Jergović, Miljenko

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Andrea Zink

Dolmetscherin: Mascha Dabić

„Wir standen uns nicht nah, obwohl es immer hieß, ich sei ganz der Vater.“ Das letzte Telefonat zwischen Vater und Sohn löst eine Flut von Erinnerungen aus: In seinem neuen Buch Vater taucht -Miljenko Jergović in die Abgründe seiner eigenen Familie ein und beleuchtet die tragischen Verwicklungen seiner Heimat. Er beschreibt den Lebensweg seines Vaters, eines angesehenen Arztes und Experten für Leukämie, dessen Einsatz für die ländliche Bevölkerung und politische Haltung. Zugleich bezieht er kritisch Stellung zur kroatischen Geschichte und dem Umgang mit der faschistischen Vergangenheit.
Ohne Pathos, mit Witz und einer Portion Sarkasmus schildert Miljenko Jergović die jugoslawische Lebenswirklichkeit, die das Schicksal seines Vaters bestimmte und damit auch den Sohn prägte. Vater ist das literarische Dokument seiner Familie: Leidenschaftlich und pointiert erzählt er anhand ihrer Lebensstationen von den historischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan und deren Auswirkungen bis heute.

Miljenko Jergović: Vater. Roman. Aus dem Kroatischen von Brigitte Döbert. Schöffling & Co 2015.

In Kooperation mit dem Institut für Slawistik

    Jergović, Miljenko

    geboren 1966 in Sara­je­vo, lebt in Zagreb, schreibt in kroat­is­ch­er Sprache. Er arbeit­et als Schrift­steller und poli­tis­ch­er Kolum­nist und ist ein­er der großen europäis­chen Gegen­wart­sautoren. Seine Büch­er sind in zahlre­iche Sprachen über­set­zt und vielfach aus­geze­ich­net wor­den. Pub­lika­tio­nen (Auswahl): Sara­je­vo Marl­boro. Erzäh­lun­gen (2009), Free­lander. Roman (2010), Wol­ga, Wol­ga. Roman (2011, alle: Schöf­fling & Co).

    www.jergovic.com/ajfelov-most