Norbert Gstrein

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Johann Holzner

John ist tot: Niedergestochen mitten in San Francisco. Er war amerikanischer Jude, ein hinreißender Draufgänger, kraftstrotzend und doch traumatisiert von seinem freiwilligen Dienst in der israelischen Armee. Hugo reist auf den Spuren seines Freunds nach Kalifornien, wo er und John sich vor einem halben Leben kennengelernt haben. Bald darauf landet er in Israel und findet sich auf beiden Seiten des jüngsten Gaza-Konflikts wieder. Zwischen den USA, Israel und Palästina, den ersten Lieben zweier junger Männer, ihrem Älterwerden und der großen Politik stellt Norbert Gstreins mitreißender Roman In der freien Welt eine aufrüttelnde Frage: Wie können wir in der freien Welt gemeinsam leben, ohne einander Schmerz zuzufügen?

Der Roman wird am Dienstag, den 23. Februar in der Buchhandlung Haymon vorgestellt, anschließend an diese Veranstaltung soll in der Diskussion im Literaturhaus am Inn danach gefragt werden, was Literatur kann und auf welche Weise die Literatur Möglichkeiten bietet, um sich in einem verminten Gelände (Norbert Gstrein) zu bewegen und inwiefern über das literarische Schreiben ein neuer Blick auf scheinbar unauflösbare Krisenherde, wie jener des Nahost-Konflikts eröffnet werden kann.

Norbert Gstrein, geboren 1961, freier Schriftsteller in Hamburg, zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Alfred-Döblin-Preis, Uwe-Johnson-Preis. Zahlreiche Publikationen zuletzt: Die Winter im Süden. Roman (2008, Hanser), Die ganze Wahrheit. Roman (2010, Fischer)

Johann Holzner, geboren 1948, Leiter des Brenner-Archivs 2001–2013, seit 2014 Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Theodor-Fontane-Archivs Potsdam.

    Gstrein, Norbert

    1961 in Tirol geboren, lebt in Ham­burg. Er zählt zu den bedeu­tend­sten Autoren der deutschsprachi­gen Gegen­wart­slit­er­atur und wurde mit zahlre­ichen Preisen bedacht – u.a. 2019 mit dem Öster­re­ichis­chen Buch­preis, 2021 mit dem Thomas-Mann-Preis. Zulet­zt ist sein Roman Vier Tage, drei Nächte (Hanser 2022) erschienen.

    Gmünder, Stefan

    1965 in Bern geboren, lebt in Wien, arbeit­et seit 1998 als Lit­er­aturredak­teur bei der Tageszeitung Der Stan­dard, seit 2014 Juror beim Ingeborg-Bachmann-Preis.