Eine Lesung mit Gedich­ten und Tex­ten von Chris­ti­ne Bus­ta (1915–1987)

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Erika Wimmer

Textauswahl: Ursula Schneider, Annette Steinsiek;
Lesung gemeinsam mit Erika Wimmer

Christine Bustas 100. Geburtstag wird zum Anlass genommen, erstmals ein Portrait von ihr mit ihren Texten zu zeichnen. Briefe, aber auch nichtliterarische Formen wie Juryurteile, Reden, Rezensionen, Fragebögen werden – zum Teil in Ausschnitten – neben aus-gewählte Gedichte gestellt. Äußerungen über Kolleginnen und Kollegen und den Literaturbetrieb, über die eigene Karriere und Krise akzentuieren oder kontrastieren die poetische Formung. Busta hatte schon als Gymnasiastin im Schreiben einen Ausweg aus kleinstbürgerlich beengenden Lebensumständen gefunden, zunächst mit eher elitären Gedichten. Nach 1947 wurde sie eine zunehmend anerkannte Akteurin im Literaturbetrieb – zu dem bis Ende der 1950er-Jahre auch die Wiener Städtischen Büchereien zählen, in denen sie von 1950 bis 1976 arbeitete – und förderte bestimmte Autorinnen und Autoren sowie Schreibhaltungen. Ihre poetische Sprache wendete sich an viele und erreichte viele, auch weil darin die Erfahrung der weniger Privilegierten ausgedrückt schien. In den 1970er-Jahren fiel ihre zeitlose Ästhetik endgültig unter Konservatismusverdacht. Wie lesen wir Busta heute?

Publikationen u.a.: Christine Busta: Lampe und Delphin (1955); dies.: Salzgärten (1975); dies.: Erfreuliche Bilanz. Dialekt-gedichte. Hg. Christine Tavernier-Gutleben, Ursula A. Schneider, Annette Steinsiek (2013, alle: Otto Müller); Ursula A. Schneider, Annette Steinsiek: Schuld und Schreiben, Trauer und Tröstung, Pan und „Plan“. Der Nachlaß Christine Bustas und seine Perspektiven für die Forschung. In: Michael Hansel (Hg.): Christine Busta. Texte und Materialien (2008, Sonderzahl).

Ursula Schneider und Annette Steinsiek sind Mitarbeiterinnen am Brenner-Archiv, leiteten von 2008 bis 2012 ein Forschungsprojekt zu Christine Busta; in diesem Zusammenhang ist eine umfangreiche Datenbank entstanden, die „Lyrik“, „Prosa und Drama“, „Briefe“, „Nichtliterarisches“ enthält (google-Suche: Bustasearch).
www.uibk.ac.at/brenner-archiv/mitarbeiter

Erika Wimmer ist Mitarbeiterin am Brenner-Archiv und Autorin. www.erikawimmer.net

In der Reihe [ Im Fokus: Brenner-Archiv ] stellen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungsinstituts mit ihren Arbeitsschwerpunkten vor.
In Kooperation mit dem Brenner-Forum.