[Premiere]

Aus­ge­wähl­te Neu­erschei­nun­gen deutsch­spra­chi­ger und inter­na­tio­na­ler Lite­ra­tur

Mario Schlem­bach & Eli­as Hirschl

Ort: Literaturhaus

Moderation: David Winkler-Ebner

Mario Schlembach: Dichtersgattin. Roman. Otto Müller Verlag 2017

Elias Hirschl: Hundert schwarze Nähmaschinen. Roman. Jung und Jung 2017

Lesung und Gespräch

 

Um ihn  zum größten Dichter seiner Zeit zu machen, hat Hedwig ihren Mann Hubert aus der tiefsten Provinz „gerettet“ und in die hohe Wiener Kulturgesellschaft eingeführt, doch das Meisterwerk blieb seit jeher aus. Mario Schlembachs Debütroman wirft nicht nur einen satirischen Blick auf die österreichische Kulturgeschichte, er ist auch eine Hommage an die oftmals im Schatten gebliebenen Stimmen der Literatur.

Nicht minder bissig ist der neue Roman des Österreichischen Poetry-Slam-Meisters des Jahres 2014, Elias Hirschl. Der Zivi, den alle nur den Zivi nennen, leistet seinen Dienst in einer Wohngemeinschaft für psychisch Kranke und zunehmend fällt es ihm schwer zu erkennen, warum die Betreuer Betreuer und keine Klienten sind…

 

Über die Arbeit mit Spra­che und Tex­ten

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Mascha Dabić & Elena Messner

und ihre Positionierung in einer kritischen Öffentlichkeit

In ihrem Debütroman Reibungsverluste beschreibt Mascha Dabić die Suche nach einer Sprache für Erlebnisse, die sprachlos machen. Elena Messners Dystopie In die Transitzone geht den vielfältigen Ursachen politischer Konflikte auf den Grund. Nach den Lesungen werden sich die beiden unterhalten: Über die Arbeit mit Sprache und Texten und ihre Positionierung in einer kritischen Öffentlichkeit. Fragen und Mitdiskutieren erlaubt!

Mascha Dabić: Reibungsverluste. Roman. edition atelier 2017

Elena Messner: In die Transitzone. Roman. edition atelier 2016

Hele­ne Flöss , Wolf­gang Her­mann und Bir­git Unter­holz­ner

Ort: Literaturhaus

i nnsbruck university press präsentiert die ersten drei Bände der edition laurin von Helene Flöss, Wolfgang Hermann und Birgit Unterholzner

Begrüßung: Rektor Karlheinz Töchterle  und VR Tilmann Märk

Helene Flöss: Mütterlicherseits . Roman. Schon als Kind zieht Lilí verträumt die Erinnerungen mütterlicherseits wie einen geheimen Sack hinter sich her. Darin die Bruchstücke einer ihr nicht ganz geheuren Welt, der Schneiderstube ihrer Mutter, deren Überlebenswerkzeug die Nähmaschine ist. Helene Flöss macht einerseits aus der Perspektive eines Kindes, andererseits aus dem Blickwinkel alter, gebrechlicher Menschen sichtbar, was die Welt gern übersieht: Das scheinbar Unscheinbare, das oft identisch ist mit dem Wesentlichen. In einem Ton, der vielfach überlieferte Redensarten aufnimmt, durchbricht sie keineswegs nur die Grenzlinien zwischen dem Deutschen und dem Italienischen; in bild(er)dichter Sprache enthüllt sie die Poesie der Erzählungen von Menschen, die noch etwas zu erzählen haben.
   
Wolfgang Hermann: In Wirklichkeit sagte ich nichts. Erzählungen. „Ich spüre, wie die Nacht zögert. Schritt für Schritt weicht sie zurück. Eine Handbreite noch, und der Tag ist über die Schwelle“, heißt es am Ende der Erzählung Die Tunesische Nacht , in welcher der Erzähler versucht, dem Winter zu entkommen und – wie die meisten von Wolfgang Hermanns Figuren – ein Leben zu führen, das ihm ganz allein gehört. Wie der Protagonist der Erzählung Die Treppe , der sich nach langer Krankheit auf die Seite der „Zeitdiebe“ schlägt. Oder jener am Pariser Flughafen gestrandete Iraner, dem der Leser in Warte im Schatten auf mich begegnet. Es geht darin um nichts und doch um alles. Aus der Gleichzeitigkeit des Schönen und des Schrecklichen, dem ständigen Grenzgang zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit entwickeln diese Erzählungen ihre Kraft und ihre Zerbrechlichkeit.

Birgit Unterholzner: Flora Beriot . Roman. In ihrer Goldschmiede entwirft Flora Beriot Schmuckstücke. Eines Tages kommt ein Mann Mitte vierzig in die Werkstatt und erklärt, er wolle ein Buch über sie, die Tochter des Malers Jakob Beriot, schreiben. Von der unerwarteten Nähe des Fremden angezogen, stellt sich Flora mehr und mehr den Irrungen der Vergangenheit. Die Wahrheit lässt sich kaum mehr finden, denn diese ist untrennbar verknüpft mit der Frage der Perspektive. Birgit Unterholzner erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte einer deutsch-italienischen Künstlerfamilie, eine Geschichte, die von Glanz und Verlust und einer außergewöhnlichen Liebe geprägt ist.

Ilma Raku­sa

Ort: Literaturhaus

Eine Kindheit und Jugend in Mitteleuropa, als dieses Mitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg gerade seine politischen und kulturellen Konturen neu eingeschrieben bekam: Ilma Rakusa geht in ihren Erinnerungen dem kleinen Mädchen nach, der Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter, deren Lebensstationen von einer slowakischen Kleinstadt über Budapest, Ljubljana, Triest nach Zürich – und von da weiter ausgreifend nach Ost und West, nach Leningrad/Petersburg und Paris reichen.

Mehr Meer. Erinngerungspassagen geht weit über eine Nacherzählung einer Kindheit und Jugend hinaus; es ist die Beschwörung dessen, was von den vielen Lebensorten und Begegnungen bleibt: Töne und Klänge, Farben und Stimmungen, einzelne Szenen und Blitzlichter. In vielen kleinen Selbstbefragungen, in Dialogen, Gedichten und Erinnerungsbildern geht Ilma Rakusa ihrer Geschichte auf den Grund. Dadurch erstehen 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts im prismatischen Blick einer außergewöhnlichen Schriftstellerin, die wie wenige in und zwischen verschiedenen Kulturen lebt.

Ilma Rakusa: Mehr Meer. Erinnerungspassagen (Droschl 2009)

Rudolf Hab­rin­ger

Ort: Literaturhaus

Moderation: Johann Holzner

Anlässlich des legendären Finales der Schach-Weltmeisterschaft zwischen Boris Spasski und Bobby Fischer fährt der junge Österreicher Richard Behrend 1972 zum ersten Mal nach Island. Durch Zufall stößt er dort auf die Spuren des Musikers Karl Wallek, der 1938 mit seiner Familie aus Graz fliehen musste und in Island ein Zuhause und berufliche Anerkennung fand. Walleks Geschichte lässt Behrend von da an nicht mehr los, und er begibt sich auf Spurensuche in Island und Österreich. Dabei erlebt er, wie das Schicksal des Exilanten Wallek – eine Geschichte der Flucht, der Einsamkeit und des Neuanfangs – zum Spiegel seines eigenen Lebens wird, denn auch er wird schließlich Bekanntes hinter sich lassen und auf Island einen neuen Beginn wagen. Habringer erzählt in seinem großen Entwicklungsroman nicht nur von leidenschaftlichen Gefühlen und ihren möglichen Auswirkungen auf das Leben eines jungen Menschen, sondern auch von nicht bewältigter Vergangenheit, deren Konsequenzen bis in die Gegenwart reichen.

Rudolf Habringer, geboren 1960 in Desselbrunn (Oberösterreich).
Schreibt Romane, Erzählungen, Satiren, Kabarett und Theaterstücke. Lebt als freier Schriftsteller bei Linz. Zuletzt erschienen: Alles wird gut. Liebesgeschichten (Picus 2007).

Rudolf Habringer: Island-Passion. Roman. Picus 2008

Ann Cot­ten, Sepp Mall, Mar­ga­reth Obexer

Ort: Literaturhaus

Moderation: Martin Hanni

Scheitern in der Literatur
Präsentation der Literaturzeitschrift filadrëssa

Das „Scheitern“ war schon immer ein ambivalentes, jedoch durchwegs produktives Prinzip von Literatur, von künstlerischem Schaffen überhaupt. Ihm ist die neue Ausgabe der ambitionierten Südtiroler Literaturzeitschrift filadrëssa gewidmet. Zahlreiche Autorinnen und Autoren sowie bildende Künstler haben einen Beitrag zum Thema verfasst. Unter der Moderation von Martin Hanni, der die Ausgabe kuratiert hat, lesen Margareth Obexer, Ann Cotten sowie Sepp Mall, letzterer Gedichte von Klaus Menapace.