Veranstaltungen 2018

Stadtspaziergang mit Christoph W. Bauer & Iris Kathan

Ort: Walther Park

Moderation: Iris Kathan

Literarische Ortserkundung

„Lass uns Fremde sein! Wir gehen uns viel zu selten fremd, sind mit der Gewohnheit so intim geworden, dass wir uns ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen können.“ Wir wollen diese Einladung einer Figur in Christoph W. Bauers Roman Im Alphabet der Häuser (2007) wahrnehmen und uns auf eine literarische Erkundungstour durch St. Nikolaus begeben. Im besten Fall führt das „Fremdgehen“ durch den vertrauten Ort zu geweitetem Denken und neuen Wahrnehmungen.

Unkostenbeitrag: 5 Euro, Anmeldung unter literaturhaus@uibk.ac.at bis 28.06.

Treffpunkt: Walther-Denkmal im Waltherpark

    Ursula Krechel

    Ort: Literaturhaus

    Moderation: Jochen Jung

    Ursula Krechel: Geisterbahn. Roman. Jung und Jung Verlag 2018
    Lesung und Gespräch

    Mit ihrem Roman Geisterbahn setzt Ursula Krechel fort, was sie vielfach ausgezeichnet, mit Shanghai fern von wo und Landgericht begonnen hat: Sie folgt den Lebensspuren der Opfer und schafft aus historischen Zeugnissen ein bewegendes Bild deutscher Geschichte. Geisterbahn erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, die als Sinti der mörderischen Willkür des NS-Regimes ausgesetzt sind. Nach dem Krieg hat die Familie ihre Existenzgrundlage und jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Wer wie überlebt hat, danach fragt keiner. Die Geister der Vergangenheit, die sie mit niemandem teilen können, verharren über der Familie.

      Andrea Winkler

      Ort: Literaturhaus

      Moderation: Schutti Carolina

      Andrea Winkler: Die Frau auf meiner Schulter. Roman. Zsolnay Verlag 2018
      Lesung

      Ein Dorf an einem Fluss, eine Ruine, ein paarmal am Tag hält die Lokalbahn. Für Martha der Rückzugsort, um nach einer Reihe von Schicksalsschlägen wieder zu sich zu finden, zur Ruhe zu kommen. Zu vieles ist geschehen, als dass Martha weitermachen könnte wie bisher. Nach und nach – vom Winter bis zum Sommerbeginn – gelingt es ihr, sich dem Dorf gegenüber zu öffnen. Wie kaum eine andere Schriftstellerin sonst vermag Andrea Winkler die Dinge des Lebens – Freundschaft, Zugehörigkeit, Einsamkeit, Glück – mit einer sinnlichen, suggestiven und präzisen Sprache zu beschreiben.

        Politische Beteiligung vom Sofa aus? Digitale Partizipation und Demokratie

        Ort: Literaturhaus

        Moderation: Gabriele Wild

        Martin Fritz und Natascha Zeitel-Bank im Gespräch

        Das Internet und soziale Medien (wie Facebook oder Google) werden von vielen als Chance für die Demokratie gesehen, weil sie eine lebendige und vielfältige Partizipation vieler Menschen erlaubt, etwa in Form von Unterschriftenlisten oder Diskussionsforen. Andere wiederum warnen vor den Gefahren, wie Datenmissbrauch, Kommerzialisierung, Populismus oder Fake News. Im Montagsfrühstück diskutieren wir Chancen und Risiken digitaler Partizipation.

          Josef Oberhollenzer

          Ort: Literaturhaus

          Moderation: Christine Riccabona

          Josef Oberhollenzer: Sültzrather. Roman, Folio Verlag 2018
          Lesung und Gespräch

          Und wenn all die Räume der Erde voll wären mit Erinnerung? – Nach dem Sturz vom Baugerüst und der folgenden Querschnittslähmung beginnt Vitus Sültzrather zu schreiben. Es ist ein Schreiben gegen das Vergessen: Wie besessen, akribisch genau, vertraut er die Details, die nur er wissen kann, dem Papier an. Doch dann beginnt er das, was er aufgeschrieben hat, wieder zu vernichten, Seite für Seite abkratzend, abschabend, ein Vernichtungsfeldzug, der von seiner Umgebung, seiner Schwester, der Zugehfrau und deren Tochter nicht gestoppt werden kann.

           

            Karl-Markus Gauß

            Ort: Literaturhaus

            Moderation: Anna Rottensteiner

            Karl-Markus Gauß: Die Bibliothekarinnen von Renens. 2018 Otto Müller Verlag.
            Lesung und Gespräch

             

            Die Reden, die Karl-Markus Gauß im Lauf seines Schriftstellerlebens auf Einladung gehalten hat, stellen eine beeindruckende Facette seines Schreibens dar. Er gibt dem Genre in stilistischer Brillanz gleichzeitig das Literarische zurück so wie er dessen Grenzen unbekümmert überschreitet. Eine Auswahl von Reden aus den letzten 17 Jahren ist nun unter dem Titel Die Bibliothekarinnen von Renens im Otto Müller Verlag erschienen.

             

             

             

              Impro-Lesebühne mit Stefan Abermann, Katrin Rauch, Peter Giacomuzzi, C. H. Huber, Käthl und Ramona Pohn

              Ort: Literaturhaus downstairs

              Aktionstag #WasKannLiteratur

              Am Aktionstag erwartet Sie eine Tiroler Lesebühne der besonderen Art: Inspiriert von Ihren Beiträgen zur Aktion werden 6 Literatinnen und Literaten live Texte produzieren und vortragen. Außerdem präsentieren sie Amüsantes und Extraordinäres aus ihren Text-Mappen und Büchern. Seien Sie dabei und feiern Sie mit uns einen Abend lang die Möglichkeiten der Literatur!

                Ilinca Florian

                Ort: Literaturhaus

                Moderation: Gabriele Wild

                Ilinca Florian: Als wir das Lügen lernten. Roman. Karl Rauch Verlag 2018 
                Lesung und Gespräch

                Bukarest, Ende der achtziger Jahre. Der unbeschwerte Sommer, den die Familie am Schwarzen Meer verbracht hat, ist vorbei. Mit dem Herbst und der Rückkehr in die Großstadt ziehen auch die Sorgen des sozialistischen Alltags wieder ein. Die junge Erzählerin berichtet von der Welt der Erwachsenen und der Frage, die über allem schwebt: Gehen oder bleiben? Die Heimat verlassen und in eine Fremde reisen, die ein freies und unbeschwertes Leben verspricht? In direkter, unmittelbarer Sprache erzählt Ilinca Florian in ihrem Debutroman von einer Gesellschaft im Umbruch.

                Einen Auszug aus dem Roman finden Sie im Inn-Lesebuch.

                 

                 

                 

                 

                  Gottfried von Einem. Eine Komponistenbiographie als kulturgeschichtliche Untersuchung

                  Ort: Literaturhaus

                  Moderation: Annette Steinsiek

                  [Im Fokus: Brenner-Archiv]
                  Vortrag: Joachim Reiber

                  Joachim Reiber: Gottfried von Einem. Komponist der Stunde Null. Kremayr und Scheriau 2017

                  Kann und wie kann Musik Zeitgeist ausdrücken, kann man den Komponisten als Person in seinem Werk hören? Braucht es Text dafür oder welche Musiksprache können wir verstehen? Inwiefern gehört Gottfried von Einem (1918-1996) zur kulturellen Identität Österreichs? Worin liegt die Verbindung zur Schriftstellerin Christine Busta, deren Gedichte er vertont hat? Joachim Reiber wird sich in einem Vortrag und im Gespräch mit Annette Steinsiek obigen Fragen nähern.

                  Joachim Reiber ist Chefredakteur des Magazins Musikfreunde der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.Eine Veranstaltung von Brenner-Archiv und Brenner-Forum

                    Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit

                    Ort: Literaturhaus

                    Abschlusslesung des Instituts für kulturelle Kompostierung

                    Am 13. November 1918 verzichtete Karl I., amtierender König von Ungarn, auf jegliche Beteiligung an den Staatsgeschäften, nachdem er dies zwei Tage zuvor bereits als Kaiser von Österreich vollzog, und bescherte somit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie das Ende. Zu diesem 100-jährigen historischen Termin liest das Institut für kultureller Kompostierung und die Neigungsgruppe Kraus den zweiten Teil des Epilogs Die letzte Nacht und somit das Ende des Gesamtwerks. Gleichzeitig wird damit die fast fünfjährige Lesereihe zum 100-jährigen Gedenken an eine der blutigsten Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts beschlossen

                      Francesca Melandri

                      Ort: Treibhaus - Keller

                      Moderation: Anna Rottensteiner

                      Francesca Melandri: Alle, außer mir. Roman. Wagenbach-Verlag 2018

                      Deutsche Lesung: Sara Nunius (Schauspielerin)

                      Der große, erfolgreiche Bestseller-Roman Alle, außer mir der römischen Autorin Francesca Melandri, erschienen im Wagenbach-Verlag: eine Familiengeschichte, ein Porträt Italiens im 20. Jahrhundert, eine Geschichte des Kolonialismus und seiner langen Schatten, die bis in die Gegenwart reichen.

                        Mythos 1968 – was bleibt von der Protestbewegung?

                        Ort: Literaturhaus

                        Moderation: Gabriele Wild

                        Marcel Amoser & Peter Henisch im Gespräch


                        Peter Henisch, der heuer seinen 75. Geburtstag feierte, hat sich längst in die österreichische Gegenwartsliteratur eingeschrieben. Henisch versteht sich als „Autor mit politischem Anspruch“ und als solcher begleitet er seit über 40 Jahren kritisch und stets mit Ironie die österreichische Zeitgeschichte.
                        Im Diskussionsforum Montagsfrühstück im Literaturhaus am Inn wird Peter Henisch zum Thema „Mythos 1968 – was bleibt von der Protestbewegung?“ mit dem Historiker Marcel Amoser ins Gespräch kommen und u.a. danach fragen, inwiefern die Ideen und Ideale der 1968er Bewegung für die nachfolgenden Generationen noch von Bedeutung sind.


                        In Kooperation mit der Wagner‘schen Buchhandlung

                          Peter Henisch

                          Ort: Wagner'sche Buchhandlung

                          Moderation: Gabriele Wild

                          Peter Henisch: Siebeneinhalb Leben. Roman. Deuticke 2018

                          Peter Henisch präsentiert in der Wagner´schen Buchhandlung seinen aktuellen Roman Siebeneinhalb Leben (Deuticke), eine politische und geistreiche Auseinandersetzung mit der Gegenwart, in der sich Peter Henisch einmal mehr als ganz großen Erzähler präsentiert.

                            Hertha Kräftner 1928 bis 1951

                            Ort: Literaturhaus

                            Moderation: Dine Petrik

                            [Nahaufnahme]

                            Ein Gedenkabend mit Dine Petrik

                            Dine Petrik, Burgenländerin und Lyrikerin wie Kräftner, begibt sich in ihren Büchern Die Hügel nach der Flut. Was geschah wirklich mit Hertha K. (1997) und Die verfehlte Wirklichkeit (2011) auf die Spuren einer Dichterin, die lange Jahre in Vergessenheit geraten war. Zu ihren Lebzeiten stand sie am Beginn einer literarischen Laufbahn, die vielversprechend begann, aber mit dem Selbstmord der 23-jährigen Dichterin jäh endete. Das Werk, das sie hinterließ, ist schmal – Lyrik, Prosaskizzen und -fragmente, Tagebücher und Briefe. Heute gilt Kräftner als bedeutende österreichische Lyrikerin der Nachkriegszeit.

                              Nino Haratischwili

                              Ort: Literaturhaus

                              Moderation: Anna Rottensteiner

                              Nino Haratischwili: Die Katze und der General. Roman. Frankfurter Verlagsanstalt 2018
                              Lesung und Gespräch

                              Der heiß erwartete neue Roman der aus Georgien stammenden Autorin, Theaterregisseurin und Dramatikerin: Die Katze und der General (Frankfurter Verlagsanstalt). In ihm spürt die Autorin den Abgründen nach, die sich zwischen den Trümmern des zerfallenen Sowjetreichs aufgetan haben, und entwirft anhand der Lebensgeschichten unterschiedlicher ProtagonistInnen ein spannendes Szenario, beginnend Mitte der 1990er Jahre in einem einsamen Tal im Kaukasus.

                                Ralf Höller

                                Ort: Literaturhaus

                                Ralf Höller: Norbert C. Kaser. hier bin ich niemand d.h. ich. Briefe aus Stord. Haymon Verlag 2018

                                Ralf Höller im Gespräch mit Erika Wimmer Mazohl
                                Lesung: Helmuth A. Häusler (Schauspieler)

                                „dieser brief soll ein monstrum werden eine art fortsetzungsroman“, schreibt der vor 40 Jahren verstorbene norbert c. kaser im Sommer 1970 an Christian Alton. Der gerade 23 Jahre alte Schriftsteller erlebt zu jener Zeit seine erste Schaffenskrise und hat sich auf der norwegischen Insel Stord zurückgezogen, wo er sich neuen Antrieb erhofft. Es entstehen die Briefe aus Stord, Kasers einziges längeres Prosastück, die Ralf Höller nun erstmals komplett versammelt herausgegeben hat: hier bin ich niemand d. h. ich, ist im Haymon Verlag erschienen.

                                  Michael Krüger

                                  Ort: Literaturhaus

                                  Moderation: Dorothea Zanon

                                  Michael Krüger: Vorübergehende. Roman. Haymon Verlag 2018

                                  Lesung und Gespräch

                                  Im Roman Vorübergehende (Haymon Verlag) trifft einer, der alles hat und doch nur die Leere kennt, auf eine, die gar nichts hat, und dennoch an Leben ungleich reicher ist. Michael Krüger schildert diese Konstellation mit der größten Lust, davon abzuschweifen. Denn wenn sein Erzähler seine Gedankenfahrt aufnimmt, bleibt keiner verschont.

                                    Universität – von Bildung zu Kompetenz?!

                                    Ort: Literaturhaus

                                    Moderation: Martin Sexl

                                    Hanno Millesi und Nadja Köffler im Gespräch


                                    Sind Universitäten (insbesondere die Geisteswissenschaften) in der Gesellschaft, die sie trägt (und finanziert), verankert und helfen sie dabei, (gesellschaftliche) Probleme zu lösen? Sollen sie das überhaupt tun? Sollen Universitäten bilden oder ausbilden? Sind sie noch ein Ort der Bildung und der Freiheit von Forschung und Lehre? Waren sie es jemals? Wofür stehen Universitäten heute und wohin bewegen sie sich?

                                      Erich Kästner: Das blaue Buch Geheimes Kriegstagebuch 1941 – 1945

                                      Ort: Literaturhaus

                                      Vortrag von Sven Hanuschek

                                      Seine Bücher wurden verbrannt, sein Gesamtwerk geriet auf den Index. Doch Erich Kästner, geboren 1899 in Dresden, gestorben 1974 in München, ging nicht ins Exil, sondern schrieb unter Pseudonym weiter. Sein geheimes Kriegstagebuch offenbart jetzt die widersprüchlichen Seiten seiner Existenz.
                                      Sven Hanuschek hat in Zusammenarbeit mit Ulrich von Bülow und Silke Becker Das Blaue Buch. Geheimes Kriegstagebuch 1941-1945 herausgegeben. Ebenso erschien heuer seine Kästner-Biographie Keiner blickt dir hinter das Gesicht (Hanser).
                                      Am Abend wird er das Leben des Autors beleuchten und dabei besonderes Augenmerk auf das Überleben in der Diktatur richten.

                                        Lyrik von Erich Kästner

                                        Ort: Literaturhaus

                                        Moderation: Sven Hanuschek

                                        [widerlesen]

                                        III – Ein Mann gibt Auskunft

                                        “Und immer wieder schickt ihr mir Briefe,
                                        in denen ihr, dick unterstrichen, schreibt:
                                        Herr Kästner, wo bleibt das Positive?
                                        Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.”


                                        Die Wieder-Aufnahme der Reihe, in der Texte in Bezug auf die Gegenwart gegengelesen werden, startet mit der Lektüre von Gedichten von Erich Kästner, ausgewählt von Sven Hanuschek, der am Abend als Experte teilnehmen wird.
                                        Den Textkorpus erhalten Sie nach der Anmeldung: literaturhaus@uibk.ac.at bis Montag, 3. Dezember 2018

                                          Zu Gast: Die Literarische Soiree von Ö1

                                          Ort: Literaturhaus

                                          Ö1-Moderatorin Gudrun Hamböck diskutiert mit Veronika Schuchter (Inst. f. Germanistik, Innsbrucker Zeitungsarchiv), Boris Schön (Stadtbibliothek Innsbruck) und Gabriele Wild (Literaturhaus am Inn) über folgende Bücher:

                                          • Nona Fernández: Space Invaders / Chilean Electric. Zwei Kurzromane, Septime Verlag 2018
                                          • Lisa Halliday: Asymmetrie. Roman, Hanser 2018
                                          • Heinz Helle: Die Überwindung der Schwerkraft. Roman, Suhrkamp 2018