Veranstaltungen 2010

Menschenbilder hinter Bildungskonzepten

Ort: Literaturhaus

Moderation: Doris Eibl

Es diskutieren Karlheinz Töcherle, Kulturhistoriker, Altphilologe und Rektor der Universität Innsbruck, sowie Helmwart Hierdeis, em. Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck.


Bei diesem [ Montagsfrühstück ] soll es um die Frage gehen, welche Menschenbilder und kulturelle Muster hinter verschiedenen Konzepten von Bildung und Ausbildung stehen. Diese kulturellen Muster - vereinfachend gesprochen das "romantisch-rousseauistische" Bild, demzufolge der Mensch als vollkommenes Wesen in die Welt gelangt und durch Einflüsse von Kultur und Zivilisation (vor allem dann, wenn sie staatlich "verordnet" werden) verbogen und verzogen wird, und das "aufklärerisch-voltairesche" Bild des Menschen, demzufolge der Mensch ein unvollkommenes und im Grunde egozentrisches Wesen ist, (das erst durch die Einflüsse der Kultur und der Zivilisation sich in gesellschaftliche Strukturen zu integrieren vermag), beeinflussen die Art und Weise, wie Bildung ganz allgemein gestaltet und diskutiert wird. Sie werden jedoch selten bewusst gemacht - weil sie auch nicht leicht bewusst gemacht werden können: Es ist allemal einfacher, über konkrete Fragen der ökonomischen und juristischen Rahmenbedingungen zu diskutieren, als jene Überzeugungen und Muster in den Vordergrund zu rücken, die uns dabei implizit leiten.

    50 Jahre “Innsbrucker Zeitungsarchiv”/IZA

    Ort: Literaturhaus

    Abend mit Christa Gürtler, Sigrid Löffler, Erika Wimmer, Markus Hatzer, Michael Klein, Stefan Neuhaus und Martin Sailer

    Gleich mehrere Gründe zum Feiern gibt es in diesem Jahr für das "Innsbrucker Zeitungsarchiv"?/?IZA, der größten universitären Dokumentationsstelle für journalistische Literaturkritik im deutschen Sprachraum, zugleich Forschungseinrichtung für mediale Literaturvermittlung. Vor 50 Jahren begann Michael Klein mit dem Aufbau seiner Sammlung von Literaturkritiken, aus der das IZA wurde. Vor 10 Jahren schaffte es das IZA mit Hilfe eines EU-Projektes ins Netz. Als einzige Einrichtung seiner Art ist es heute ein Online-Archiv. Und schließlich wurde vor einem Jahr eine neue Reihe des IZA im StudienVerlag begründet, 10 Bände liegen bereits vor.

    Anlässe genug, um sich in einem Gespräch mit Michael Klein, das Martin Sailer vom ORF-Tirol mit ihm führen wird, an die Anfänge zu erinnern. Außerdem, um sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Frage nach der Bedeutung der Literaturkritik heute zu stellen, zugleich nach den Kriterien der Bewertung von Literatur in den Massenmedien zu fragen und sich mit dem Stellenwert von Literaturkritik an den Universitäten auseinanderzu-setzen. Stefan Neuhaus wird darüber mit der Literaturkritikerin Sigrid Löffler (Gründerin und neun Jahre lang Herausgeberin und Chefredakteurin von Literaturen), der Autorin Erika Wimmer sowie mit der Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin Christa Gürtler sprechen. Zum Abschluss werden Markus Hatzer, Geschäftsführer des StudienVerlags, und Herausgeber Stefan Neuhaus die Buchreihe Angewandte Literaturwissenschaft präsentieren, in der Arbeiten und Aufsatzsammlungen zur Literaturkritik, zum literarischen Leben und zur Gegenwartsliteratur erscheinen.

      Semier Insayif, Ursula Krechel, Perikles Monioudis, Margareth Obexer

      Ort: Literaturhaus

      Präsentation der Auftragsarbeiten zu den vier Piktogrammen des Literaturhauses am Inn

      "Herz und Mund und Tat und Leben" - diese Zeile aus einer Kantate von Johann Sebastian Bach begleitet das Literaturhaus am Inn seit seiner Gründung. Diese Begriffe repräsentieren das Literaturhaus am Inn zum einen - in Form von Piktogrammen - als gestalterisches Element, sie wurden aber im Laufe der Zeit auch zu einem heimlichen Motto in der Arbeit. Nun wurden vier Autorinnen und Autoren gebeten, zu jeweils einem der Piktogramme einen Text zu verfassen. Heraus kamen vier unterschiedliche Auseinandersetzungen mit den Begriffen, die in einem erweiterten "Inn Lesebuch" zusammengeführt wurden: Perikles Monioudis, Semier Insayif, Margareth Obexer und Ursula Krechel - alles Autorinnen und Autoren, die bereits gern gesehene und gehörte Gäste im Literaturhaus am Inn waren - werden ihre Texte präsentieren. Andreas Schett, Kopf und Herz vom Büro Circus und Entwickler der Corporate Identity des Literaturhauses, verfasste ein Vorwort zur Publikation.