Laura Cheie

Ort: Literaturhaus

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Brenner-Forum

„Die lakonische Lyrik der Nachkriegszeit, deren Siegeszug in den späten sechziger Jahren einsetzte und bald beinah alle anderen Formen der Lyrik alt aussehen ließ, war in erster Linie Ausdruck der damals hoch im Kurs stehenden Rhetorik der Vernunft, eine Stimme des Protests gegen jegliches politische und literarische Geschwätz, nicht selten vorgetragen mit dem Anspruch, in diesen Zeitläuften allein noch relevant zu sein, aber auch verbunden mit dem Mut, den Erwartungshorizont des Publikums mit gewaltigen Hieben zu durchbrechen und dieses mit semantisch extrem dichten Konstellationen zum Nach-Denken, wenn nicht sogar zum Mit-Dichten herauszufordern. Günter Eich, Erich Fried, Reiner Kunze – sie sind nicht die einzigen, aber die herausragenden Repräsentanten dieser oft schon nahe am Schweigen angesiedelten, vielfach auf subversive Wirkung bedachten Poesie. […] In ihren paradigmatischen Gedichtanalysen leuchtet Cheie die Psychologie und Rhetorik lakonischer Dichtung so scharf wie nur möglich aus und geht den diversen Funktionen der verschiedenen ästhetischen Konstruktionen mit der denkbar größten Aufmerksamkeit nach: Hier erscheinen somit auch Gedichte in einem neuen Licht, die schon vielfach besprochen und gewürdigt worden sind, wie Eichs Inventur, Frieds Was es ist oder Kunzes Kinderzeichnung.“ (Aus dem Vorwort von Johann Holzner)

Laura Cheie: Harte Lyrik. Zur Psychologie und Rhetorik lakonischer Dichtung in Texten von Günter Eich, Erich Fried und Reiner Kunze. StudienVerlag 2010