                        Ort: Literaturhaus

                                                        Der Autor liest aus seinem neuen Roman Sturmfrei (Otto Müller, 2001). Sigurd Paul Scheichl (Institut für Deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik, Innsbruck) führt ein Gespräch mit dem Autor.

                                                        Eintritt frei.

                                                        Sturmfrei ist ein gleichermaßen witziger wie tiefgreifender Roman, der eine Aluminiumfabrik der siebziger Jahre zum Schauplatz einer turbulenten Geschichte von Betrug und Selbstbetrug macht. Zier beschreibt darin das Betriebsklima in einem großen Unternehmen aus der Sicht der Angestellten. Der Roman wurde mit dem Georg-Rendl-Preis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es, daß der Sinn für Komik und das unbestechliche Gefühl für den aufrechten Gang, für die wenigen kleinen Möglichkeiten solidarischen Handelns überzeugt.