Julya Rabinowich

Ort: Literaturhaus

Moderation: Anna Rottensteiner

Julya Rabinowich debütierte 2008 mit ihrem Roman Spaltkopf, der in der edition exil erschien und für den sie den Rauriser Literaturpreis erhielt. Davor war sie bereits als Dramatikerin tätig.

Paul Jandl schreibt in seiner Rezension (NZZ): „Mit hohem Tempo und trockener Ironie [erzählt die Autorin] die autobiografische Geschichte einer Emigration. 1977 ist Rabinowich mit ihrer Familie nach Wien ausgewandert. In der Fremde, die ihr schon bald nahe ist, entwickelt die Ich-Erzählerin ein Sensorium für die Feinheiten des Lebens – des neuen wie des alten. Die jüdische Verwandtschaft der kommunistischen Kinderjahre wird in atmosphärisch dichten Episoden geschildert, der Wiener Gegenwart gilt eine selbstbewusste Distanz. Spaltkopfist ein Entwicklungsroman von großer Anschaulichkeit, dessen souveräne und freche Sprache Beweis dafür ist, dass Julya Rabinowich nicht nur in einer neuen Heimat angekommen ist, sondern auch in der Literatur.“

Der Roman wurde 2011 im Deuticke Verlag neu aufgelegt. Im selben Jahr erschien Rabinowichs Herznovelle, ein Text über die Sehnsucht nach einem Leben vor dem Tod. Nach einer Herzoperation findet die Protagonistin nicht mehr in ihr früheres Leben zurück. Es wäre alles in Ordnung, wenn da nicht ihre Träume wären, in denen sie mehr lebt als in ihrem realen Leben. Sie täuscht einen Notfall vor und kommt wieder ins Krankenhaus, wo sie sich auf die Suche nach dem Herzchirurgen macht, der ihr das Leben gerettet hat. Er wird, er muss sie verstehen, hat er doch „ihr Herz berührt“.