Veranstaltungen 2019

Bernhard Strobel & Günter Wels

Ort: Literaturhaus

Moderation: Gabriele Wild

 
 
 
 
1. Lesung mit Suppenkreation von Christian Yeti Beirer

Kaspressknödelsuppe

 

Tirol liest Österreich: Neue Texte

Bernhard Strobel: Im Vorgarten der Palme. Roman. Droschl Verlag 2018
Günter Wels: Edelweiß. Roman. Czernin Verlag 2018


Es könnte alles so schön sein: Ein junges Ehepaar mit neugeborener Tochter im selbstgeschaffenen Vorstadtparadies. Doch dann verstrickt sich das Ehepaar durch ein scheinbar harmloses SMS an den frischgebackenen Vater in eine Krise. Ist es eine Ehetragödie oder eine beißende Komödie, die Bernhard Strobel mit Im Vorgarten der Palme (Droschl) vorlegt? So trocken und ironisch wie der Roman sich zeigt, könnte der Grat nicht schmaler sein.

 

Unter dem Decknamen „Edelweiß“ war Rudolf Mahr im Jahr 1945 als Leiter eines geheimen Spezialkommandos der U. S. Air Force in den österreichischen Alpen im Einsatz. Als seine Tochter Jahre später Aufzeichnungen über die brisante Militäraktion findet, gerät das Bild ihres Vaters als Widerstandskämpfer ins Wanken. Günter Wels erzählt in Edelweiß (Czernin) die packende Geschichte eines Fallschirmagenten-Einsatzes im Zweiten Weltkrieg.

    Vladimir Vertlib & Nadine Kegele

    Ort: Literaturhaus

    Moderation: Robert Renk

     
     
     
     
    2. Lesung mit Suppenkreation von Christian Yeti Beirer

    Karottencremesuppenrezept

     

    Tirol liest Österreich: Neue Texte

    Vladimir Vertlib: Viktor hilft. Roman. Deuticke 2018
    Nadine Kegele: Und essen werden wir die Katze. Kremayr & Scheriau 2018

     

    Als Kind war Viktor selbst ein Flüchtling nun versucht er, anderen zu helfen. Bilder aus der Vergangenheit vermischen sich mit der Gegenwart. Und dann noch die Nachricht, dass er eine Tochter hat, von der er nichts wusste. Mit großer Sensibilität erzählt Vladimir Vertlib in seinem Roman Viktor hilft (Deuticke) von großen Worten und kleinen Gesten.

     

    Biografien kann man an- und ausziehen, sich umhängen oder sich daran aufhängen, zumindest literarisch. Biographien schreiben fest … Nadine Kegele verwebt in ihrem originell gestalteten Buch Und essen werden wir die Katze (Kremayr & Scheriau) mit dem roten Faden der biografischen Frage Gespräche, Zitate und Nachrichten zu literarischen Texten und lässt dabei die Genregrenzen weit hinter sich.

      Isolde Charim

      Ort: Literaturhaus

      Moderation: Doris Eibl

      Die Reihe [Forum Freiraum] bietet thematische Diskussions‐ und Vortragsabende, die ihren Impuls aus Büchern beziehen, welche auf wesentliche Fragen der Gegenwart eingehen.

      Den Beginn der Reihe bestreitet die Philosophin Isolde Charim, die in ihrem Buch Ich und die Anderen (Zsolnay 2018) die Frage stellt, wie die neue Pluralisierung die Gesellschaft und jeden Einzelnen verändert. Doch was heißt das genau – pluralisierte Gesellschaft? Und was bedeutet es konkret für jeden Einzelnen, in einer solchen zu leben?
      Das Publikum ist eingeladen, seine Überlegungen einzubringen.

        Regina Hilber & Erika Wimmer Mazohl

        Ort: Literaturhaus

        Moderation: Anna Rottensteiner

         
         
         
         
         
         
         
         
        3. Lesung mit Suppenkreation von Christian Yeti Beirer
         

        Selleriecremesuppenrezept

         

        Tirol liest Österreich: Neue Texte

        In der Reihe [Einblicke Ausblicke] lädt das Literaturhaus am Inn Tiroler Autorinnen und Autoren ein, aus ihren in Arbeit befindlichen Texten zu lesen.

        Regina Hilber liest aus ihrem in Arbeit befindlichen Prosaband Galizien und die Ränder des Ostens. Eine Bestandsaufnahme im Gestern und Heute, ein literarischer Streifzug durch die heutige Westukraine bzw. das ehemalige Galizien und Lodomerien.

        Erika Wimmer Mazohl liest aus ihrem unveröffentlichten Romanmanuskript Löwin auf einem Bein, der die Zerstörung einer Familie in einer Zeit von Extremismus und Gewalt zum Inhalt hat und die Leserinnen und Leser in vier Büchern von Italien nach Südindien bis ins Himalayagebiet nach Nepal führt.

          David Fuchs & Verena Mermer

          Ort: Literaturhaus

          Moderation: Irene Zanol

           

           
           
           

           

          4. Lesung mit Suppenkreation von Christian Yeti Beirer
           

          Alt-Wiener Frittatensuppenrezept

           

          Tirol liest Österreich: Neue Texte

          David Fuchs: Bevor wir verschwinden. Roman (Haymon 2018)
          Verena Mermer: Ultima Speranza (Residenz 2018)

          Als angehender Arzt absolviert Benjamin ein Praktikum auf der Krebsstation. Dort trifft er auf seine Jugendliebe Ambros. Ambros‘ Körper ist voller Metastasen. Inmitten des Krankenhausalltags nähern sich die beiden behutsam wieder aneinander an. David Fuchs, selbst Onkologe, erzählt in seinem Debütroman Bevor wir verschwinden (Haymon 2018) die Geschichte der jungen Männer berührend und ohne jegliche Rührseligkeit.


          Ein knallpinker Fernbus mit der Aufschrift SPERANZA macht sich an einem Dezemberabend auf den Weg von Wien nach Rumänien. Die Nachtfahrt bringt Menschen zusammen, die ihr Leben in den Grauzonen des europäischen Arbeitsmarkts verbringen. In Autobus Ultima Speranza (Residenz 2018) findet Verena Mermer eine Sprache für ein Leben, das ständig auf dem Sprung ist, für die Hoffnungen und Enttäuschungen, die Rastlosigkeit und strukturelle Gewalt, die es begleiten.

            Daniel Wisser

            Ort: Literaturhaus

            Moderation: Evelyne Polt-Heinzl

             

             
             
             
            5. Lesung mit Suppenkreation von Christian Yeti Beirer
             

            Rohnensuppenrezept

             

            Tirol liest Österreich: Neue Texte

            Österreichischer Buchpreis 2018

            Daniel Wisser: Königin der Berge. Roman (Jung und Jung 2018)

            Robert Turin, Mitte vierzig, will in der Schweiz sterben, denn dort könnte er selbst bestimmen, wann es so weit ist. Die Diagnose: Multiple Sklerose. Während sich sein Zustand verschlechtert, beschließt er, seinem Leben ein Ende zu setzen, bevor es zu spät ist. Doch so einfach ist das nicht: Herzzerreißend komisch erzählt Daniel Wisser in seinem Roman Königin der Berge (Jung und Jung 2018) von den letzten Dingen – und den vorletzten und vorvorletzten, vom Leben in seiner schrecklichen Schönheit und der Unmöglichkeit zu sagen, wann man es gut sein lassen kann.

              Ljuba Arnautović & Marko Dinić

              Ort: Literaturhaus

              Moderation: Joe Rabl

               
               
              6. Lesung mit Suppenkreation von Christian Yeti Beirer
               

              Erdäpfelcremesuppenrezept

               

               

               

               

               

               

               

              Tirol liest Österreich: Neue Texte

              Ljuba Arnautović: Im Verborgenen (Picus 2018)
              Marko Dinić: Die guten Tage (Zsolnay 2019)

              Genofeva arbeitet in der Kanzlei des Oberkirchenrats in Wien. Es ist das Jahr 1944. Niemand ahnt, dass sie in ihrer Wohnung über Monate hinweg Menschen versteckt. Niemand weiß auch um ihre politische Vergangenheit, die sie selbst in größte Gefahr bringen könnte. Eindringlich schreibt Ljuba Arnautović in ihrem Debüt Im Verborgenen (Picus 2018) über eine Frau, deren stilles Heldentum unerkannt bleibt, deren beharrlicher Einsatz für das Richtige aber letztendlich Früchte trägt.

              In einem Bus, dem täglich zwischen Wien und Belgrad verkehrenden „Gastarbeiter-Express“, rollt der Erzähler durch die ungarische Einöde. Jener Stadt entgegen, in der er aufgewachsen ist. In beeindruckenden Bildern erzählt Marko Dinić in seinem Debut Die guten Tage (Zsolnay 2019) zwanzig Jahre nach dem Bombardement von Belgrad von einer traumatisierten Generation, die sich weder zu Hause noch in der Fremde verstanden fühlt, die versucht, die eigene Vergangenheit zu begreifen, und um eine Zukunft ringt.

                Arno Dejaco liest Gerhard Kofler

                Ort: Literaturhaus

                Moderation: Christine Riccabona, Piok Maria

                [Im Fokus: Brenner-Archiv]

                Buchpräsentation

                Gerhard Kofler: in fließenden übergängen / in vasi comunicanti. Frühe Gedichte in Deutsch, Italienisch und Südtiroler Mundart. Poesie giovanili in tedesco, italiano e dialetto sudtirolese. Herausgegeben und mit einem Nachwort  von Maria Piok & Christine Riccabona. Haymon Verlag 2019

                Lesung: Arno Dejaco, Musik: Katharina Schwärzer

                Die Mehrsprachigkeit in den Gedichten Gerhard Koflers ist nicht nur biografische Mitgift, sondern Stilmittel und Standpunkt im Diskurs um die Begriffe von Heimat und Identität. Zum 70. Geburtstag des 2005 verstorbenen Schriftstellers erscheint eine sorgfältig edierte Auswahl seines frühen dichterischen Schaffens, darunter Lyrik aus lange vergriffenen Bänden und erstmals veröffentlichte Übersetzungen eigener Gedichte aus dem Nachlass im Forschungsinstitut Brenner-Archiv.

                 

                 

                 

                  Armin Eidherr und Gerald Kurdoğlu Nitsche

                  Ort: Literaturhaus

                  Moderne sefardische und jiddische Lyrik

                  Musik: Duo Simone Pergmann

                  Dieser Abend ist moderner jiddischer und sefardischer Lyrik gewidmet, wie sie sich in zwei wichtigen Anthologien des EYE-Verlages veröffentlicht findet: gehat hob ikh a heym / Ich hatte ein Zuhaus’. Anthologie zeitgenössischer jiddischer Lyrik und Sandverwehte Wege / Los kaminos s’incheron de arena / Kumlarin Örttügü Yollar. Spaniolisch/Deutsch/Türkisch. Anthologie moderner sefardischer (yudeo-espanyolischer) Dichtung (beide: EYE-Literaturverlag 1999 bzw. 2002).

                  Gelesen und präsentiert werden Gedichte in Originalsprache und deutscher Übersetzung vom Verleger Gerald Kurdoğlu Nitsche und dem Herausgeber und Übersetzer der beiden Bücher, Armin Eidherr. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Duo Simone Pergmann mit jiddischen und sefardischen Liedern.

                    #frauenzählen #frauenzahlen

                    Ort: Literaturhaus

                    Moderation: Gabriele Wild

                    Anne Goldmann und Veronika Schuchter im Gespräch

                    Neu: In Kooperation mit dem Arbeitskreis Wissenschaft und Verantwortlichkeit

                    #frauenzählen ist eine – von der Autorin Nina George initiierte – großangelegte Studie in der die Sichtbarkeit und Präsenz von Frauen in den Medien und im Literaturbetrieb dargestellt werden soll. Im Montagsfrühstück diskutieren wir über die bis dato erhobenen Zahlen,  fragen nach den Ursachen der Unterrepräsentation von Frauen sowie den Mechanismen, mit denen Frauen in der Unsichtbarkeit gehalten oder wieder dorthin befördert werden? Welche Strategien gibt es, um dem entgegenzuwirken? Darüber diskutieren die Literaturwissenschaftlerin Veronika Schuchter (Innsbrucker Zeitungsarchiv), die sich in einer wissenschaftlichen Erhebung mit Geschlechterverhältnissen in der Literaturkritik auseinandergesetzt hat und die Krimi-Autorin Anne Goldmann. Sie ist Mitglied der Plattform für feministischen Realismus in der Kriminalliteratur herlandnews.com und publiziert im traditionsreichen Ariadne Verlag.

                      Lizzie Doron

                      Ort: Literaturhaus

                      Moderation: Helga Ramsey-Kurz (Institut für Anglistik), Andreas Oberprantacher (Institut für Philosophie)

                      Lesung und Gespräch in englischer und deutscher Sprache
                      Lesung auf Deutsch: Erika Wimmer Mazohl

                      „Die Tragödie des Anderen zu verstehen, ist die Voraussetzung, um einander keine weiteren Tragödien zuzufügen.“ Lizzie Doron hat ein Jahr lang fünf Männern: verurteilten ehemaligen Terroristen aus den besetzten Gebieten und zwei israelischen Ex-Soldaten, die den Dienst an der Waffe verweigerten, zugehört. Entstanden ist aus diesen Gesprächen das Buch Sweet Occupation, aus dem Hebräischen übersetzt von Mirjam Pressler (dtv 2017), ein ergreifendes Dokument über die Autorin selbst und über einst Radikale, die dem sinnlosen Hass eine Alternative entgegensetzen wollen.

                        Viola Rohner & Martin R. Dean

                        Ort: Literaturhaus

                        Moderation: Irene Zanol

                        Viola Rohner: 42 Grad. Erzählungen, Lenos Verlag 2018
                        Martin R. Dean: Warum wir zusammen sind. Roman, Jung und Jung 2019

                        Lesung und Gespräch

                        In ihren zuletzt erschienenen Büchern loten sowohl Martin R. Dean als auch Viola Rohner die Fragilität, die Risse und die feinen Verbindungen von Beziehungsgeflechten aus: In seinem Roman mit dem bezeichnenden Titel Warum wir zusammen sind (Jung und Jung 2019) legt Martin R. Dean eine feinsinnige und scharfe Analyse über die Zuflüchte und Abgründe langjähriger Beziehungen vor; in ihrem Erzählband 42 Grad (Lenos 2018) zeigt Viola Rohner die Menschen in ihrer Einsamkeit und gleichzeitig als Teil von Beziehungen und Geschichten, aus denen es kein Entrinnen gibt.

                          Thomas Bernhard: Das Handbuch.

                          Thomas Bernhard: Das Handbuch. Metzler Verlag 2018

                          Buchpräsentation mit den Herausgebern Manfred Mittermayer und Martin Huber
                          Lesung: Martin Schwab

                          Das Bernhard-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung, im Rahmen des 30. Todestags des Autors herausgegeben von Martin Huber und Manfred Mittermayer im Metzler Verlag, stellt die Texte von Thomas Bernhard in den Mittelpunkt: von den journalistischen Arbeiten über die Prosawerke und Theaterstücke bis zu Reden und Interviews. In aufschlussreichen Querschnitten durch dieses vielschichtige Œuvre werden „Kontexte und Diskurse“ eröffnet: von der österreichischen Literatur und Bernhards Stellung in der zeitgenössischen Öffentlichkeit über Themen und Inhalte, die sich durch das gesamte Werk des Schriftstellers ziehen wie Krankheit/Tod, Österreichkritik, Natur/Künstlichkeit, Musik, Geschlechterrollen und Philosophie.

                            Tanja Maljartschuk

                            Ort: Literaturhaus

                            Moderation: Gabriele Wild

                            Tanja Maljartschuk: Blauwal der Erinnerung. Roman, Kiepenheuer & Witsch 2019

                            Lesung und Gespräch

                            Eine Frau findet Orientierung und Halt in einer historischen Figur, die für die Geschichte der Ukraine eine bedeutende Rolle spielt: im Geschichtsphilosophen und Politiker Wjatscheslaw Lypynskyj. Ebenso auf der Suche nach Unabhängigkeit folgt die Erzählerin diesem stolzen, kompromisslosen und – wie sie – hypochondrischen Mann, um durch die Erinnerung der sowjetischen Entwurzelung zu trotzen.

                            Mit ihrem Roman Blauwal der Erinnerung (Kiepenheuer & Witsch 2019) verfasst die Bachmann-Preisträgerin 2018 ein beeindruckendes Stück Literatur, das zeigt, was es heißt, wenn die eigene Identität aus Angst, Gehorsamkeit und Vergessen besteht.

                              heimat/eins: das Wort mit dem H. Eine Begriffsbestimmung

                              Wallnöfer, Elsbeth

                              Ort: Literaturhaus

                              Moderation: Anna Rottensteiner

                              [Forum Freiraum]

                              Elsbeth Wallnöfer: Heimat. Ein Vorschlag zur Güte. Haymon Verlag 2019

                              Ist Heimat ein gefährlicher Begriff, der in den Giftschrank politischer Tabuwörter gehört? Oder kann er heute eine konstruktive Rolle in unserer Gesellschaft spielen? Kann der Begriff endlich aus seiner völkisch-nationalistischen Umklammerung gelöst und pluralistisch verstanden werden? Welche Rolle kann dabei die Literatur spielen?

                              Elsbeth Wallnöfer bietet in ihrem Buch Heimat. Ein Vorschlag zur Güte. Haymon Verlag 2019 neben einem historisch äußerst aufschlussreichen Abriss zu "Heimat" einen diskutierenswerten Ansatz dazu.

                              Wir laden zum Mitdiskutieren ein.

                                heimat/zwei: Heimat als Utopie: Irena Brežna & Roberta Dapunt

                                Ort: Literaturhaus

                                Moderation: Anna Rottensteiner

                                Umfasst Heimat, dieses deutsche Wort, das in vielen anderen Sprachen keine Entsprechung hat, „das ganze Bündel, das unser Aufwachsen an einem Ort ausmacht“, wie es die ladinisch-italienische Poetin Roberta Dapunt in einem Essay ausdrückt? Oder ist es für Schreibende die Sprache, sind es die Sprachen, wie es der Titel der slowakisch-schweizerische Schriftstellerin und Journalistin Irena Brežna: Wie ich auf die Welt kam. In der Sprache zu Hause (2018) nahelegt?  Beide Autorinnen sind sehr intensive literarische Stimmen der Gegenwart und in mehreren Sprachen verankert: Am Abend werden sie miteinander in einen Dialog treten.

                                  [widerlesen]: Kassandra von Christa Wolf

                                  Ort: Literaturhaus

                                  Impuls: Sieglinde Klettenhammer (Institut für Germanistik)

                                  In der Reihe [widerlesen] werden Texte in den Mittelpunkt gestellt, die grundlegende Fragen aufgreifen und auf die Gegenwart reflektiert werden können. Der Impuls der Germanistin Sieglinde Klettenhammer wird den Text und Christa Wolf in Kontexte einordnen, anschließend folgt eine Auseinandersetzung durch die Teilnehmenden.

                                  Anmeldung bis Mittwoch, 17. April unter literaturhaus@uibk.ac.at. Die Lektüre des Romans wird empfohlen.

                                    Clemens J. Setz

                                    Clemens J Setz

                                    Ort: Literaturhaus

                                    Moderation: Markus Köhle

                                    Clemens J. Setz: Der Trost runder Dinge. Erzählungen (Suhrkamp 2019)

                                    Lesung und Gespräch

                                    Das ganz und gar Unerwartete bricht in das Leben von Clemens J. Setz’ Figuren in seinem neuen Erzählband Der Trost runder Dinge (Suhrkamp) ein: Ein elsässischer Soldat im Ersten Weltkrieg entdeckt am Nachthimmel das Sternbild des Großen Burschen, das so schauderhaft ist, dass er niemandem davon erzählen kann. Ein junger Mann, der sich in die blinde Anja verliebt hat, muss feststellen, dass ihr Apartment von oben bis unten mit Beschimpfungen bekritzelt ist… Der Trost runder Dinge ist ein Buch voller Irrlichter und doppelter Böden – radikal erzählt und aufregend bis ins Detail.

                                    Markus Köhle, Schriftsteller und Wegbegleiter von Clemens J. Setz wird durch den Abend führen.

                                      Was heißt mehrsprachig schreiben – mehrsprachig lesen?

                                      Eibl, Doris_Wajsbrot, Cecile_Dembeck, Till_Rottensteiner, Anna

                                      Ort: Literaturhaus

                                      Moderation: Doris Eibl

                                      Till Dembeck und Cécile Wajsbrot im Gespräch

                                      Mehrsprachigkeitsmai 2019

                                      Was heißt Mehrsprachigkeit für das Schreiben und Lesen literarischer Texte? Wie denken Autor*innen über die Sprache(n) ihrer Texte nach, welche Relevanz haben ihre Sprachenkenntnisse für ihr Schreiben? Wie wirkt Mehrsprachigkeit auf Leser*innen – eröffnet sie neue Bedeutungsräume oder verschließt sie den Zugang zum Text? Worauf achten Literaturwissenschaftler*innen beim Lesen mehrsprachiger Texte, was interessiert sie daran? Diese und weitere Fragen diskutieren, moderiert von der Romanistin Doris Eibl, die Schriftstellerin Cécile Wajsbrot und der Literaturwissenschaftler Till Dembeck.

                                      In Kooperation mit dem Institut für Romanistik und der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft

                                        Ágnes Heller

                                        Heller, Agnes

                                        Ort: Literaturhaus

                                        Moderation: Josef Mitterer

                                        Zeitmesserinnen I

                                         

                                        Der österreichische Philosoph Josef Mitterer wird als Kollege und Freund in Leben und Werk von Ágnes Heller einführen.

                                        In Kooperation mit dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv

                                          Maria Stepanova

                                          Zink, Andrea_Stepanova, Maria_Dabic, Mascha

                                          Ort: Literaturhaus

                                          Moderation: Andrea Zink (Institut für Slawistik)

                                          Zeitmesserinnen II

                                          Maria Stepanova: Nach dem Gedächtnis. Roman (Suhrkamp 2018)

                                          Übersetzung: Mascha Dabić
                                          Lesung auf Deutsch: Gabriele Wild

                                          Mit Maria Stepanovas Roman Nach dem Gedächtnis (Suhrkamp 2018) ist ein neues Genre erfunden: der „Metaroman“. Liebesgeschichten und Reiseberichte, Reflexionen über Fotografie, Erinnerung und Trauma verschmilzt die Stimme der Autorin zu einer spannungsvollen essayistischen Erzählung. Im Zentrum steht eine weitverzweigte jüdisch-russisch-europäische Familie von Ärzten, Architekten, Bibliothekaren, Buchhaltern und Ingenieuren, die in unzivilisierten, gewaltgeprägten Zeiten ein stilles, unspektakuläres Leben führen wollten. Maria Stepanova durchmisst einen Gedächtnisraum, in dem die Linien des privaten Lebens haarscharf an den Abbruchkanten der Epochenlandschaft entlangführen.

                                          In Kooperation mit dem Institut für Slawistik

                                            Lesung und Poetik-Vorlesung mit Oswald Egger

                                            Egger, Oswald

                                            Ort: Literaturhaus

                                            Moderation: Eleonore De Felip

                                            20. Mai Montag 19 Uhr: Lesung

                                            21. Mai Dienstag 10.30 – 12 Uhr, 16.30 – 18 Uhr: Poetik-Vorlesung

                                            Oswald Egger zur Poetik-Vorlesung in Innsbruck: „Im Raum stehen, Zeit werden, in beide eingehen, überhaupt: Zugang haben, ins Wort fallen, betreten schweigen davon oder beredt sein: Die Und-Gestalt der Sprache will verkörpern und befähigen, die Dinge unbedingt, d.h. außerhalb ihren geläufigen Wegzusammenhängen und den sie umringenden Bedingungen zu denken und zu sehen.

                                              Dimitré Dinev und Didi Drobna sowie Innsbruck- liest-AutorIn

                                              Dinev und Drobna

                                              Ort: Kulturplateau der Stadtbibliothek

                                              Moderation: Anna Rottensteiner

                                              [Innsbruck liest]

                                              Lesung zum Sonnenuntergang

                                              Die ehemaligen Innsbruck-liest AutorInnen Dimitré Dinev und Didi Drobna sowie Innsbruck- liest-AutorIn 2019 lesen aus neuen Werken.

                                              Dimitré Dinev war im Jahr 2006 mit seinem Erzählband Ein Licht über dem Kopf (Deuticke) der dritte Innsbruck-liest-Autor. Dinev, 1962 in Plovdiv (BGR) geboren, lebt als Schriftsteller, Drehbuch- und Theaterautor in Wien. Er wird aus Unveröffentlichtem lesen.

                                              Didi Drobnas Roman Zwischen Schaumstoff (Edition Exil) wurde 2016 zum Innsbruck-liest-Buch gekürt. Die Autorin, 1988 in Bratislava (SK) geboren, lebt seit 1991 in Wien. Sie wird aus ihrem aktuellen Roman Als die Kirche den Fluss überquerte (Piper 2018) lesen.

                                              Und der/die Innsbruck-liest Autorin 2019? – Kommen Sie und hören Sie selbst!

                                              Bei Schlechtwetter im Veranstaltungsraum der Stadtbibliothek

                                                Beginn des 5. Lyrikfestivals W:ORTE 2019

                                                Ort: Die unterschiedlichen Veranstaltungsorte entnehmen Sie bitte dem detaillierten Programm

                                                5. Juni Mittwoch Literaturhaus am Inn 19 Uhr, Josef-Hirn-Str. 5

                                                VOR:WORTE. 101 Gedichtplakate. Ein Projekt der Meraner Offizin S. Plakatausstellung. Vernissage mit Siegfried Höllrigl (Meran). Vitrinenausstellung: Von Versen bis zur konkreten Poesie. Die schönsten Gedichtmanuskripte aus den Beständen des Brenner-Archivs

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                                                12. Juni Mittwoch – 18. Juni Dienstag
                                                MEHR SPRACHEN - MEHR ORTE - MEHR WORTE
                                                W:ORTE. Das 5. Lyrik-Festival

                                                 

                                                12. Juni Mittwoch 19.30 Uhr Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Str. 5

                                                Eröffnung: Lyrischer Wille. Mit Arno Dejaco (I), Carla Festi (I/A), Martin Fritz (A), Haris Kovačević (BIH/I), Gentiana Minga (ALB), Wolfgang Nöckler (I/A), Matthias Vieider (I).

                                                Mit Musik von: Gabriele Muscolino (I), Angelika Pedron (I), Katharina Schwärzer (A).

                                                Eröffnung: Anna Rottensteiner

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                                                Versopolis: das mehrsprachige europaweite Lyrikprojekt macht in Innsbruck Station. Mit Petr Borkovec (CZ) und Luljeta Lleshanaku (ALB). Lesung auf Deutsch: Stefan Wancura. Durch den Abend führt Franz Hammerbacher (ed. korrespondenzen).

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                                                14. Juni Freitag 19.30 Uhr Wagnersche Buchhandlung, Museumstr. 4

                                                Am W:ORT: Wolf Wondratschek (D) liest aus seinem lyrischen Werk. Moderation: Franz Hammerbacher (ed. korrespondenzen).

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                                                15. Juni Samstag 20.15 Uhr, ORF Studio 3, Rennweg 14

                                                klang_sprachen: José F. A. Oliver (D/ESP) und Tiroler Kammerorchester InnStrumenti: Wundgewähr

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                                                Es begegnen sich österreichisch-schweizerisch Isabella Feimer (A), Christian Futscher (A), Sascha Garzetti (CH), Michelle Steinbeck (CH), Christian Uetz (CH), Anja Utler (D/A).

                                                Moderationen: Barbara Hundegger, Gabriele Wild, Siljarosa Schletterer

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                                                17. Juni Montag W:ORTE in Telfs, 19.30 Uhr, Villa Schindler, Obermarktstraße 45

                                                Elisabeth Sarcletti & José F. A. Oliver. Musik: Fransen, Moderation: Robert Renk & Nadja Fenneberg. In Kooperation mit der Bücherei & Spielothek Telfs

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                                                18. Juni Dienstag 19.30 Uhr Literaturhaus am Inn

                                                NACH_W:ORTE Lyrik im Limbus-Verlag. Mit Daniela Chana und Katharina J. Ferner. Moderation: Bernd Schuchter.

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                                                In Kooperation mit 8ung Kultur

                                                Web: www. lyrikfestival.wordpress.com
                                                Facebook W:Orte Lyrikfestival

                                                 

                                                 

                                                  VOR_W:ORTE Vernissage mit Siegfried Höllrigl

                                                  Höllrigl Siegfried

                                                  Ort: Literaturhaus

                                                  Moderation: Ulrike Tanzer, Christine Riccabona

                                                  Plakatausstellung: 101 Gedichtplakate: Ein Projekt der Offizin S.

                                                  Vitrinenausstellung: Von Versen bis zur konkreten Poesie

                                                   

                                                   

                                                  Siegfried Höllrigl verfolgt seit 2003 das Vorhaben, 101 Gedichte im selben Format (35 x 50 cm) und von Hand im Bleisatz oder mit Holzbuchstaben zu drucken. Die erste Mappe mit 25 Gedichten von 23 Autorinnen und Autoren wird am Abend als Ausstellung im Literaturhaus eröffnet (mit Gedichten u.a. von Sepp Mall, Friederike Mayröcker, Klaus Merz, Ilma Rakusa, Jan Wagner, Joseph Zoderer).

                                                  Siegfried Höllrigl, geboren 1943 in Meran, seit 1987 Handpressendrucker in Meran; Herausgeber bibliophiler Editionen und Autor. Soeben ist sein Prosaband Mein Amerika in der edition laurin erschienen.

                                                  Zeitgleich sind in den Vitrinen die schönsten Gedichtmanuskripte aus den Beständen des Brenner-Archivs zusehen.

                                                    Eröffnung: Lyrischer Wille

                                                    Nöckler, Minga,Kovacevic, Festi, Fritz

                                                    Ort: Literaturhaus

                                                    Moderation: Anna Rottensteiner

                                                    Lyrischer Wille, das ist ein multilinguales Projekt und eine Publikation im Folio Verlag: 55 AutorInnen, im Raum Südtirol sozialisiert oder hier lebend, beteiligen sich daran: Ein Ausgangstext in eine zweite, dieser dann in eine nächste Sprache übersetzt wird und so weiter: Deutsch, Albanisch, Ladinisch, Italienisch, Persisch, Südtiroler Dialekt, Neapolitanischer Dialekt, Arabisch, Englisch – so vielfältig wie die Gesellschaft im überschaubaren Raum Südtirol sind auch die daraus entstandenen Gedichte. – Für jeden Auftritt entsteht ein neues Gedicht poetisches Kettengedicht.

                                                      Versopolis: Das mehrsprachige europaweite Lyrikprojekt mit Petr Borkovec und Luljeta Lleshanaku

                                                      Petr Borkovec und Luletja Lleshanaku

                                                      Ort: Stadtbibliothek Innsbruck, Amraserstr. 2

                                                      Moderation: Franz Hammerbacher

                                                      Lesung auf Deutsch: Stefan Wancura

                                                      Petr Borkovec, geboren 1970 in Louòovice pod Blaníkem in Mittelböhmen, lebt als Dichter, Übersetzer und Kulturredakteur in Prag und ist eine der wichtigsten und prägenden Stimmen der Tschechischen Lyrik. Bisher liegen fünf Gedichtbände und ein Prosaband vor, alle übersetzt von Christa Rothmeier, sowie seine Dresdner Vorlesungen.Borkovec’ Lyrik hält nicht nur grandiose Naturbeschreibungen für uns bereit, sie lässt auch hintersinnig tiefer Blicken. Ab und dann schärft der Blick dieses „Meisters der gedrängten Prägnanz“ (P. Demetz) auch die Betrachtung historischer und politischer Vorgänge. Seine Motive findet er in den böhmischen Dörfern und Wäldern, in der Natur seiner Herkunft. “Vibrierende Melancholie” bescheinigt A. Breitenstein diesen Landschaftsbildern.Bäume, mit ihren „Äste auffangenden Ästen“ können alsbald zum Stammbaum werden. Durch die äußerst prägnanten und dennoch elegant distanzierten Naturtexte schimmert auf einmal Familiäres, wobei es ihm dort vor allem seine weiblichen Vorfahren angetan haben. Ein anderes mal sind es Referenzen an Trakl, Heym, Brodsky oder Jan Skácel, die sich Borkovec wohl in seinen literarischen Stammbaum geschnitzt hat.

                                                      Luljeta Lleshanaku, geboren 1968 in Elbasan (Albanien). Sie wuchs zur Zeit der kommunistischen Diktatur in Albanien unter Hausarrest auf. Sie studierte Albanische Sprache und Literatur an der Universität Tirana und Creative Writing am Warren Wilson College in den USA. Lleshanaku hat als Lehrerin, Übersetzerin Redakteurin und Autorin für Film und Fernsehen gearbeitet und ist Direktorin des Instituts für die Aufarbeitung des kommunistischen Genozids in Albanien. Seit 1993 hat sie sieben Gedichtbände veröffentlicht und wurde ins Englische Fresco: Selected Poetry (New Directions 2002) und ins Deutsche: Kinder der Natur (Edition Korrespondenzen 2010) übersetzt. Sie gilt heute als eine der wichtigsten Stimmen der albanischen Poesie und wurde u.a. 2009 mit dem Kristal-Vilenica-Preis ausgezeichnet.

                                                       

                                                       

                                                        Am W:Ort: Wolf Wondratschek

                                                        Wolf Wondratschek

                                                        Ort: Wagnersche Buchhandlung, Museumstr. 4

                                                        Moderation: Franz Hammerbacher

                                                        Wolf Wondratschek geboren 1943 in Rudolstadt. Er studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie, er lebt seit 1967 als freier Schriftsteller und Hörspielautor zunächst in München, gegenwärtig in Wien. Seine radikale Opposition zum herkömmlichen Literaturbetrieb war prägend. Er kann als Rockstar der Poeten bezeichnet werden: in den 1970er-Jahren veröffentlichte er eine Reihe von Gedichtbänden, mit denen er außerordentlich große Auflagen erzielte. Endlich ist es auch soweit, dass das poetische Schaffen von Wolf Wondratschek nun in einer Gesamtausgabe erhältlich ist. Das sind jene Gedichte, die davor schon Lust machen danach Eine zu rauchen. Darunter ist auch der wohl bekannteste Gedichtband der deutschen Sprache: Chucks Zimmer zu finden.

                                                          klang_sprachen: José F. A. Oliver und Tiroler Kammerorchester InnStrumenti

                                                          José Oliver

                                                          Ort: ORF TIROL, Rennweg 14

                                                          José F. A. Oliver, geboren 1961, als Sohn andalusischer Gastarbeiter, lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Organisator des Hausacher Leselenzes im Schwarzwald. Er verlieh dem Innsbrucker Lyrikfestival seinen Namen. Doch nicht nur seine Doppelpunkt-Konstruktion W:ORTE begleitet das Festival, sondern vor allem auch seine vielfältige Arbeit als Poet, Literaturvermittler und Leiter von Schreibwerkstätten. In diesem Jahr ist der Autor mit gemeinsam mit dem Kammerorchester InnStrumenti zu erleben. Jüngste Publikationen: Fremdenzimmer. Essays (weissbooks, 2015), Gastling. Gedichte. Wiederaufnahme 2015 (Schiler), 21 Gedichte aus Istanbul. (Matthes & Seitz 2016).

                                                          Das Tiroler Kammerorchester InnStrumenti feierte vor kurzem sein 20jähriges Bestehen und hat sich mit seinen Konzertreihen am Puls der Zeit etabliert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich der Musik unserer Zeit – bisher wurden über 140 Orchesterwerke in Auftrag gegeben und uraufgeführt. Künstlerischer Leiter ist Gerhard Sammer. Seit dem 2. Lyrikfestival ergänzt die Reihe „klang_sprachen“ das Repertoire, dafür zeichnen vor allem Hannes Sprenger und Klex Wolf  (u.a. im 8ung Kultur Vorstand) verantwortlich. Im Zentrum steht dabei die Verschränkung von (zeitgenössischer) Musik und Literatur. So ist – nach Barbara Hundegger, Raoul Schrott und Durs Grünbein – nun José F. A. Oliver mit dem Tiroler Kammerorchester InnStrumenti zu hören.

                                                            A‑CH W:ORTWECHSEL mit Isabella Feimer, Christian Futscher, Sascha Garzetti, Michelle Steinbeck, Christian Uetz,

                                                            Porträtcollage

                                                            Ort: Kunstpause, Museumstr. 15

                                                            Moderation: Barbara Hundegger, Gabriele Wild, Siljarosa Schletterer

                                                            Österreichisch-Schweizerische Begegnungen mit

                                                             

                                                            Isabella Feimer, geboren 1976, aufgewachsen in Schwechat, schreibt Prosa, Theaterstücke und Lyrik. Für ihr Schreiben erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen, zuletzt 2016 Kulturpreis des Landes Niederösterreich. Ihre Gedichte changieren zwischen balladenhaft und konzentriert, sie sind sinnliche Gebilde, Seelenerkundungen sowohl im Privaten wie auch im Politischen, wo sie düstere Stimmungen orten. „tiefschwarz“ hat viele Farben, davon erzählt ihr aktueller Gedichtband Tiefschwarz zu unsichtbar. Gedichte. Mit zehn Fotografien von Manfred Poor. Limbus Verlag 2017. 

                                                             

                                                            Christian Futscher, geboren 1960 in Feldkirch, Studium der Germanistik, lebt seit 1986 in Wien, schreibt Prosa, Hörspiele und Lyrik. In seinem aktuellen Lyrikband Alles außer Lyrik (Czernin 2018) bringt der Poet Beobachtungen, Betrachtungen und Alltägliches in wenigen Zeilen und mit viel Witz und Sinn für das Groteske auf den Punkt und führt vor, wie selbst das Unpoetischste zu Poesie werden kann. Jüngste Prosa-Publikation: Wer einsam ist in der großen Stadt. Erzählungen. Czernin, Wien 2017. 

                                                             

                                                            Sascha Garzetti, 1986 in Zürich geboren. Studium der Germanistik, Geschichte und Nordistik an der Universität Zürich. Er unterrichtet derzeit an der Kantonsschule Baden (CH). Die Titel seiner Gedichtbände Vom Heranwachsen der Sterne (Verlag Wolfbach 2010), Gespräch in der Manteltasche (Edition Isele 2012), Und die Häuser fallen nicht um (Verlag Wolfbach 2015), Mund und Amselfloh (Verlag Wolfbach 2018) machen schon deutlich wie bildreich seine Mundvokabeln direkt ins Gespür fallen. Auf der Suche nach Lebensgeheimnissen – nach dem „mehr“ zwischen und unter den Stimmen – lauscht er das Du ab.

                                                             

                                                            Michelle Steinbeck, geboren 1990 in Lenzburg, aufgewachsen in Zürich, studierte Literarisches Schreiben in Biel und lebt in Basel. Seit 2016 Schweizer Kuratorin für das Projekt “Babelsprech. International” zur Vernetzung junger deutschsprachiger und internationaler Poesie. Ihr Debütroman Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Lenos, 2016) war für den Deutschen und für den Schweizer Buchpreis 2016 nominiert. Ihre Gedichte sind provokant, ironisch und hemmungslos oder wie es die Autorin selbst ausdrückt “Explosionen auf dem Papier”. Mit Eingesperrte Vögel singen mehr, Volant & Quist 2018 liefert die Autorin ein hochexplosives Lyrikdebut.

                                                             

                                                             

                                                            Christian Uetz, geboren 1963 in Egnach, studierte er nach seiner Ausbildung zum Lehrer Philosophie, Komparatistik und Altgriechisch an der Universität Zürich. Seit 1998 lebt er als freier Schriftsteller. Er kann als philosophischer Poet bezeichnet werden. Ein Beispiel dafür ist auch sein letzter Lyrikband: Engel der Illusion (Secession Verlag 2018). Seine Live-Auftritte sind legendär und beweisen wie viel Performance in Gedichten stecken kann. Auswendig beschwört der Sprachakrobat bis zur Perfektion geschliffene Sätze herauf und lässt sie im Publikum einschlagen. Sein Können spiegelt sich auch in den Auszeichnungen wieder, so erhielt er beispielsweise den 3sat-Preis des Ingeborg Bachmann-Wettbewerbs (1999) oder den Bodensee-Literaturpreis für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk (2010).

                                                             

                                                             

                                                            Anja Utler, geboren 1973 in Schwandorf, lebt heute in Wien, die Gedichte der studierten Ostslavistin und Anglistin sind „sinnliche Klanginstallationen auf dem Papier wie im Vortrag, ohne bloße Lautpoesie zu sein“ (Jurybegründung Leonce und Lena Preis 2003). Die Wirkung dieser Poesie, die in ihrer Sprachverspieltheit verwundern, wie verstören, entfaltet sich vor allem auch im Vortrag der gelernten Sprecherzieherin. Publikationen zuletzt: ausgeübt. Eine Kurskorrektur. Edition Korrespondenzen, Wien 2011, Von den Knochen der Sanftheit: Behauptungen, Reden, Quergänge. Edition Korrespondenzen, Wien 2016.

                                                            Moderationen: Barbara Hundegger, Gabriele Wild, Siljarosa Schletterer