Fabio Bonafé

Ort: Literaturhaus

Le pecore impazienti (Verlag Curcu & Genovese, 2009), zu deutsch Die ungeduldigen Schafe von Fabio Bonafé vereint „ 75 Geschichten und ein Rezept“. Geschichten, die sich ineinander verflechten, voneinander entfernen und letztendlich in ihrer Gesamtheit einen einzigen, etwas bizarren Roman bilden, dessen Komposition an Bilder erinnert wie etwa jene von Pieter Bruegel dem Älteren, dem eine der Geschichten gewidmet ist. Das Buch hat nicht nur einen Protagonisten, sondern viele, so wie jedes Leben sich aus mehreren Personen und vielen kleinen Geschichten zusammensetzt. Jedes „Schaf“ hat seine Rolle, betritt die Bühne mit seinem Charakter und verlässt sie wieder, um seinem Abenteuer zu folgen. Bestimmte Schafe erscheinen mehrmals und führen jenen Wollfaden mit sich, der das Buch zusammenhält, den man aber, wenn man unaufmerksam ist, immer wieder verlieren kann.

Es ist auch ein Buch über das zwanzigste Jahrhundert, über dessen Ängste, Illusionen, Tragödien aber auch dessen Suche nach Sinn. Mit verhaltener Ironie, gleichzeitig unsicher und verloren, begegnen die Schafe den Wahrheiten der Vergangenheit und hauchen somit einem letztendlich politischen und religiösen Buch ihr Leben ein.

Fabrizio Bonafé: Le pecore impazienti. Settantacinque storie e una ricetta (Curcu & Genovese 2009)

    Bonafé, Fabio

    geboren 1948 in Mar­ci­o­la bei Flo­renz, Studi­um in Bologna, lebt in Bozen. Unter­richtete ca. 25 Jahre lang an deutschsprachi­gen Ober­schulen zwis­chen Bozen und Mer­an. Lek­tor an der Uni­ver­sität Olo­mouc (Tschechien) und Inns­bruck, Mitar­beit­er der Tageszeitung Alto Adige .