Veranstaltungen 2003

Christiane Geets, c.h. huber, Hans Augustin, Gerold Hausberg und Bernhard Sandbichler

Ort: Literaturhaus

Ein langer Leseabend in lockerer Atmosphäre. - willige Spenden

Für die Jurorinnen des von der TT ausgeschriebenen Feuilletonpreises stand eines fest, noch bevor die Preisträger ermittelt wurden - es muss eine Nachlese geben. Zu schade wäre es, würden diese 5 Feuilletons, wie sie unterschiedlicher in Thematik, Stil und Pointierung nicht sein könnten, in der Schublade bzw. auf der Festplatte verschwinden würden. Daher lädt das Literaturhaus am Inn zu einem Folgeabend ein, der so sein soll, wie das Feuilleton selbst: unterhaltsam, aktuell, kritisch, spritzig!

    Uwe Timm

    Ort: Literaturhaus

    [Literatur als Ware]

    Rot (Kiepenheuer&Witsch 2001). Stefan Neuhaus führt im Anschluss daran ein Gespräch mit Uwe Timm und dem Lektor Martin Hielscher zum Thema Wie ein Buch entsteht. - willige Spenden

      Neues von Lina Hofstädter & Erika Kronabitter

      Ort: Literaturhaus

      Moderation: Irene Prugger

      Lesungen, Autorinnengespräche. Die beiden Autorinnen lesen aus ihren im Milena Verlag erschienen Büchern Friederikenbriefe und Hungrige Tage. Gemeinsam mit der GAV Tirol. - willige Spenden

      In den "Friederikenbriefen" steckt eine allumfassende Korrespondenz, die genauso gut auf der Gattungsart der "Briefe" wie auf der singulären Person von "Friederike" basiert. Nicht nur fremde Texte und Textabschnitte, auch das fremde Schicksal wird als eigenes angenommen. (aus dem Vorwort von Klaus Kastberger)

        Josef Leitgeb — Das unversehrte Jahr

        Ort: Literaturhaus, Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11, Hall

        Donnerstag, 6. Februar, 20 Uhr Literaturhaus am Inn
        Freitag, 7. Februar, 20 Uhr Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11, Hall

        Das unversehrte Jahr. Performance von Wolfgang Kindermann nach dem Roman von Josef Leitgeb. - willige Spenden

          Margret Kreidl

          Ort: Literaturhaus

          Laute Paare (Edition Korrespondenzen 2002) mit gleichzeitiger Eröffnung der neuen Literaturhaus-Reihe Raum auf für Kunst! mit Bild-Projektionen von Daniela Span. - willige Spenden

          Minimalistisch, dramatisch und lustvoll setzt Margret Kreidl ihre Sprachkunstwerke in Szene. Klanglich und rhythmisch organisiert, werden die Paradiese der Werbung präsentiert, ein pornografischer, also repetitiv-theatralischer Reigen der Paarungen zieht sich durch dieses Buch.

          Offener Raum für Kunst!
          rosen für die welt: die rose ist ein symbol von universeller wie individueller bedeutung - und sie ist von zwingender schönheit. alle antwort heißt: liebe. meine rosen schenke ich der welt. sie hat sie verdient. (Daniela Span)
          Daniela Span, Pop Artist, lebt und arbeitet in Innsbruck. Alles weitere: www.tirolkultur.at/daniela-span

            Alicia Kozameh und Reina Roffé

            Ort: Literaturhaus

            Moderation: Erna Pfeiffer

            Die argentinischen Schriftstellerinnen Alicia Kozameh und Reina Roffé lesen aus ihren Werken.

            Für Beide Autorinnen schreiben unter den Bedingungen der Entwurzelung, der Transkulturalität, des immer nur Vorläufigen und Vorübergehenden. Alicia Kozameh und Reina Roffé leben heute im Exil. Sie berichten über ihre Erfahrungen und lesen aus neueren Werken (spanisch und deutsch).

              Alan Levy

              Ort: Literaturhaus

              Vortrag von Alan Levy in englischer Sprache (eine gekürzte deutsche Fassung liegt auf). Eine Veranstaltung des Instituts für Politikwissenschaft im Literaturhaus.

              Den nicht-gläubigen amerikanischen Juden Alan Levy verschlug es 1971 in Adolf Hitlers Geburtsland. Hier in Österreich wurde ihm oft und auf vielfältige Weise sein Judentum bewusst gemacht: Sei es bei einer Begegnung der unheimlichen Art mit einem Antisemiten in einer Wiener Straßenbahn, sei es bei einem Interview mit Bruno Kreisky über dessen Judentum, oder bei einer Zugfahrt in Gesellschaft eines Weltkriegsveteranen, dem es leid tat, dass Hitler seine Arbeit nicht zu Ende gebracht hat. An diesem Abend reflektiert Levy über seinen langjährigen Aufenthalt in Österreich und erklärt, warum er schließlich sein Buch über Simon Wiesenthal als Liebeserklärung an Wien schrieb.

                Margareth Obexer

                Ort: Literaturhaus

                Buchpräsentation und Lesung mit der Autorin Margareth Obexer und der Schauspielerin Christina Khuen.
                Offener Raum für Kunst! Foto-Projektionen von Michaela Niederkircher


                Margareth Obexer ist eine Autorin, die sich in mehreren literarischen Genres bewegt, sprachlich aber dennoch klar und geradlinig ihren Weg geht. An diesem Abend wird sie Essays aus Das Herz eines Bastards (Athesia 2002) lesen, die Schauspielerin Christina Khuen wird einen Monolog aus dem Stück Die Störung vortragen, ein Drama über die zerstörerische Kraft von Zuschreibungen von außen, das als Auftragsarbeit der Vereinigten Bühnen Bozen entstanden ist und zur Zeit in Südtirol aufgeführt wird.

                  Irene Prugger

                  Ort: Literaturhaus

                  Moderation: Bernhard Sandbichler

                  Nackte Helden... und andere Geschichten von Frauen(Skarabaeus 2003).

                  Komik und Tragik der Beziehungen zwischen den Geschlechtern bilden den Reiz in Irene Pruggers Erzählen, aber damit ist das Reservoir bei weitem nicht ausgeschöpft: Hier paaren sich nicht bloß Geschlechter, sondern Ironie und Gefühl, Witz und Aberwitz, Alltag mit ganz und gar nicht Alltäglichem, hier prallen Phantasie und Wirklichkeit aufeinander. Spannungsreiche Dramaturgie und raffinierter Perspektivenwechsel halten die Leser bei der Stange, und man findet Seite für Seite jene perfekte Prosa, die fesselt und fasziniert.

                    Literatur digitalisiert

                    Ort: Großer Lesesaal der Universitätsbibliothek, Innrain 52

                    Gregor Bloéb liest aus dem Bestand der größten Online-Bibliothek Österreichs aus Anlass ihres 1. Geburtstags. Mit einer kurzen Einführung von Günter Mühlberger. Im Anschluss: Tiroler Buffet

                    Der Abend bietet eine tour-de-force durch die größte frei im Internet zugängliche Sammlung digitalisierter Werke in Österreich und ein vielstimmiges Konzert zu 600 Jahren österreichischer Kultur- und Geistesgeschichte. Altehrwürdige Herren wie Grillparzer, Pichler oder Hormayer kommen ebenso zu Wort wie Vertreterinnen der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts oder die Centrale Bücher Censur mit ihrer Liste der im Jahr 1830 mit allerhöchster Genehmigung verbothenen Werke und Manuskripte.

                      Klaus Zeyringer und Franz Haas

                      Ort: Literaturhaus

                      Moderation: Michael Klein

                      [Literatur als Ware]

                      Blicke von außen (Haymon 2003). Diskussion und Buchpräsentation. Klaus Zeyringer und Franz Haas diskutieren mit Michael Klein über die österreichische Literatur im internationalen Kontext. In Kooperation mit dem Haymonverlag.

                      Blicke von außen (Verfasser: Klaus Zeyringer, Franz Haas, Hermann Schlösser) befasst sich mit der österreichischen Literatur seit 2000. Dabei geht es um den Versuch, österreichische Literatur vor dem Hintergrund des italienischen, deutschen, französischen Literatursystems und der dort geführten Debatten zu sehen.

                        Sigrid Löffler

                        Ort: Literaturhaus

                        Moderation: Michael Klein

                        [Literatur als Ware]
                        Präsentation der Zeitschrift Literaturen. Vortrag und Diskussion mit Sigrid Löffler.

                        Der Buchmarkt steckt in einer Überproduktionskrise. Immer mehr Bücher bei immer kürzeren Lesezeiten und rückläufigen Buchverkäufen bewirken Marktbeschleunigung und Dominanz von Mainstream-Büchern. Welchen Stellenwert hat in solcher Lage die Literaturkritik? Muss sie sich den Gegebenheiten anpassen oder gibt es Möglichkeiten, die eigenen kritischen Standards nicht nur zu bewahren, sondern auch neu zu definieren? Bei den Lesern steigt das Bedürfnis nach Orientierung. Sie wollen wissen, was man gelesen haben muss. Der neue Trend zu Kanon-Ratgebern auf dem Buchmarkt ist geradezu inflationär. Die Frage muss nun lauten: Gibt es einen solchen Kanon überhaupt? Soll es ihn geben? Wie lässt er sich ermitteln?

                        Sigrid Löffler, geboren 1942 in Aussig/Elbe, aufgewachsen in Wien. Studium der Anglistik, Germanistik, Philosophie und Pädagogik in Wien. 1968–1972 außenpolitische Redakteurin bei Die Presse. 1972–1993 Redakteurin bei profil, zuletzt als Leiterin des Kultur ressorts und als stellvertretende Chefredakteurin. 1996 bis 1999 Feuilleton-Chefin bei Die Zeit. Seit Januar 2000 Chefredakteurin der neu gegründeten Monatszeitschrift LITERATUREN in Berlin. Zahlreiche Publikationen und Auszeichnungen.

                          Für Gerold Foidl

                          Ort: Literaturhaus

                          Film, Lesung und Gespräch. Mit Michael Kolnberger und Dorothea Macheiner.

                          Gerold Foidl wäre im April 65 Jahre alt geworden. Im dokumentarischen Film Scheinbare Nähe. Ein Abgang. Für Gerold Foidl zeichnet Michael Kolnberger ein Portrait des gebürtigen Lienzer Autors auf der Basis von Interviews mit Zeitzeugen aus dem Kunst- und Kulturbereich. Es folgen eine Lesung aus Foidls Texten sowie eine Einführung durch die Herausgeberin und Nachlassverwalterin Dorothea Macheiner.

                            Toni Bernhart

                            Ort: Literaturhaus

                            [Literatur in Szene]

                            Toni Bernhart liest Lasamarmo und andere Stücke (Skarabaeus, 2002). Musikalische Gestaltung: Bertl Mütter (Posaune, Stimme, Euphonium).

                            Toni Bernharts Stücke sind schrill an der Oberfläche, von überbordender Phantasie, gleichzeitig authentisch und von einer radikalen Tiefgründigkeit. Im Zentrum des Abends steht das Dialektstück Langes afn Zirblhouf, das im vergangenen Jahr mit dem Theaterpreis der Südtiroler Theaterzeitung ausgezeichnet und von Klaus Rohrmoser uraufgeführt wurde. Das Stück ist die Kopie eines alten Wilderer-Stückes. Was dabei herausspringt, ist nicht nur ein Stück, das in alten Theaterkulissen spielt, vielmehr Theater übers Theater. Theater pur. (Johann Holzner)


                            Bertl Mütter, geboren 1965 in Steyr, lebt als freischaffender Musiker und Komponist in Wien. Neben solistischer Arbeit zwischen Komposition und Improvisation wirkt Mütter auch in zahlreichen Ensembles mit. 2002 Staatsstipendium, 2003 Komponistenforum Mittersill. Zuletzt realisierte Werke, u.a.: AEIOU für tiefes Quintett für das tiefe Quintett des Janus-Ensemble (Grabenfest der ÖBV, Wien, 06/2002). gehtschon [Hundert Takte und kein Befehl?] für Nouvelle Cuisine (Wien, 12/2001).

                              Herta Müller

                              Ort: Literaturhaus

                              Im Haarknoten wohnt eine Dame (Rowohlt 2000) und Unveröffentlichtes.

                              In den Text-Bild-Collagen variiert Herta Müller ihre Themen auf spielerisch-virtuose Weise: Gewalt und Flucht, Entwurzelung und Sehnsucht nach Heimat. Die Collagen - Gesichts- und Körperfragmente, Details aus dem Alltagsleben neben schwarzen Scherenschnittfigurinen - geben die Stimmung vor. Die Texte sind aus einzelnen, aus Zeitungen und Illustrierten herausgeschnittenen Wörtern zusammengeklebt, Bruchstücke mit optischen Akzenten und sichtbaren Fugen. Herta Müller schlägt aber auch einen leichteren Ton an: Sie spielt mit Reim und Assonanz, die die Texte bisweilen in die Nähe von Volkslied, Moritat und Bänkelsang stellen, humorvoll, aber auch makaber.

                                Burkhard Spinnen

                                Ort: Literaturhaus

                                Der schwarze Grat. Die Geschichte des Unternehmers Walter Lindenmaier aus Laupheim (Schöffling & Co. 2003)

                                Die Geschichte eines mittelständischen Unternehmers in Deutschland zu erzählen – kann dies für einen Autor spannend sein, eine Herausforderung darstellen? Burkhard Spinnen hat sich, nach anfänglicher Skepsis, darauf eingelassen. Es entstand das Portrait eines ebenso außergewöhnlichen wie typischen Vertreters einer in der Literatur unbekannten "Spezies", die hochgradig spannende Geschichte eines Familienunternehmens, durch die die Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik von ihren Anfängen zwischen Kriegstrümmern bis zu ihrer Gegenwart unter dem Damoklesschwert der Globalisierung durchscheint; ein Lehrstück über Erfolg und Misserfolg, über den menschlichen Faktor in der Wirtschaft, und: ein Lehrstück über das Verhältnis des Erzählens zur Realität.

                                  Gertrud Spat

                                  Ort: Literaturhaus

                                  Moderation: Johann Holzner

                                  Buchpräsentation und Lesung aus Maria T. Eine Mutter (Stroemfeld 2003) mit der Autorin.  Musik: Max Engel (Violoncello).

                                  Dem Leben und Werk des Dichters Georg Trakl sind Bibliotheken gewidmet. Seine Mutter kommt in den Biographien nur am Rande vor. Niemand hat sich bisher mit ihrem Schicksal ernsthaft beschäftigt. Nach intensiven Recherchen legt jetzt Gertrud Spat die Lebensgeschichte der Maria T. vor. Es ist eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit, schlicht und protokollartig formuliert.

                                    Lesung mit Heinz D. Heisl und Peter Weber

                                    Ort: neue Bahnhofshalle des Innsbrucker Bahnhof

                                    LITERATURaußerHAUS - Bahnhofsprosa

                                    Texte vom Zugfahren und Wegfahren, vom Reisen, vom Ankommen und Warten. Der Bahnhof als Ausgangspunkt für phantastische Geschichten und Sprachkaskaden.

                                    Heinz D. Heisl (Innsbruck-Basel) liest aus seinen Zug-Geschichten Wohin ich schon immer einmal wollte, Peter Weber (Zürich - seit 1992 mit einem Generalabonnement der Schweizerischen Bundesbahn viel unterwegs) liest aus Bahnhofsprosa (Suhrkamp 2002).

                                      Wissenschaft, Gesellschaft und Literatur

                                      Ort: Literaturhaus

                                      Eine philosophische Reihe im Rahmen des Frankreichschwerpunkts der Universität Innsbruck.

                                      Ziel der interdisziplinär konzipierten Reihe ist es, die laufenden philosophischen Debatten und deren Bedeutung im intellektuellen Leben Frankreichs zu beleuchten. Die Vorträge finden in französischer Sprache statt, deutsche Kurzfassung liegt auf. Diskussion auf französisch, englisch, deutsch.

                                      Diskussionsleitung und Moderation: Jean Louis Poitevin (Leiter des französischen Kulturinstituts, Innsbruck)

                                      Montag, 16. Juni , 20 Uhr, Literaturhaus am Inn

                                      Antonia Soulez: Wittgenstein en France: de l'ignorance à la mode / Wittgenstein in Frankreich: Von der Ignoranz zur Mode.Vortrag.

                                      Antonia Soulez, Professorin für Philosophie in der Universität Paris 8 und Direktor des Collège International de Philosophie, hat zahlreiche Aufsätze und Bücher einschließlich Übersetzungen zum Thema Wittgenstein, Wiener Kreis und zur österreichischen Philosophie verfasst.

                                      Montag, 23. Juni, 20 Uhr, Literaturhaus am Inn

                                      Pascal Nouvel: Soigner les Passions: un débat philosophique entre science et littérature / Die Gefühle pflegen: Eine philosophische Auseinandersetzung zwischen der Naturwissenschaft und der Literatur. Vortrag.

                                      Pascal Nouvel, Professor für Biologie und für Philosophie an der Universität Paris 7 (Denis Diderot - Jussieu), Verfasser zahlreicher Studien zur Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsgeschichte und zum Thema Wissenschaft und Gesellschaft.

                                        Sprachkritik und Literatur. Eisendle und Wittgenstein

                                        Ort: Literaturhaus

                                        Sprachkritik und Literatur. Vortrag von Helmut Eisendle. Im Rahmen des Fakultätsschwerpunkts Kommunikation - Medien - Bildung - Wissen der Geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Innsbruck, unterstützt von der Hypo Tirol-Bank

                                        Was hat es mit dem charakteristischen "wittgensteinisierenden" Ton in der
                                        modernistischen Literatur auf sich, der Mitte der 60er Jahre aufkam und der sich besonders bei österreichischen Autoren wie Handke, Rosei, Czernin und eben auch Eisendle findet? Inwiefern versteht sich Literatur hier als analytisches Sprachspiel, aus dem sich Erkenntnisse über die Verfertigung von "Welt" und "Subjektivität" beim Reden und Schreiben gewinnen lassen? Und was hat es umgekehrt mit dem merkwürdigen Eindruck von Poesie auf sich, der durch dieses Spiel mit elementaren Sätzen bei diesen Literaten, aber auch bei Wittgenstein selbst entsteht?

                                          Pavillon des Innsbrucker Hofgartens

                                          Ort: Pavillon Innsbrucker Hofgartens

                                          Ein lauer Sommerabend der Literatur - Reisen durch Tiroler Orte und Gegenden in der Sprache. Autorinnen und Autoren aus Nord- und Südtirol lesen Texte über die Stadt, aus der sie kommen oder in der sie leben. Geografische Nähe und emotionale Distanz oder geografische Distanz und emotionale Nähe: dazwischen spielt sich die literarische Auseinandersetzung ab.

                                          ...Bruneck Mayerhofen Meran Kitzbühel Bozen Hall Klausen Innsbruck Brixen…

                                          Walter Klier - Christoph W. Bauer - Erika Wimmer - Sepp Mall - Florian Grünmandl - Josef Oberhollenzer - Bruna Maria dal Lago Veneri - Andreas Maier - Konstantin Kaiser - Helene Flöss - Hans Aschenwald

                                          Eleonore Bürcher liest stadtstiche von norbert c. kaser (1947 - 1978).

                                          Musik: Tirolisches ganz anders. Romed Hopfgartner, Clemens Salesny, Wolfgang Schiftner spielen Saxophone und Klarinetten.

                                            Ein Abend für Haimo Wisser

                                            Ort: Literaturhaus

                                            Gestaltet von Franz Knes und Philipp Tröstl mit Texten und Kompositionen von Haimo Wisser. Mit einer Einführung von Martin Sailer.
                                            Willige Spenden. [ Schätze aus dem Brenner-Archiv ]

                                            Der in Wien geborene Wahltiroler Haimo Wisser (1952 - 1998) machte in den 70ern mit Musikkabarettprogrammen auf sich aufmerksam, in denen er Sprachwitz und Musik virtuos kombinierte. Seit Anfang der 80er Jahre schrieb er regelmäßig Bühnenmusik für Stücke der Volksschauspiele in Telfs und verfasste zahlreiche kammermusikalische Werke mit verschiedensten Besetzungen.

                                              Harald Gsaller

                                              Ort: Literaturhaus

                                              Cross over 1: Harald Gsaller: Ein Ding vorher. 104 Embleme (Triton). Visuelle Präsentation mit Elementen einer Lesung.
                                              Willige Spenden

                                              Im Jahr 1531 begründete der Mailänder Rechtsgelehrte und Schriftsteller Andrea Alciatus mit seinem Emblematum Libellus (104 Embleme) die literarisch-bildnerische Form der Embleme, die Kunst der Sinn-Bilder, die in den zwei darauffolgenden Jahrhunderten in ganz Europa höchst erfolgreich und beliebt war. Heute, im Zeitalter der Label- und Logokultur, sind deren "Vorgänger" nur mehr schwer dechiffrierbare Codes. Der Künstler und Autor Harald Gsaller setzte sich daher das Ziel einer künstlerischen Neubewertung dieser mustergültigen Muster- und Bilderbücher.

                                              Die Miniaturen, die man auf den Seiten dieses Buches versammelt hat, sind Gegenstände einer liebenswürdigen Obsession, Fetischobjekte, ausgestellt (zur Geltung gebracht) in wechselnden Konstellationen. Von jeher ist die Emblematik eine Kunst der Anordnungen gewesen, und auch als solche hat Harald Gsaller sie für sein Projekt wiederentdeckt .

                                              (Stefanie Diekmann, Viadrina Universität Frankfurt/Oder)

                                                Lisa Spalt und Günter Vallaster

                                                Ort: Literaturhaus

                                                Cross over 2: Lesung mit Lisa Spalt und Günter Vallaster
                                                Willige Spenden

                                                In die schmale Fuge zwischen Zeichen und Bezeichnetem, zwischen Gemeintem und Mitgemeintem zwängt Lisa Spalt ihren Fuß, auf dass sich die Türe nicht schließen und verschwinden kann.

                                                wiesohelles ...was soll es: unter anderem versuche, das figurengedicht sprachreflexiv und ikonenironisch auszuleeren und auszuloten, so weit die zeichen reichen. sätze in das bild zu setzen, das sich ergibt. die letternröhre einzuschalten als televisionäres mandala. durch die zeichenfinger zu schauen, den kontext im auge, das weiße vom papier sowie den gilb, und den text, die kontraste, die sedimente, die arche des archivs. (Günter Vallaster)

                                                  Antonia Soulez: Wittgenstein en France: de l’ignorance à la mode / Wittgenstein in Frankreich: Von der Ignoranz zur Mode.

                                                  Ort: Literaturhaus

                                                  Vortrag auf französisch, deutsche Kurzfassung liegt auf. Moderation: Jean Louis Poitevin (Leiter des französischen Kulturinstituts, Innsbruck)

                                                  Antonia Soulez, Professorin für Philosophie in der Universität Paris 8 und Direktor des Collège International de Philosophie, hat zahlreiche Aufsätze und Bücher einschließlich Übersetzungen zum Thema Wittgenstein, Wiener Kreis und zur österreichischen Philosophie verfasst.

                                                    Bogdan Bogdanović

                                                    Ort: Literaturhaus

                                                    Anschließend führt Klaus Detelef Olof ein Autorengespräch. Mit Unterstützung durch das Architekturforum Tirol.
                                                    Willige Spenden


                                                    Ich bin überzeugt, dass man eine Stadt nur als Fußgänger richtig lesen kann. (Bogdan Bogdanovi´c) Eine Stadt lesen ist für den berühmten Urbanisten Bogdanovi´c ein sinnlich-poetischer Vorgang: den Erinnerungen der Bewohner lauschen, den Mythen der Geschichte nachspüren. Auf diese Weise erhält man Auskunft über Charakter, Lebenskraft, Persönlichkeit und Zukunft einer Stadt. Der Autor zahlreicher Bücher zur Architektur- und Stadtgeschichte hat in seinem neuen Buch Vom Glück in den Städten (Zsolnay 2002, übersetzt von Barbara Antkowiak) die Städte seines Lebens aus der Erinnerung durchwandert. Er nimmt die LeserInnen mit auf eine Reise rund um den Globus, auf eine Zeitreise durch ein halbes Jahrhundert.

                                                    Klaus Detlef Olof, geboren 1939 in Norddeutschland, Slawist und Übersetzer, u. a. auch einiger Bücher von Bogdan Bogdanovi´c. Seit 1973 Lehrtätigkeit an der Universität Klagenfurt. 1991 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzer.

                                                      Jürg Amann

                                                      Ort: Literaturhaus

                                                      Moderation: Michael Forcher

                                                      Mutter töten(Haymon 2003).
                                                      In Kooperation mit dem Haymonverlag. - Willige Spenden

                                                      In vier miteinander verknüpften Erzählungen rollt Jürg Amann das zwiespältige Verhältnis eines Mannes zu seiner Mutter auf. Dabei urteilt der Autor nie, verurteilt schon gar nicht. Auch nicht, wenn erwartete Kindesliebe auf eine harte Probe gestellt wird. Andererseits ist die der sterbenden und toten Mutter entgegengebrachte Liebeserklärung nie kitschig, sondern strahlt berührende Zärtlichkeit aus. Es ist Amanns Erzählkunst, es ist vor allem seine Sprache, die selbst in den heikelsten Facetten des Themas keine Peinlichkeiten aufkommen lassen.

                                                        Jürg Amann

                                                        Ort: Literaturhaus

                                                        Weil immer das Meer vor der Liebe ist. Elegie für und nach Hertha Kräftner.Es liest: Monika Praxmarer. Text"verdichtung": Jürg Amann.
                                                        [ Literatur in Szene ]

                                                        Hertha Kräftner wäre heuer 75 Jahre alt geworden, sie setzte jedoch ihrem Leben 1951, als Dreiundzwanzigjährige, durch Veronal ein Ende. Die Dichterin, deren Werk trotz kurzer Schaffenszeit ein breites Spektrum an Themen und sprachlichen Ausdrucksformen umfasste, ist eine schwer einzuordnende Erscheinung in der österreichischen Literatur der Nachriegszeit. Trotz der unumstrittenen Qualität ihrer Texte – Peter Härtling bezeichnet sie als die neben Ingeborg Bachmann wichtigste österreichische Lyrikerin der Nachkriegsjahre – ist ihr Werk bis heute weitgehend unbekannt geblieben.

                                                          Adrian Naef

                                                          Ort: Literaturhaus

                                                          Nachtgängers Logik. Journal einer Odyssee (Suhrkamp 2003). Dr. Harald Meller (Gesellschaft für Psychische Gesundheit Tirol - GPG) führt ein Gespräch mit dem Autor zum Thema Stigma Depression.
                                                          In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Psychische Gesundheit Tirol - GPG. Gefördert von der Stiftung Pro Helvetia. - Willige Spenden.

                                                            Poetisches a la a capella und Bissige Sprechtänze nach Texten von Friederike Mayröcker und Ernst Jandl, aufgeführt durch das Fasson Theater Zürich.

                                                            Ort: Literaturhaus

                                                            Willige Spenden

                                                            [Literatur in Szene]

                                                            Friederike Mayröcker und Ernst Jandl waren im Leben ein Paar. Man lebte in getrennten Wohnungen, "sie auf dem gipfel / er im morast / mit telefonleitern dazwischen". Über die Jahrzehnte sind zwei Werke nebeneinander entstanden, die unterschiedlicher kaum sein könnten: der poetischen Verflechtung der Welt in Chiffren, Zeichen, Wort- und Satzbildern im Werk von Friederike Mayröcker stehen die kalkulierte Un-Ordnung, die laut-malerischen Sprechgesänge, die Wort-Witz-Bissigkeiten Ernst Jandls gegenüber. Doch beide haben etwas gemeinsam: sie wollen, dass man ihre Sprache HÖRT. Dichtung muss tönen. Das Fasson Theater Zürich hat unter der Regie von Nelly Bütikofer Texte von beiden zum Schwingen gebracht: "A la capella. Ein bewegliches Kammerspiel nach Noten von Friederike Mayröcker" hat "je ein umwölkter gipfel" als Ausgangstext; "Sprechtanz mit Herrn Jandl. Eine lyrische Debatte mit 2 Schauspielern" eine Textauswahl aus Gedichten Jandls.

                                                            Es spielen: Utz Bodamer, Bodo Krumwiede, Marianne Weber.