Veranstaltungen 2014

Andreas Neeser

Ort: Literaturhaus

Moderation: Gabriele Wild

Ein Paar pflückt Muscheln auf den Granitfelsen von Feunteun Aod in der Bretagne, als unvermittelt eine mächtige Brandungswelle vor den beiden aufsteigt. Véro wird unwiederbringlich ins offene Meer hinausgetragen, der Mann überlebt wie durch ein Wunder. Und genau das ist sein Problem. Die körperlichen Verletzungen lassen sich kurieren – wie aber das Schicksal des Überlebenden annehmen?

    Thomas Bernhard und Gerhard Fritsch: Der Briefwechsel

    Ort: Literaturhaus

    Moderation: Annette Steinsiek

    Martin Huber und Florian Eisner

    Der Briefwechsel zwischen zwei der wichtigsten Autoren in Österreich seit den 1950er Jahren wurde 2013 im Korrektur Verlag veröffentlicht, der vom Suhrkamp-Lektor und Präsidenten der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft, Raimund Fellinger, gegründet wurde. Er umfasst knapp 50 Briefe, Karten und Ansichtskarten und erlaubt einen Einblick in die verdeckten Hintergründe der Produktion und Vermittlung von Literatur. Der Kontakt zwischen Fritsch und Bernhard erstreckt sich von 1956 bis 1968 und gibt auch neue Einblicke in den Beginn von Bernhards „Karriere“ als Schriftsteller, macht dieser doch in Fritsch die Person aus, die ihm behilflich sein kann. Denn Fritsch sitzt an wesentlichen Schaltstellen im österreichischen Literaturbetrieb: Er ist Redakteur bei den Zeitschriften Wort in der Zeit sowie Literatur und Kritik, berät zeitgleich zwei Verlage und ist Mitglied mehrerer Jurys. Für Gerhard Fritsch war Bernhard durch seine literarische Kompromisslosigkeit eine Art Vorbild für die eigene, nicht weniger geradlinige, literarische Arbeit.

      Krimi und Kritik

      Ort: Literaturhaus

      Moderation: Martin Fritz

      Thomas Wegmann im Gespräch mit dem/der Autor/in von „Innsbruck liest“.

      Das Lesen von Krimis wird durch die Verlage oft mit Schlagworten wie Entspannung und Unterhaltung beworben: sich zurücklehnen, das Böse und das Gute erkennen und beruhigt das Buch schließen, nachdem das Böse besiegt wurde.

        Elke Laznia und Mona Müry

        Ort: Literaturhaus

        Moderation: Anna Rottensteiner

        Der Müry Salzmann Verlag wurde 2009 von Mona Müry und Christian Dreyer gegründet. Er verlegt Bücher über Architektur, Kunst, Theater, Geschichte, Kultur und Lebenskunst und ein feines kleines literarisches Programm, in dem sich neben Veröffentlichungen berühmter Autoren wie Walter Kappacher sehr eindrucksvolle Debüts von jungen Autorinnen und Autoren finden.

          Podiums-Gespräch mit Egyd Gstättner, O. P. Zier und Walter Thaler

          Ort: Literaturhaus

          Moderation: Sigurd Paul Scheichl

          Anstoßen und Aufrütteln – Mittel gegen die „Neue Rechte“

          Impulsreferat: Walter Thaler

          Österreichische Autorinnen und Autoren, die sich ins politische Geschehen einmischen, Missstände aufzeigen, gegen den „politischen Feind“ polemisieren und ihn satirisch aufs Korn nehmen – es gibt sie tatsächlich immer noch. Mit ihren Texten, in Essays, Zeitungsartikeln oder Interviews mischen sie sich ein, erregen Anstoß und rütteln auf. Doch womit kann man heute als Künstler noch provozieren? Was sind die Tabus in einer scheinbar tabufreien gesellschaftlichen Situation? Wie werden Künstler/innen und Literat/innen, die Unrecht und Missstände beim Namen nennen, verfolgt und von wem? Der Literatur- und Politikwissenschaftler Walter Thaler  – Der Heimat treue Hasser. Schriftsteller und Politik in Österreich (nap, Wien 2013) – berichtet über einige der spannendsten Fälle, in denen die Literatur öffentlich Anstoß erregt hat, und diskutiert mit den beiden Autoren.

          Eine Kooperationsveranstaltung zwischen Literaturhaus am Inn und dem Cluster Kunst & Kultur im Konflikt

            Wider die Überflüssigkeit

            Ort: Literaturhaus

            Moderation: Ekkehard Hey-Ehrl

            Ilija Trojanow im Gespräch mit Josef Nussbaumer.

            Der überflüssige Mensch – so lautet der Titel des Essays von Ilija Trojanow, in dem er, so der Untertitel, die Frage nach der Würde des Menschen im Spätkapitalismus stellt.

            Wer nichts produziert und nichts konsumiert, ist überflüssig – so die mörderische Logik des Spätkapitalismus. Überbevölkerung sei das größte Problem unseres Planeten – so die internationalen Eliten. Doch wenn die Menschheit reduziert werden soll, wer soll dann verschwinden, fragt Trojanow in seiner humanistischen Streitschrift wider die Überflüssigkeit des Menschen. In seinen eindringlichen Analysen schlägt er den Bogen von den Verheerungen des Klimawandels über die Erbarmungslosigkeit neoliberaler Arbeitsmarktpolitik bis zu den massenmedialen Apokalypsen, die wir, die scheinbaren Gewinner, mit Begeisterung verfolgen.

              Karl-Markus Gauß

              Ort: Literaturhaus

              Moderation: Anna Rottensteiner

              Pointierte Glosse, eleganter Essay, kulturkritische Polemik, selbstironische Erzählung: Karl-Markus Gauß, „einer der größten Stilisten der Gegenwartsliteratur“ (Günter Kaindlstorfer), verfügt über viele Formen und Tonlagen. Der „Welt-Alltag“ ist das unbekannte Terrain, das er seit dreißig Jahren literarisch erkundet, scharfsinnig, gelehrt und witzig. In der nun veröffentlichten Sammlung seiner kleinen Prosa erzählt er von den einfachen und den verwirrenden Dingen des Lebens, von den Verheißungen des Fortschritts und seinen eigenen Vorurteilen, von weltberühmten Medienfiguren und vergessenen Schriftstellern. Worüber er auch schreibt, über die Aufrüstung der Sexualität, die Abschaffung der Peinlichkeit, die Muttersprachen als Urgrund von Selbstbewusstsein, Phantasie und Revolte, stets überzeugt er mit der Originalität seiner Gedanken, der Eleganz seiner Sprache. In seinen wie mit leichter Hand verfertigten Feuilletons und seinen weitgespannten Essays wird das Bekannte fremd, das Unbekannte vertraut, und durch alle Kritik hindurch findet der Autor immer wieder zur Feier des alltäglichen Lebens, zum Lob der Sprache und zum Glück des Schreibens.

              Karl-Markus Gauß: Lob der Sprache, Glück des Schreibens. Otto Müller 2014

                Antonio Fian

                Ort: Literaturhaus

                Moderation: Robert Renk

                Artur führt eine unspektakuläre, in geordneten Bahnen verlaufende Ehe mit der Mittelschullehrerin Rita, jobbt, obwohl Akademiker, in einem Kopierzentrum und als Nachhilfelehrer und ist ganz allgemein nicht sonderlich ehrgeizig oder anspruchsvoll. Bis eines Tages eine gewisse Alice den Copyshop betritt und eine Notiz hinterlässt …

                Was nun ins Rollen kommt, ist eine Zeit lang ausgesprochen komisch, aber diese Komik nimmt unversehens immer düsterere, schließlich grauenhafte, wie einem Splattermovie entsprungene Formen an, und die bisher so satten und zufriedenen, vielleicht sogar glücklichen Romanfiguren sehen sich unausweichlich in Handlungen verstrickt, die weder sie sich selbst noch die Leser ihnen jemals zugetraut hätten.

                  Brita Steinwendtner

                  Ort: Literaturhaus

                  Moderation: Christine Riccabona

                  Ein Dorf, ein Bauernhaus, ein Bach: An diesem einen Punkt der Welt lebt Tom, ein Träumer und Vordenker, hier entwirft er seine mitreißenden Projekte für eine gerechtere Gemeinschaft, von hier aus geht er auf die Suche nach der Weite – den Himmeln Saskatchewans, den Songs von Bob Dylan und der Sehnsucht nach Liebe.

                    Versteckte Lesarten: Oskar Pastior

                    Ort: Literaturhaus

                    Moderation: Ursula Schneider

                    Vortrag mit Lucia Gorgoi, Verena Stross, Ursula Wittstock

                    Der rumäniendeutsche Lyriker und Übersetzer Oskar Pastior (1927, Hermannstadt / Sibiu – 2006 Frankfurt a. M.) stand im Zentrum des Buches Atemschaukel von Herta Müller (2009). Das Buch hat die aus ethnischen Gründen erfolgte Deportation des jungen rumäniendeutschen Protagoni-nisten in ein russisches Lager zum Inhalt, ebenso die Homosexualität des Protagonisten und seine Angst vor gesellschaftlichen Repressalien.