Veranstaltungen 2014

Mar­ga­ri­tha Wanit­schek und Caro­li­na Schutti

Bildwechsel – Blickwechsel

Vernissage und Lesung

Bildwechsel im Literaturhaus: In der nächsten Zeit können Sie im Literaturhaus „neue Bilder“ sehen; die Schwazer Künstlerin Margaritha Wanitschek stellt bei uns eine kleine Auswahl aus ihrem umfangreichen und vielschichtigen Werk aus. Das neue Jahr beginnt auch mit einem neuen Text: Carolina Schutti wird aus der Novelle Eulen fliegen lautlos lesen.

Zum Anklang lädt das Literaturhaus zu einem Glas Sekt.

Margaritha Wanitschek, freischaffende Künstlerin, lebt und arbeitet in Schwaz. Nach der Matura Studien in Paris und Wien zu Malerei, Theologie, Philosophie sowie Erfahrungen am Theater am Petersplatz Wien. Nach ihrer Rückkehr nach Schwaz u. a. Werbegraphikerin bei Swarovski. Ausstellungen u. a. im Museum St. Johann, Rabalderhaus, artdepot Innsbruck. Aufträge sowie Preise für Kunst im Öffentlichen Raum.

Carolina Schutti, geboren 1976, studierte Germanistik, Anglistik, Amerikanistik und Konzertgitarre. Neben literaturwissenschaftlichen Artikeln, Rezensionen und Kolumnen veröffentlichte sie seit 2006 Erzählungen und Gedichte in Literaturzeitschriften und Anthologien, das Hörspiel Kalte Asche (zusammen mit Ralph Schutti, ORF 2011) sowie die Romane Wer getragen wird, braucht keine Schuhe (2010) und einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein (2012, beide: Otto Müller)

www.carolinaschutti.org

Alban Niko­lai Herbst und Uwe Schütte

Moderation: Renate Giacomuzzi

Argo. Anderswelt ist der umfangreichste und letzte Teil der Anderswelt-Trilogie (Thetis, 1998 und Buenos Aires, 2001) von Alban Nikolai Herbst. Der 872 Seiten umfassende neue Roman ist die Fortsetzung einer modernen Odyssee durch eine zukünftige Welt, in der sich aber unsere Gegenwart sehr deutlich erkennen lässt: Die Überschreitung der Grenzen zwischen Ost und West, Mensch und Technik, Realität und Fiktion führt zu desaströsen Verschiebungen, doch je finsterer sich die von Herbst gezeichnete Cyberwelt darstellt, umso erhellender wirkt sie als Spiegelbild unserer Gegenwart. Wie schon in den vorangegangen Bänden mischt der Autor Realien und Fingiertes wild durcheinander und lässt die Leser zweifeln, ob die erzählende Figur Deters nicht doch dem realen Autor näher ist als der ebenfalls im Romangeschehen auftauchende „Herbst“.

Jour­na­lis­tisch? Ästhe­tisch? Literarisch?

Ort: Literaturhaus

Moderation: Anna Rottensteiner

Rainer Merkel und Andrei Siclodi im Gespräch.

Täglich konfrontieren die Medien mit Informationen über Krisenländer, Katastrophen, Kriege und Konflikte. Dabei stößt der klassische Journalismus in seiner Definition, Informationen für eine größtmögliche Anzahl von Menschen aufzuarbeiten, an seine Grenzen und hinterlässt bei den ZuseherInnen oft ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins. Information wird zur Konsumware, Verstrickungen und Hintergrundinformationen kommen selten zu Wort; es scheint Zeit für „Metamedien“ zu sein, für „die erklärende Sparte“.

Rai­ner Merkel

Ort: Literaturhaus

Rainer Merkel erzählt in seinem Roman Bo mit waghalsiger Leichtigkeit eine Reise durch die afrikanische Welt und das Erwachsenwerden dreier Heranwachsender. Benjamin, der mitten in der Nacht allein am Flughafen von Monvrovia steht, da ihn sein Vater, Entwicklungshelfer in Liberia, nicht abholt, trifft auf den blinden Bo und die wohlstandsverwöhnte Brilliant. Zu dritt machen sie sich auf und ihre vom Autor kunstvoll verwobene Abenteuergeschichte wird zu einer rasanten Road-Novel.

Her­aus­ge­ber Erwin Köst­ler prä­sen­tiert die Slo­we­ni­sche Bibliothek

Ort: Literaturhaus

[ Im Fokus: Slowenien ]

Erika Wimmer liest aus den Texten

Haben Sie schon einmal von Zofka Kveder gehört – der polyglotten Zeitgenossin Ivan Cankars, die die erste slowenische Berufsschriftstellerin und schon zu Lebzeiten eine Ikone der südslawischen Frauenbewegung war? Sind Ihnen Ivan Pregelj und Vladimir Bartol ein Begriff – beides Autoren der Zwischenkriegszeit, der eine ein strenger katholischer Expressionist, der andere ein menschenerforschender Insektenkundler und, ja, doch: ein posthumer Bestsellerautor? Kennen Sie Vitomil Zupan, der die slowenische Literatur schon in den 1930er Jahren aufzumischen begann und nach dem Krieg eine der verrufensten Figuren der slowenischen Literatur war? Oder Marjan Rožanc, der in den bleiernen 1970er Jahren zu einem der großen Überwinder ideologischer Tabus wurde?

Albert Camus, Glücks­su­cher zwi­schen Alge­ri­en und Frankreich

Ort: Literaturhaus

Vortrag von Julia Pröll
Mit einer Lesung von Florian Eisner

Der 100. Geburtstag des französischen Schriftstellers und Philosophen Albert Camus im vergangenen Jahr war der Anlass für zahlreiche Publikationen zu seinem Leben und Werk, aber auch, um sich erneut mit den Gedanken des Denkers auseinanderzusetzen. Der 1913 in Algerien geborene Albert Camus suchte in seinen Werken nach moralischen Grundsätzen und Positionen, die mehr denn je auch unsere Gegenwart betreffen – sowohl in seinen literarischen als auch in seinen philosophischen Werken.

Mari­on Poschmann

Ort: Literaturhaus

Moderation: Gabriele Wild

Der Rheinländer Altfried Janich findet nach der Wiedervereinigung eine Stelle im „Ostschloss“, einem heruntergekommenen Barockbau, der neuerdings eine psychiatrische Anstalt beherbergt. Hier hält er es für seine Aufgabe, seinen Patienten gegenüber die Sonnenposition einzunehmen: ihnen Orientierung und eine Quelle des Trostes zu sein. Als sein Freund Odilo durch einen rätselhaften Autounfall zu Tode kommt, gerät er selbst auf die Nachtseite der Dinge. Tagsüber rücken ihm die Patienten zu nahe, nachts geistert er durch die Säle, als sei Odilos Schlaflosigkeit auf ihn übergegangen, und es bedrängen ihn Erinnerungen: Es scheint, als ob Altfrieds ganzes bisheriges Leben auf die Situation im Schloss zuläuft: Alle Geschichten enden hier, und bald stellt sich die Gewissheit ein, dass er aus dem Schloss nicht mehr wegkommen wird.

Roman Ehr­lich

Ort: Literaturhaus

Moderation: Paul Jandl

Das Land ist eingeschneit. Ein junger Mann wandert in Das kalte Jahr an einer Autobahn entlang. Einsame Felder, Jauchegruben, Rasthöfe und fensterlose Möbelhäuser sind die Stationen seines Weges. Das Ziel ist ein Dorf am Meer, am Rande eines ehemaligen Militärgebietes, wo sein Elternhaus steht. Müde und erschöpft muss er bei seiner Ankunft jedoch feststellen, dass die Eltern verschwunden sind. Ein geheimnisvoller Junge öffnet ihm die Tür. Schweigsam und störrisch zieht sich dieser in der darauffolgenden Zeit meist in das Kinderzimmer zurück, wo er an einem mysteriösen Projekt arbeitet. Nach und nach finden die beiden Zugang zueinander. Was sie verbindet, sind Geschichten. Historische Geschichten von Auswanderern und Naturkatastrophen. Aber auch nacherzählte Geschichten aus dem Fernsehen, die den Jungen begeistern. – Am Ende steht mitten in der Eislandschaft ein Haus in Flammen, und in den Augen der Dorfbewohner spiegelt sich weit mehr als die Farbe des Feuers.

Mar­ja­na Gapo­nen­ko und Cor­du­la Simon

Ort: Literaturhaus

Moderation: Julia Rhomberg

Wer ist Martha? ist ein wunderbar kühner Roman. Es geht um die Freude am Dasein, die Würde des Menschen, die Liebe zur Schöpfung. Wer Martha ist, wird hier nicht verraten, aber über Luka Lewa-dski kann Folgendes berichtet werden: Ornithologe aus der Ukraine und der Verfasser der bahnbrechenden Studie Über die Rechenschwäche der Rabenvögel. Über seine Forschungen ist er in die Jahre gekommen und 96 geworden. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sagt der Arzt. Und die will genützt sein, sagt sich Lewadski. Also reist er nach Wien, steigt im noblen Hotel Imperial ab und lernt im Fahrstuhl einen Altersgenossen kennen, dem der Lebensfaden auch schon reichlich kurz geworden ist. Die beiden in die Jahre gekommenen Herren finden ihren Platz in der Hotelbar, kommentieren die Frisuren der Damen, rekapitulieren das mörderische vergangene Jahrhundert und träumen von der Revolution. Phantastisch und originell, lebendig und frech – so zeigt sich die Romanwelt von Marjana Gaponenko.

Ein Abend zu Her­mann Kuprian

Ort: Literaturhaus

Begrüßung: Sebastian Donat

Hermann Kuprian – Erinnerungen an literarische Konflikte:

Vortrag von Sigurd Paul Scheichl
Zum Nachlass von Hermann Kuprian:
Anton Unterkircher und Christine Riccabona

Eine Vitrinenausstellung zeigt Materialien aus dem Nachlass.