[Innsbrucker Poetik-Vorlesung]

Die 1984 von Alfred Dopp­ler initi­ier­ten Inns­bru­cker Poetik-Vorlesungen bie­ten den Stu­die­ren­den Ein­blicke in das zeit­ge­nös­si­sche lite­ra­ri­sche Leben: Öster­rei­chi­sche Auto­rin­nen und Auto­ren spre­chen im Rah­men einer Block­ver­an­stal­tung über ihr Werk und über ihre Sicht auf die Lite­ra­tur.

Die (öffent­li­chen) Poetik-Vorlesungen fin­den seit des­sen Grün­dung im Lite­ra­tur­haus am Inn statt.

Anna Kim: Über die Dring­lich­keit 2

Ort: Literaturhaus am Inn

Der zweite Abend mit Anna Kim.

In der diesjährigen Poetikvorlesung wird Anna Kim über die Dringlichkeit als ästhetische und ethische Kategorie im Schreiben sprechen: über den Drang als Voraussetzung, Bedingung für das Schreiben und Weiterschreiben und über das Dringliche als Ursprung, Quelle der literarischen Arbeit.

Anna Kim: Über die Dring­lich­keit

Ort: Literaturhaus am Inn

In der diesjährigen Poetikvorlesung wird Anna Kim über die Dringlichkeit als ästhetische und ethische Kategorie im Schreiben sprechen: über den Drang als Voraussetzung, Bedingung für das Schreiben und Weiterschreiben und über das Dringliche als Ursprung, Quelle der literarischen Arbeit.

Poetik-Vorlesung mit Sepp Mall

Ort: Literaturhaus

Mittwoch, 20 Uhr: Lesung. Einführung: Wolfgang Wiesmüller
Donnerstag und Freitag, jeweils 16   –   18 Uhr + 20   –   22 Uhr:

Am Mittwochabend wird Sepp Mall als Auftakt zu seiner Poetik-Vorlesung einen Querschnitt aus seiner lyrischen Produktion lesen, von Läufer im Park (Haymon 1992 ) bis zu Wo ist dein Haus (Haymon 2007 ), von den Gedichten des Meraner Lyrikpreises 1996 bis hin zu neuen unveröffentlichten Texten.

In der Poetik-Vorlesung wird der Autor folgende Themen streifen: Lyrik und andere Grenzüberschreitungen; Spiegelungen, Versteckspiele und blinde Hunde: Das lyrische und das biographische Ich; Schreiben lernen – von Einflüssen, falschen Vorbildern und Weggenossen; Schönheit ist unerlässlich – Wortkollisionen, Durchschüsse, Virgeln; Engagierte Lyrik – das verbotene Politische, das verschämt Poetische. Mit Textbeispielen von Erich Fried, Bert Brecht, Klaus Menapace, n.   c.   kaser, Martina Hefter und anderen.

Sepp Mall, geboren 1955 in Graun, lebt in Meran, schreibt seit 1971 Lyrik, Prosa und Hörspiele. Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften und Hörfunk. Neben den bereits erwähnten Lyrikbänden veröffentlichte er u.   a. den Roman Wundränder (Haymon 2004 ).

Lesung und Poetik-Vorlesung mit Lud­wig Laher

Ort: Literaturhaus

Poetik-Vorlesung

Donnerstag, 6. Nov., 16–18 Uhr, 20–22 Uhr
und Freitag, 7. Nov., 10–12 Uhr, 14–16 Uhr

Ist Sprache lebender Organismus oder tote Materie? Läßt sich ihre schriftliche Wiedergabe von Zeit zu Zeit neu verordnen? Präskriptiv und exakt? Indem Entwicklungen nachvollzogen und Optionen akzeptiert werden? Was bleibt vom Disziplinierungsmittel „Rechtschreibfehler“ angesichts der Kraft des faktischen technischen Fortschritts (SMS, E-Mail, Blog usw.) und sich ständig ändernder Vorschriften? Von solchen Fragen führen Ludwig Lahers Überlegungen zu den persönlichen „Hausorthographien“ von Prosaschriftstellern als Teil ihres ästhetischen Programms. Laher befasst sich etwa mit Elfriede Jelinek, Kathrin Röggla, Raoul Schrott oder Peter Waterhouse und hat sich mit ihnen persönlich dazu ausgetauscht. Aber auch Goethe, Stifter, Kafka oder Uwe Johnson kommen zur Sprache. Ludwig Lahers Poetikvorlesungen erlauben tiefe Einblicke in die ästhetischen wie die literatursoziologischen Implikationen sprachlicher Zeichen.

Ludwig Laher, geboren 1955 in Linz. Studium der Germanistik, Anglistik und Klassischen Philologie. Lebt als freier Schriftsteller in Sankt Pantaleon. Veröffentlichungen: Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele, Drehbücher, Übersetzungen sowie wissenschaftliche Arbeiten. Seine Bücher wurden/werden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ludwig Laher: IxbeliebigeWahr-Zeichen? Über Schriftsteller-„Hausorthographien“ und amtliche Regel-Werke. Einbegleitet von Elfriede Jelinek. Essay (Studien Verlag 2008)

Poe­tik­vor­le­sung von Kath­rin Rög­g­la

Ort: Literaturhaus

Donnerstag, 10. + Freitag, 11. April
jeweils 16.00-18.00 Uhr und 20.00-22.00 Uhr

An den Beispielen von wir schlafen nicht (S. Fischer 2004, Roman), junk space (BR 2004, Drama) und draußen tobt die dunkelziffer (DRS 2005, Drama) stellt Kathrin Röggla die Frage, was es bedeutet, dokumentarische Mittel in der ästhetischen Arbeit anzuwenden. Wie sieht der Rechercheprozess aus, was hat er mit dem Sprechen, verschiedenen Gesprächsformen und Aufnahmeverfahren zu tun und wie könnte dabei der Transmissionsriemen zwischen Politik und Ästhetik in Schwung geraten? Anhand des Roman- und Theaterprojekts die ansprechbaren, das sich mit dem Katastrophischen und der Krisenintervention bzw. der Arbeit an Krisen beschäftigt, versucht die Autorin, mögliche literarische Antworten auf virale Medienerzählungen, Genreterror und politische Rhetoriken zu skizzieren.

Feli­ci­tas Hop­pe Poetik-Vorlesung

Ort: Literaturhaus

Geistesgegenwart

"GEISTESGEGENWART, sagt mein alter Brockhaus, sei Besonnenheit und rasche Entschlusskraft. Und ich füge hinzu, sie meint weder Zeitgeist noch Zeitgenossenschaft, sondern jene seltene Wachheit, die uns instand setzt, alles, was uns betrifft, sei es nun Teil der Gegenwart, der Vergangenheit oder der Zukunft, miteinander in ein produktives Verhältnis zu setzen." (Felicitas Hoppe)

Und wie geht das in der Literatur? Felicitas Hoppe spricht über Geister der Gegenwart und der Vergangenheit, über die Unmöglichkeit des Historischen Romans und über den zweifelhaften Begriff der Gegenwartsliteratur. Und nicht zuletzt über den großen Wunsch zu handeln und das Eingesperrtsein im Erzählen darüber. Die Autorin hält sich im Mai als Writer in Residence auf Einladung der Philologisch Kulturwissenschaftlichen Fakultät der
Leopold-Franzens-Universität und der Stadt in Innsbruck auf. Näheres zu den weiteren Veranstaltungen mit Felicitas Hoppe finden Sie unter: www.uibk.ac.at/writer-in-residence

Felicitas Hoppe, geboren 1960 in Hameln, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. 1996 erschien ihr Debüt Picknick der Friseure (1999) nach einer Weltreise auf einem Frachtschiff, folgte der Roman Pigafetta (2003) Paradiese, Übersee und 2004 Verbrecher und Versager. Für ihr Werk wurde Felicitas Hoppe mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Aspekte-Literaturpreis (1996), dem Ernst-Willner-Preis im Bachmann-Literaturwettbewerb (1996), zuletzt mit dem Brüder Grimm-Preis (2005).

Eine Veranstaltung im Rahmen der Tagung
"Felicitas Hoppe im Kontext der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur"
vom 22. bis 24. Mai, durchgeführt vom Innsbrucker Zeitungsarchiv www.uibk.ac.at/iza

Öffent­li­che Poetik-Vorlesung mit Franz Josef Czer­nin und Raoul Schrott

Ort: Literaturhaus

Poetik des Denkens - Übersetzen und das Denken der Poesie

Über neurologische Grundlagen der Dichtung

Über poetische Grundlagen der Neurologie

Warum verstehen wir Metaphern?

Zur poetischen Metapher

Warum sind Wörter eines Gedichtes nicht ersetzbar?

Was unterscheidet Prosa von Poesie?

Wie hat sich das Gedicht durch die Schrift verändert?

Schrott interpretiert ein Gedicht Czernins.

Czernin interpretiert ein Gedicht Schrotts.

Franz Josef Czernin, geboren 1952, Studium in den USA, seit 1978 Publikationen von Lyrik, Prosa, Theaterstücken, Essays und Aphorismen. Zahlreiche Übersetzungen. Zuletzt: natur-gedichte (1996), Apfelessen mit Swedenborg. Essays zur Literatur (2000), Voraussetzungen. Vier Dialoge (2002), elemente.sonette (2002), das labyrinth erst erfindet den roten faden. einführung in die organik (2005). Lebt zumeist in Rettenegg/Steiermark.Raoul Schrott, geboren 1964, Studium der Literatur und Sprachwissenschaft in Innsbruck, Norwich, Paris und Berlin. Lebt in Irland. Veröffentlichungen u.a.: Finis Terrae (1995), Hotels (1995), Tropen. Über das Erhabene (1998), Die Wüste Lop Nor (2000), Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde (2003), Handbuch der Wolkenputzerei (2005). Zahlreiche Essays zur Dichtung und Übersetzungen vom Gilgamesch-Epos bis Derek Walcott. Schrott wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Special!

Dienstag, 9. Mai, 20-22 Uhr

Was kann Literatur? Sebastian Kiefer liest aus seinem gleichnamigen Essay (Droschl) und diskutiert mit Franz Josef Czernin und Raoul Schrott

Sebastian Kiefer, geboren 1961, lebt als Musikwissenschaftler, Dozent und literarischer Essayist in Berlin.

Poetik-Vorlesung mit Gert Jon­ke

Ort: Literaturhaus

Die Poetik-Vorlesung von Gert Jonke findet am Montag 25. April und am Dienstag, 26. April, jeweils von 16 - 18 Uhrund von 20 - 22 Uhr, statt, die Lesung aus literarischen Texten am Mittwoch um 20 Uhr.

Das Literaturhaus am Inn und das Institut für deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik setzen gemeinsam die Tradition der Poetik-Vorlesungen in Innsbruck fort, die 1984 begonnen wurden. Friederike Mayröcker, Peter Rosei, Julian Schutting, Renate Welsch und andere waren in der Vergangenheit bereits zu Gast. Sie richtet sich, neben den Studierenden, an alle, die sich für die Reflexionen des Autors zu seinem eigenen Schreiben interessieren.

Gert Jonke, geboren 1946 in Klagenfurt, lebt in Wien. Werke: Geometrischer Heimatroman. Roman (1969, Neuauflage: Jung und Jung 2004), Der ferne Klang. Roman (1979, Neuauflage: Jung und Jung 2002), Stoffgewitter (Residenz 1996), Es singen die Steine. Ein Stück Naturtheater (Residenz 1998), Himmelstraße - Erdbrustplatz oder Das System von Wien (Residenz 1999), Insektarium (Jung und Jung 2001), Redner rund um die Uhr. Eine Sprechsonate (Jung und Jung 2003). Verfasser zahlreicher Stücke, Libretti und Hörspiele. Preise und Auszeichnungen u.a.: 1977 Ingeborg-Bachmann-Preis, 1984 Manuskripte-Preis für das Forum Stadtpark, 1993 Anton-Wildgans-Preis, 1997; Erich Fried Preis, 1997; Franz Kafka-Literaturpreis der Stadt Klosterneuburg, 2002 Grosser Österreichischer Staatspreis für Literatur.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik