Limbus im W:ORT — Timo Brandt, Isabella Krainer, Jana Volkmann

Ort: BEI IHNEN ZU HAUSE

Moderation: Robert Renk und Siljarosa Schletterer

(aus der Wagner’schen Buchhandlung)

Ob Snoopy, Rainer Maria Rilke oder Songtexte von Mary Chapin Carpenter: Bei Timo Brandt hat alles Platz, das in Buchstaben zu fassen ist. Er haucht den Gefühlsmomenten der Achterbahnfahrt namens Leben greifbare Worte ein. Seine Bände kommen lyrisches Kassettentape gleich. Eloquent und stilsicher kleidet Timo Brandt jedes Gedicht in den richtigen Duktus. Nur eines bleibt von Anfang an gleich: „Du // stehst hier drin.“ Timo Brandt bereichert die Welt nicht nur mit seiner Lyrik und Rezensionen, sondern poetisiert sie täglich mit seinen Lesefundstücken.  Zuletzt erschienen: Ab hier nur Schriften. (Aphaia Verlag 2019), Das Gegenteil von Showdown (Limbus 2020), Nicht noch mal Legenden (edition keiper, 2020), nicht die Hymnen, die ihr sucht (edition offenes feld 2020). (srs)

Isabella Krainer, 1974 in Friesach/Kärnten geboren, schreibt und macht, was sie will. Und das mit Bravour! Sie bespielt Stammtische ebenso wie Geburtsstationen und zeichnet mit ihrem Lyrikband eine (falls es sie gibt: typisch österreichische) Allerwelts- oder Jederfrau-Biografie nach: von der Gehschule bis zum Laufpass. „Zwischen den Zeilen dieser Anti-Heimatgedichte tun sich Abgründe auf“, schrieb Joachim Leitner über Vom Kaputtgehen (Limbus 2020). Zwischen Politsprech und Dialektlandschaft treffen ihre Gedichte (bis in) den Kern. Dabei beweist sie, dass Gstanzln, Aphorismen und zeitgenössische Lyrik durchaus das gleiche meinen können: Faszination am Wortwitz, am Sprachbewusstsein am pointierten Schreiben. Bis 2017 lebte sie in Tirol, war ÖH-Vorsitzende und erhielt 2016 das Hilde-Zach-Stipendium der Stadt Innsbruck. (srs)

Jana Volkmann, geboren 1983 in Kassel, hat im Norden, im Westen und im Osten Deutschlands gelebt, bevor sie 2012 nach Wien zog. Sie arbeitet als Journalistin und Autorin. Außerdem arbeitet sie an einer Dissertation über Hotels in der Gegenwartsliteratur. Ihr Roman Auwald (Verbrecher Verlag 2020) brachte ihr sofort den Bremer Literaturpreis ein. Investitionsruinen (Limbus 2021) ist ihr erster Lyrikband. Darin reist sie mit einer poetischen Mütze voller W:ORTE von Feldkirch über den Globus zu feministischen Liebesgeschichten. Trotz der Schwere mancher Themen wirken ihre Gedichte hoffnungsfroh (was durch die Zeichnungen von Jörn P. Budesheim ironisch sanft konterkariert wird). Bei W:ORTE wird sie erstmals aus ihrem Lyrikdebüt lesen. (rore)