Josef Winkler

Ort: Literaturhaus

Moderation: Wolfgang Hackl

im Rahmen des Writer-in-Residence-Programms der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck

Josef Winkler hat „schonungslos und mit unerhörter Radikalität die Katastrophen seiner katholischen Dorf-Kindheit und die seines Ausgesetztseins in einer mörderischen Welt in barock-expressive, rhythmische Prosa von dunkler Schönheit verwandelt“, heißt es in der Begründung der Jury zur Verleihung des Büchner-Preises 2008 . Seit seinem ersten Roman Menschenkind ( 1979 ), der mit Der Ackermann aus Kärnten ( 1980 ) und Muttersprache ( 1982 ) die Trilogie Das wilde Kärnten bildet, beschreibt Winkler das bäuerlich-katholische Leben und die Stummheit und Sprachlosigkeit der österreichischen Provinz. Seine Texte kreisen in immer neuen Variationen um den Tod, der neben Sexualität oder Religion zu den zentralen Themen seiner suggestiven Prosa gehört. In den literarischen Reflexionen seiner vielen Reisen nach Italien, Mexiko und vor allem nach Indien kontrastiert er die religiös-liturgischen Bilder seiner Kindheit mit den Zeremonien fremder Totenrituale.

    Winkler, Josef

    geboren 1953 in Kamer­ing in Kärn­ten, nach ver­schiede­nen Tätigkeit­en seit 1982 freier Schrift­steller, lebt in Kla­gen­furt. Zahlre­iche Preise und Ausze­ich­nun­gen, zulet­zt Großer Öster­re­ichis­ch­er Staat­spreis ( 2007 ), Georg Büch­n­er-Preis ( 2008 ), Erich Fried-Preis ( 2009 ), Ehren­dok­torat der Uni­ver­sität Kla­gen­furt ( 2009 ).
    Werke (Auswahl): Das wilde Kärn­ten . Trilo­gie ( 1984 ), Der Leibeigene ( 1987 ), Fried­hof der bit­teren Orangen ( 1990 ), Dom­ra. Am Ufer des Ganges ( 1996 ), Natu­ra mor­ta. Eine römis­che Nov­el­le ( 2001 ); Rop­pon­gi. Requiem für einen Vater ( 2007 ), Ich reiß mir eine Wim­per aus und stech dich damit tot. Geschicht­en­samm­lung ( 2008 ), Die Real­ität so sagen, als ob sie trotz­dem nicht wär ( 2010 ). Alle: Suhrkamp.

    www.josefwinkler.at/