[widerlesen]

Die­se Rei­he ist als Dis­kus­si­ons­fo­rum gedacht. Kur­ze Tex­te wer­den in den Mit­tel­punkt gestellt, die grund­le­gen­de Fra­gen auf­grei­fen und auf die Gegen­wart reflek­tiert wer­den kön­nen. Der Impuls einer Exper­tin wird den Text und den Autor in sei­nen Kon­text stel­len, anschlie­ßend folgt eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung durch die Teil­neh­men­den.

Jean Rhys: Die wei­te Sargas­so­see

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Ulla Ratheiser

Jean Rhys’ Roman aus dem Jahr 1966, der nun in Neuübersetzung vorliegt, gilt mittlerweile als Klassiker der postkolonialen Literatur. Die Autorin erzählt darin die Vorgeschichte der „Frau auf dem Dachboden“ aus Charlotte Brontës Roman Jane Eyre. Antoinette, wie sie vor der Hochzeit mit Rochester heißt, wächst auf Jamaika als Tochter eines Plantagenbesitzers und einer Kreolin auf, die sich, zuerst widerwillig und dann lustvoll, in die Ehe mit dem Briten stürzt, der sie schließlich auf den Dachboden sperrt.

Wir bitten um Anmeldung unter literaturhaus@uibk.ac.at

Die Teilnahmegebühr von [widerlesen] kommt als Spende dem Verein KAMA Innsbruck zugute. www.kama.or.at/innsbruck

Ais­chy­los: Die Schutz­su­chen­den

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Karlheinz Töchterle

Die Schutzsuchenden ist das am wenigsten bekannte Stück von Aischylos. Die fünfzig Töchter des Danaos fliehen aus Ägypten, da sie dort die Söhne des Aigyptos, ihre eigenen Vettern, heiraten sollen. Verfolgt von den unerwünschten Freiern, gelangen sie nach Argos, der Heimat ihres Geschlechtes, wo sie bei König Pelasgos um Aufnahme und Schutz flehen. Dieser gerät in einen moralisch-politischen Konflikt. Nach seinem Gewissen und aus rechtlichen Gründen muss er den Frauen wegen ihrer argeischen Abstammung Unterschlupf gewähren, politisch riskiert er dadurch einen Krieg mit dem Heimatland der verlassenen Ehemänner.

B. Tra­ven: Das Toten­schiff

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Ekkehard Hey-Ehrl

Der Roman Das Totenschiff von B.Traven – erstmals 1926 in der Büchergilde Gutenberg erschienen – zählte in den 1920er und 1930er Jahren zu den großen und äußerst populären Romanen der so genannten sozialkritischen Literatur. Fälschlicherweise als Abenteuerroman abqualifiziert, wurde der Roman von der literaturwissenschaftlichen Forschung mehr oder weniger ignoriert. Der bewusste Einsatz unterschiedlicher sprachlicher Mittel und das Spiel mit verschiedenen literarischen Genres weisen den Text als ein außerordentliches Beispiel moderner Literatur aus. Auf thematischer Ebene (Flucht, Ausbeutung, Beschreibung brutaler Arbeitsverhältnisse) ist er ein Dokument von höchster Aktualität.

Der Gast von Albert Camus

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Doris Eibl

Die Novelle Der Gast von Albert Camus erschien erstmals 1957 und spielt in Algerien, kurz vor dem Ausbruch des Algerienkriegs. Camus thematisiert unter anderem die Frage, ob es eine neutrale Position geben kann.

Die Romanistin Doris Eibl wird in einem kurzen Impuls-Referat in den Text einführen, anschließend sind Sie zum Mitdiskutieren eingeladen. Um einen dichten Austausch zu ermöglichen, bitten wir Sie, den Text vorab zu lesen und sich für diese Reihe anzumelden, da es eine begrenzte TeilnehmerInnenzahl gibt.