Lange Nacht der W:ORTE — Barbara Hundegger und Monika Rinck

Ort: BEI IHNEN ZU HAUSE

Moderation: Josè Oliver

„Lyrik ist Dichten, Dichten die Fähigkeit, überflüssige Wörter gehen zu lassen und dadurch den Gehalt eines Textes zu vergrößern – Lyrik ist also das Gegenteil von Diät: ein Gedicht hat die Fähigkeit zuzunehmen vom Abnehmen.“ So kann nur Barbara Hundegger (geboren 1963 in Hall/Tirol) über Lyrik sprechen, und endlich wurde ihr umfangreiches Oeuvre offiziell gewürdigt, indem ihr nach dem Tiroler Kunstpreis 2020 heuer der österreichische Kunstpreis für Literatur verliehen wurde. Seit dem Debüt Und in den Schwestern schlafen vergessene Dinge (Wieser 1998) sind ihre Texte der Verdichtung, dem Engagement und der Suche nach Erkenntnis durch Poesie gewidmet. Ihr 2020 bei Haymon erschienener Band [anich.atmosphären.atlas] war unter den zehn Lyrikempfehlungen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. (AnRo)

Monika Rinck, Studium der Religionswissenschaft lebt in Berlin und Wien. Seit 1989 diverse Veröffentlichungen in vielen Verlagen. Sie schreibt Lyrik, Essay und Prosa, übersetzt gemeinsam mit Orsolya Kalász aus dem Ungarischen, kooperiert mit Musiker:innen und Komponist:innen und unterrichtet an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Ihre luzide Art der Grenzüberschreitung zwischen den Gattungen und Disziplinen macht ihr lyrisches und essayistisches Werk einzigartig und sie  zur Monarchin einer neuen Lyrikaristokratie, wie es Christian Metz in seiner literaturwissenschaftlichen Studie euphorisch bezeichnet. 2015 erhielt Monika Rinck den Kleist-Preis, 2017 den Ernst-Jandl-Preis, 2021 den Berliner Literaturpreis. Im Frühjahr 2019 erschien das Lesebuch Champagner für die Pferde im Fischer Verlag und der neue Lyrikband Alle Türen bei kookbooks, sowie die Poetikvorlesung Wirksame Fiktionen im Wallstein Verlag und HEIDA HEIDA HE! im Wunderhorn Verlag. (rore)

José F.A. Oliver, geboren als Sohn andalusischer Gastarbeiter, lebt als freier Dichter, Übersetzer und Organisator des Hausacher Leselenzes mitten im Schwarzwald. Er verlieh dem Tiroler Lyrikfestival seinen Namen. Doch nicht nur seine Doppelpunkt-Konstruktion W:ORTE begleitet das Festival, sondern vor allem seine vielfältige Arbeit als Poet und Vermittler. Beeindruckt hat er auch 2019 bei seinem großartigen Auftritt mit dem Tiroler Kammerorchester Innstrumenti. Heuer wird er gleich zweimal als kompetent-charmanter Moderator zu erleben sein. Zuletzt erschienen: wundgewähr (Matthes & Seitz 2018) und – gm. mit Mikael Vogel - zum Bleiben, wie zum Wandern – Hölderlin, theurer Freund (Schiler & Mücke, 2020). (rore)