Najem Wali

Najem Wali während der Veranstaltung

Ort: Literaturhaus

Moderation: Anna Rottensteiner

Wenn Terroristen in Paris in die Menge schießen und Dutzende Menschen ermorden, wenn die Tugendwächter der Französischen Revolution Tausende enthaupten lassen, um „aufklärerische Ideale“zu verwirklichen, aber auch wenn Dostojewskis „Dämonen“ morden, weil ihr Nihilismus ihnen jedes moralische Empfinden raubt – was geht dann in ihnen vor? Warum machen sich Menschen zu Herren über Leben und Tod – und damit zu Gott? Auch wenn sie sich auf Gott oder ein politisches Ideal berufen, so Walis provokante These, dann gilt in Wahrheit genau das Gegenteil: Was all diese Mörder antreibt, ist die Faszination der Gewalt, das Gefühl absoluter Macht, der Wunsch, tödliche Angst zu verbreiten und das soziale Fundament des Vertrauens zu zerstören.

Najem Wali im Gespräch

Walis Buch Im Kopf des Terrors ist eine kritische Kulturgeschichte, in der sich der Autor den Themen Terrorismus und Gewalt von Seiten der Literaturgeschichte begegnet: „Weil wir den Terror oft als ein Phänomen der jüngeren Gegenwart verstehen und vielleicht auch verstehen wollen, ist mittlerweile völlig in Vergessenheit geraten, dass er schon immer Stoff für große Literaten, für Hemingway, Sartre, Dostojewski oder Büchner, gewesen ist.“

Najem Wali: Im Kopf des Terrors. Vom Töten mit und ohne Gott. Residenz Verlag 2016

Das Portrait von Najem Wali

Wali, Najem

1956 im ira­ki­schen Bas­ra gebo­ren, wur­de als anders Den­ken­der inhaf­tiert und gefol­tert. Er flüch­te­te 1980 nach Aus­bruch des Iran-Irak-Kriegs nach Deutsch­land. 1988 Abschluss des Ger­ma­nis­tik­stu­di­ums in Ham­burg und anschlie­ßend Stu­di­um der spa­ni­schen Lite­ra­tur in Madrid. Er war lang­jäh­ri­ger Kul­tur­kor­re­spon­dent der ara­bi­schen Tages­zei­tung Al-Hayat und schreibt regel­mä­ßig u.a. für die Süd­deut­sche Zei­tung, die NZZ, die taz und den Spie­gel. Er ver­öf­fent­lich­te zahl­rei­che Roma­ne und Erzäh­lun­gen. Wali lebt als frei­er Schrift­stel­ler und Jour­na­list in Ber­lin. Er lebt als frei­er Schrift­stel­ler und Jour­na­list in Berlin.

www.najemwali.de