Veranstaltungen 2013

Junge Texte! Lange Jugendlesenacht

Ort: Literaturhaus

Moderation: Birgit Unterholzner, Sepp Mall

  

Eröffnung der Langen Jugendlesenacht mit Dr.in Patrizia Moser - Kulturausschuss Innsbruck

18–19.30 Uhr
Präsentation der Texte der 12–14-jährigen mit Birgit Unterholzner

Aus der Schreibwerkstatt von Birgit Unterholzner: Bei Musik die Gedanken schweifen und den Stift übers Blatt wandern lassen, dabei Formen und Kritzelgeschichten kreieren. Aus einem Vielerlei von Postkarten und Fotografien Zufallsgeschichten entwickeln. Klingende Wörter aus Zeitungen und Journalen ausschneiden und Gedichte montieren. Neue Haikus, Anaphern und poetische Porträts schaffen, einander vorlesen, zuhören. Und zwischendurch drauflos schreiben, ohne Regeln und Zensur, in den Schreibfluss eintauchen, weil wir uns auf den Weg machen wollen. Auf den Weg zu uns selbst und zu der Welt, die uns umgibt.

Es lesen: Marlena Allinger-Csollich, Jakob Fiechter-Alber, Kristina Graßl, Elisabeth Hartl, Elias Huemer, Felicia Kaspar, Julian Mosbacher, Anna Obermüller, Judit Prugger.

 

20–21.30 Uhr
Präsentation der Texte der 15–19-jährigen mit Sepp Mall

Schwerpunkt in der Schreibwerkstatt von Sepp Mall war die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Texten sowie deren Bearbeiten und Verbessern. Bei der Präsentation werden sechs Autoren der Werkstatt ihre Texte zu Gehör bringen – Werke, die ein breites Spektrum von junger Literatur und Weltbetrachtung sichtbar machen, von Fantasy und feinsinnig-poetischen Texten bis hin zu realistischen Alltagsgeschichten …

Es lesen: Franziska Pfister, Lina Wernisch, Selina Willinger, Maximilian Allinger-Czollich, Valentin Rottensteiner und David Schäfer.

    Nahaufnahme zu Anita Pichler

    Ort: Literaturhaus

    Eine Annäherung von Barbara Siller und Erika Wimmer

    Anita Pichler, 1948 in Schenna / Südtirol geboren, 1997 in Bozen gestorben, hat ein sehr vielfältiges und spannendes Werk hinterlassen. Es überrascht immer wieder in seiner Rätselhaftigkeit und Subversivität: Aufbrüche, Reisen, die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Begegnungen sowie ein fortwährendes Fremdheitsgefühl sind einige der Schlüsselthemen. Formal ragt die Autorin aufgrund ihrer originellen, assoziativen und motivorientierten Schreibweise heraus. Anita Pichler zog mit 17 Jahren nach Triest. Sie studierte in Venedig und Prag Moderne Sprachen und Literatur. In Venedig arbeitete die Autorin als Übersetzerin, Dolmetscherin, Verlagsredakteurin sowie als Universitätslektorin. 1986 erschien ihre erste Erzählung Die Zaunreiterin im Suhrkamp Verlag, mit der sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teilnahm. In der Folge veröffentlichte sie die Erzählungen und Texte Wie die Monate das Jahr (1989, Suhrkamp), Die Frauen aus Fanis (1992, Haymon), Beider Augen Blick. Neun Variationen über das Sehen (1995, Haymon).

      Ich hab gar nichts erreicht: Carl Dallago 1869–1949“

      Ort: Literaturhaus

      Präsentation der Biographie von Anton Unterkircher zu Carl Dallago
      Es liest: Sebastian Baur

      Sonderling, Rebell, Anarchist, Naturapostel: dies sind nur einige der Bezeichnungen, mit denen die Persönlichkeit Carl Dallagos (18691949) zu fassen versucht worden ist. Der gutsituierte Bozner Kaufmann und Familienvater brach 1900 mit der bürgerlichen Scheinwelt und lebte seitdem als freier Schriftsteller und Lebensphilosoph. Bei den deutschnationalen und antiklerikalen Jung-Tirolern in Innsbruck wurde der „Aussteiger“ freudig begrüßt, doch politische Agitation war seine Sache nicht. Dallago war ein franziskanischer Mensch, beseelt von einer großen Liebe zur Schöpfung. Er versuchte ein einfaches und ursprüngliches Leben zu führen und wollte mit seinem Beispiel dem Verfall der Welt entgegensteuern. Obwohl er sich durch seine Polemiken, vor allem durch die scharfe Kirchenkritik, ins Abseits stellte, hatte er doch bedeutende Kontakte, u.a. mit Max von Esterle, Albin Egger-Lienz, Karl Kraus, Georg Trakl und Hermann Broch.

        literatur: ukraine 17.–19. Oktober

        Donnerstag, 17. Oktober, 19 Uhr
        Buchhandlung Haymon, Sparkassenplatz 4

        Noch ist die Ukraine nicht gestorben

        Lesung und Diskussion mit Andrej Kurkow, Maria Matios, Tanja Maljartschuk, Ljubko Deresch
        Lesung: Andrej Kurkow und Tanja Maljartschuk / Diskussion: Zur gesellschaftlichen und politischen Situation in der Ukraine
        Moderation: Susanne Scholl

        Freitag, 18. Oktober, 19 Uhr
        Literaturhaus am Inn

        Lange Nacht der Ukrainischen Literatur

        Lesungen (ukrainisch / russisch / deutsch) mit Einführungen
        mit Andrej Kurkow, Maria Matios, Tanja Maljartschuk, Ljubko Deresch

        Samstag, 19. Oktober, 11 Uhr
        Literaturhaus am Inn

        Im Fokus: Literarisches Leben in der Ukraine

        Matinée mit Maria Matios und Ljubko Deresch
        Moderation: Gabriele Wild

        Freitag, 18. Oktober
        Institut für Slawistik

        Lehrveranstaltung: Workshop zur Literaturkritik
        Leitung: Univ.-Prof. Dr. Andrea Zink

        Eine Veranstaltungsreihe von Literaturhaus am Inn, Haymon Verlag und Universität Innsbruck / Institut für Slawistik
        Übersetzung bei den Veranstaltungen: Institut für Slawistik

         

         

         

         

          Walter Klier

          Ort: Literaturhaus

          Moderation: H. W. Valerian

          Er ist vierundzwanzig. Er fühlt sich als Dichter. Er schreibt ein Buch. Er sucht für das Buch einen Verleger. Er verliebt sich am laufenden Band. Er nimmt an einem literarischen Wettbewerb teil. Seine Großmutter stirbt. Er ist achtundzwanzig. Er stürzt beim Klettern ab. Er geht für ein Jahr nach Frankreich. Dreißig Jahre später sucht er seine Zettel von damals zusammen, versucht sich zu erinnern, aufzuschreiben: Wie es denn war, damals, als man gerade nicht mehr so richtig jung war.Walter Klier erzählt in Der längste Sommer vom Gefühl einer ganzen Generation, vom schwierigen Erwachsenwerden zwischen Anspruch und Wirklichkeit, von Liebesnöten und Selbstzweifeln, gewährt aber auch einen ironischen Blick auf einen Literaturbetrieb, der sich selbst oft allzu ernst nimmt.

          Walter Klier: Der längste Sommer. Roman. Limbus 2013

            @kulturjournalismus. Zur Lage von Kunst und Kultur in den Medien

            Ort: Literaturhaus

            Moderation: Gabriele Wild

            Cornelius Hell und Michalea Monschein im Gespräch.

            Was bedeutet (Kultur)journalismus heute? In einer Zeit, wo viele qualitätsvolle Printmedien unter massiven Druck der Medienverlage stehen und sich finanziell kaum mehr halten können, wo anspruchsvolle Radio- oder Fernsehsendungen dem Druck der „Quote“ ausgesetzt sind und das Internet als medialen Mitbewerber haben, stellen sich viele Fragen: Hat die Form des Feuilletons in einer beschleunigten und flüchtig gewordenen Zeit überhaupt noch Bestand? Wo finden die großen geistigen und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen mittlerweile statt, wenn sie denn stattfinden? Internet und Web 2.0 scheinen neue Möglichkeiten der Vermittlung und Partizipation mit sich zu bringen, in Blogs oder auf Amazon kann sich beispielsweise jeder / jede in aktuelle kulturelle Debatten einbringen. Inwiefern aber gelten hier Qualitätskriterien? Welche Rolle nimmt der Kulturjournalist, die Kulturredakteurin heute ein?

              Peter Henisch

              Ort: Literaturhaus

              Moderation: Joe Rabl

              Ein Roman über die Magie des Erzählens – Italien 1944: Kurz vor Kriegsende landet in San Vito in der Toskana ein amerikanischer Soldat mit seinem Fallschirm mitten in einem malerischen Renaissancegarten, ausgerechnet unter dem Fenster der englischen Gouvernante, die ihn vor den deutschen Besatzern versteckt. Das ist die Geschichte von Mortimer und Miss Molly, eine Liebesgeschichte. Jedenfalls der Anfang davon, wie sie knapp dreißig Jahre später ein alter Amerikaner erzählt, als er Julia und Marco kennenlernt, die es nach San Vito verschlagen hat. Am nächsten Morgen ist er verschwunden. Und so beginnt das junge Paar, die Geschichte der beiden für sich selbst fortzuspinnen.

              Peter Henisch: Mortimer & Miss Molly. Roman. Deuticke 2013

                Birgit Unterholzner

                Ort: Literaturhaus

                Moderation: Anna Rottensteiner

                Birgit Unterholzner verknüpft in ihrem neuem Roman die Lebensfäden unterschiedlichster Frauen: Marilena lebt ihr bürgerliches Leben in einer Kleinstadt, in der sie sich nicht zuhause fühlt; mit ihrem Sohn Leo verbindet sie eine tiefe Beziehung, und widerwillig pflegt sie ihre Tante Regine, eine mürrische alte Frau; Lelee, die Äthiopierin, hat auf ihrer Flucht nach Europa das Teuerste verloren, was sie hatte, und doch gibt sie nicht auf. Allen ist gemeinsam, dass sie Träume haben, Träume, die um ihre Geheimnisse, Hoffnungen und Sehnsüchte kreisen.  

                Jeder ihrer Figuren begegnet Unterholzner mit Zuneigung und Respekt und findet für sie die ihr eigene Sprache. Und so entsteht ein Kosmos weiblicher Lebensgeschichten aus einem spannungsreichen Bogen heraus, geschrieben „mit einer Leichtigkeit und Präzision, die eindrücklich und verzaubernd zugleich sind“ (Karin Berndl, Literaturhaus Wien).

                Birgit Unterholzner: Für euch die ihr träumt. Roman. edition laurin 2013

                  Wilhelm Genazino

                  Ort: Literaturhaus

                  Moderation: Gabriele Wild

                  Die typischen Genazino-Helden sind äußerlich angepasst, innerlich jedoch ist ihnen die Welt, in der sie leben, längst zu viel geworden. Sie sind Flaneure, die sich in ausgedehnten Spaziergängen durch die Stadt ihre eigene Welt zusammenreimen. In gewisser Weise sind sie Aussteiger aus einer Konsum- und Arbeitswelt, die sie zunehmend als absurd wahrnehmen. Mit wachsender Verzweiflung bemühen sie sich um etwas, das Genazino in Wenn wir Tiere wären als „die allgemeine Lebensersparnis“ bezeichnet hat, und die Flucht vor den Zumutungen des Alltags meint. In seinen Werken, die seit jeher eng mit der Stadt Frankfurt/M. verbunden sind, beschreibt der 2004 mit dem Georg-Büchner Preis ausgezeichnete Wilhelm Genazino die Misere des ganz normalen menschlichen Daseins. Dabei konzentriert er sich immer auf das Wesentliche und gerade diese unbestechliche Klarheit, in der die Lächerlichkeit, die (unfreiwillige) Komik, aber auch die Mangelhaftigkeit und Bedeutungslosigkeit des eigenen Daseins entlarvt werden, ist es, die den Lesenden nahe geht: „Sich in Genazinos Büchern wiederzuerkennen bedeutet, der eigenen Unzulänglichkeit ins Gesicht zu blicken.“ (FAZ, 22.1.2013)

                  Wilhelm Genazino liest aus seinen Werken Die Liebesblödigkeit (2005) und Wenn wir Tiere wären (2011). Ironisch, witzig und böse erzählt der Autor von einer Gegenwart, die jeden tagtäglich überfordert.

                  Wilhelm Genazino: Die Liebesblödigkeit. Roman. Hanser Verlag 2005
                  Wenn wir Tiere wären. Roman. Hanser Verlag 2011

                   

                    Cornelius Hell und Sigitas Parulskis

                    Ort: Literaturhaus

                    [ Im Fokus: Litauen]
                    Ein Abend über österreichisch-litauische Beziehungen in der Literatur

                    Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Österreich eine litauische Exilliteratur, vor allem in Innsbruck, wo Henrikas Nagys (1920–1996), einer der bedeutendsten litauischen Lyriker, von 1945 bis 1949 studierte, 1946 im Eigenverlag seinen ersten Gedichtband herausgab und 1949 mit der Arbeit „Georg Trakls Weg vom Impressionismus zum Expressionismus“ dissertierte. Erst in jüngster Zeit ist in Litauen ein sensationeller Fund aufgetaucht: das handschriftliche Tagebuch von Henrikas Nagys aus dem Jahr 1945. Für das Dossier des aktuellen Heftes von Literatur und Kritik hat Cornelius Hell einen Auszug daraus übersetzt und die wichtigsten Essays, Briefe, Tagebuch-Aufzeichnungen und Gedichte litauischer AutorInnen ausgewählt, die sich seit den 1920er Jahren in Österreich aufgehalten haben.

                    [ In dieser Veranstaltungsreihe legen wir den Fokus auf die Literatur und literarische Systeme in anderen Ländern und Kulturkreisen. ]

                      Elisabeth Reichart

                      Ort: Literaturhaus

                      Moderation: Erika Wimmer

                      Elisabeth Reichart entdeckt in ihrem Gedichtband In der Mondsichel und anderen Herzgegenden das Genre der Lyrik für sich. Die poetische Sprache ihrer Romane und Erzählungen verdichtet sich hier zu Augenblicken der Schönheit, der Liebe, zu Träumen und der Trauer über ihren Verlust. Zeit und Entfernung verschwinden in dieser Lyrik, die bekannte und unbekannte Orte bereist, sich in der Natur niederlässt, zwischen Frau und Mann, Armut und Reichtum, Vergangenheit und Heute, Abschiednehmen und Ankommen. Die thematische Reichhaltigkeit spiegelt sich wider in der sprachlichen Vielfalt, im Nebeneinander von dichtkomponierten, fast hermetischen Gedichten und erzählender Lyrik, deren sinnliche Erfahrungen die Sprache vibrieren lassen.

                      Elisabeth Reichart: In der Mondsichel und anderen Herzgegenden. Gedichte. Otto Müller Verlag 2013

                        Kann Literatur (noch) die Welt verändern?

                        Ort: Literaturhaus

                        Moderation: Anna Rottensteiner

                        Norbert Gstrein und Christian Quendler im Gespräch.

                        Inwiefern haben Texte, also „Weltwissen“ in Form von gedruckten Büchern, Einfluss darauf, wie jede(r) Einzelne die Welt wahrnimmt und infolge am gesellschaftlichen Diskurs teilnimmt? Kann die Lektüre von Gedrucktem, insbesondere von literarischen Texten, soweit in die eigene Persönlichkeitsbildung und in das Kollektiv der Gesellschaft eingreifen, dass sie (radikale) Handlungen auslöst, wenn man die Literatur tatsächlich „wörtlich“ nimmt?

                          Michail Bulgakow

                          Ort: Literaturhaus

                          Mit Alexander Nitzberg

                          Riesige Kater auf den Hinterpfoten, Papierschnipsel, die zu Geld werden, splitternackte Frauen über dem Kreml, Köpfe, die rollen und Schweine, die fliegen – das alles bildet nur eine winzige Schicht dieses verzwickten und subversiven Stadtlabyrinths. Meister und Margarita von Michail Bulgakow (1891–1940), einem Schriftsteller und Arzt, zählt zu den Grundbüchern der Weltliteratur und gilt als der wichtigste russische Roman des 20. Jahrhunderts. Als solcher inspirierte er zahllose Künstler, wie die Rolling Stones, Andrzej Wajda und Patti Smith. In der Neuübersetzung von Alexander Nitzberg bekommt das Werk im Deutschen eine neue Dimension – die poetische.

                            Thomas Stangl

                            Ort: Literaturhaus

                            Moderation: Barbara Siller

                            „Scheint dir nicht auch, dass deine Kindheit endlos war und irgendwo noch immer existieren muss, während dein Erwachsenenleben ganz beiläufig vorbeigezogen ist, fast beliebig, du kannst beliebig ein paar Jahre ausstreichen oder überhaupt alles neu schreiben?“ (Aus: Regeln des Tanzes)

                            Stangls vierter Roman ist ein Zustandsbericht rund um den Imperativ herum – „du sollst dein Leben ändern“ –, der die Veränderung des schlechten Bestehenden verlangt: Da ist eine junge Frau, die als Demonstrierende gegen die neue, rechtslastige Regierung in Wien im Februar 2000 durch politisches Handeln ein neues Existenzgefühl erfährt. Ihre Schwester Mona geht zur selben Zeit einen ganz anderen Weg, der in einem schockierend befreienden acte gratuit endet. Und 15 Jahre später gerät ein Dr. Walter Steiner in eine existenzielle Krise, da seine Frau ihn verlässt; gleichzeitig verbindet ihn der zufällige Fund von alten Bildern mit diesen zwei Frauen und stellt neue Zusammenhänge her. Die drei Personen dieses Romans durchstreifen Wien zu unterschiedlichen Zeiten und versuchen auf unterschiedliche Weisen in der Wirklichkeit anzukommen – durch politisches Engagement, durch Kunst oder durch die Aufkündigung aller existierender Zwänge. Stangls Roman ist eine hypnotische Meditation über unsere Gegenwart und die Rolle, die der Kunst darin und in unserem Leben zukommt, ein Roman voller magischer Momente.

                            Thomas Stangl: Regeln des Tanzes. Roman. Droschl Verlag 2013

                            Lesen Sie dieses Mal im Inn-Lesebuch unter literaturhaus.uibk.ac.at: Ein Auszug aus Regeln des Tanzes

                              Weil ich an euch glaube … “ – Religion und Öffentlichkeit

                              Ort: Literaturhaus

                              Moderation: Martin Fritz

                              Hans Augustin und Wolfgang Palaver im Gespräch.

                              Nicht erst seit dem Wahlkampf zur österreichischen Nationalratswahl 2013 sind religiös grundierte Slogans politik-fähig; die Frage nach dem Verhältnis von Religion und Staat beschäftigt vielmehr Staatstheorien seit der Antike ebenso wie theologische. In unserer Gegenwart scheinen sich zwei Positionen gegenüberzustehen: Die erste ist davon überzeugt, dass nach der Dekonstruktion aller Werte ab der 68er Bewegung eine Rückbesinnung auf jene christlich-jüdischen Werte nötig sei, die das Fundament der westlichen Gesellschaften darstellen, auch als Basis gegen die „drohende Islamisierung“. Die andere Position hingegen sieht in der Rückkehr der Religion(en) eine Gefahr, weil religiöse, also gesetzte und daher unhinterfragbare Werte sich dem demokratischen Prozess entzögen, der danach fragen soll, wie eine Gesellschaft bzw. kollektives Handeln zu gestalten sind.

                                Marlen Schachinger und Joachim Zelter

                                Ort: Literaturhaus

                                Moderation: Anna Rottensteiner

                                Sowohl Marlen Schachinger als auch Joachim Zelter thematisieren in ihren neuesten Publikationen die Position des Autors im heutigen Literaturbetrieb, wenn auch auf völlig unterschiedliche Art und Weise.

                                Klug geflunkert ist halb gewonnen – so lautet der Lebensgrundsatz Mario Kamovs, einem der Hauptprotagonisten in Marlen Schachingers Roman denn ihre Werke folgen ihnen nach. Seine Karriere als Bestsellerautor basiert auf einem Diebstahl: Die bei einem Verlagseinbruch entwendeten Manuskripte bearbeitete und publizierte er – mit beachtlichem Erfolg – als eigene Werke. Jahrzehnte später wird ihm seine Irreführung zum Verhängnis. Um aller Welt zu beweisen, dass er ein angesehener Schriftsteller ist, trotzdem man ihn immer der Unterhaltungsliteratur zurechnete, nimmt er einen Lehrauftrag für Poetik an einer Universität an. Unter seinen Studierenden befindet sich auch Luca, dessen Mutter eine der bestohlenen AutorInnen ist. … Das Katz-und-Maus-Spiel wird letztlich zu einem Konkurrenzkampf, den nur einer von beiden überleben kann. Allzu gern würde Mario seinen Mentee ins Jenseits befördern, was er nicht wagt, denn sein ist das Wort, aber nicht die Tat.