Carolina Schutti

Ort: Literaturhaus

Moderation: Gabi Wild

Komposition/Sampling/Ton: Ralph Schutti
Violoncello: Anita Knoll

Ein schattiges Dorf und eine Tante, die nicht über die Vergangenheit spricht: In diese Welt wird Maja von einem Tag auf den anderen geworfen. Mit dem frühen Tod ihrer weißrussischen Mutter geht ihre Sprache verloren, sie versteht die Tante nicht, die von nun an für sie sorgt. In dem abgelegenen Haus gibt es nicht viel Abwechslung für das in sich gekehrte Mädchen. Einzig Marek, ein ehemaliger polnischer Zwangsarbeiter, vermag Maja ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. Der Klang seiner Muttersprache weckt in ihr eine Erinnerung an die eigenen vergessenen Wurzeln, an die verlorene Sprache ihrer frühesten Kindheit. Als Heranwachsende versucht sie, an der Seite ihrer Freundin ihrer inneren Heimatlosigkeit zu entkommen und verlässt schließlich mit deren Bruder das Dorf, um in der Stadt ein neues Leben zu beginnen. Doch Sprachlosigkeit und unausgesprochene Geheimnisse lassen sie auch dort nicht los. Sie beschließt, das Schweigen hinter sich zu lassen und begibt sich auf die Suche nach ihrer verlorenen Herkunft.

Carolina Schutti: Einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein. Roman. Otto Müller Verlag 2012

    Schutti, Carolina

    geboren 1976, lebt in Inns­bruck. Studi­um der Ger­man­is­tik, Anglis­tik und Amerikanis­tik, Konz­ert­gi­tarre und Gesang. Tätigkeit als Lek­torin an der Uni­ver­sität Flo­renz und als wis­senschaftliche Mitar­bei­t­erin im Lit­er­aturhaus am Inn. Pub­lika­tio­nen in Antholo­gien und Lit­er­aturzeitschriften. Mehrere Ausze­ich­nun­gen und Preise. Ihr Inter­esse gilt unter anderem Hör­spie­len und inter­diszi­plinären Pro­jek­ten. Sie veröf­fentlichte zahlre­iche Büch­er (zulet­zt Patag­o­nien, Edi­tion Lau­rin 2020), die bis­lang in dreizehn Sprachen über­set­zt und vielfach aus­geze­ich­net wur­den, u. a. 2015 mit dem EU-Literaturpreis.

    Car­oli­na Schutti