Gusel Jachina

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Andrea Zink

Gusel Jachina: Wo vielleicht das Leben wartet. Roman

Kasan 1923: Im Wolgagebiet herrscht große Hungersnot. Dejew, ein ehemaliger Soldat auf der Seite der Roten, soll fünfhundert elternlose Kinder mit einem Zug nach Samarkand schaffen, um sie vor dem sicheren Hungertod zu retten. Aber es fehlt an allem für den Transport: Proviant, Kleidung, Heizmaterial für die Lokomotive, Medikamente. Der im Aufbau Verlag erschienene Roman von einer der „bedeutendsten Autorinnen der russischen Gegenwartsliteratur“ (Ljudmila Ulitzkaja) ist ein Roadmovie durch ein total zerrüttetes Land, in dem in weiten Teilen immer noch der Bürgerkrieg wütet. In ihrem in Russland im Jahr 2020 erschienenen und nun in der deutschen Übersetzung von Helmut Ettinger vorliegenden Roman Wo vielleicht das Leben wartet beschäftigt sich Gusel Jachina mit einem düsteren Kapitel der Sowjetgeschichte.

In Kooperation mit dem Institut für Slawistik

    Guzel-Yakhina

    Jachina, Gusel

    wurde 1977 in Kazan, der Haupt­stadt der Repub­lik Tatarstan in der Rus­sis­chen Föder­a­tion, geboren und wuchs zweis­prachig – tatarisch und rus­sisch – auf. Ihre Kar­riere als Schrift­stel­lerin ist noch jung: Nach Veröf­fentlichung der bei­den Erzäh­lun­gen Motylëk (2014, dt. Fal­ter) und Vin­tov­ka (2015, dt. Gewehr) in renom­mierten rus­sis­chen Lit­er­aturzeitschriften legte die Autorin 2015 ihren Debütro­man Zule­jcha otkry­vaet glaza (dt. Sulei­ka öffnet die Augen) vor, der mit zahlre­ichen Preisen aus­geze­ich­net und in über 30 Sprachen über­set­zt wurde. 2018 fol­gte ihr Roman Deti moi (dt. Wol­gakinder, 2019, Berlin: Auf­bau-Ver­lag 2019).