20 Jah­re Lite­ra­tur­haus am Inn

Lite­ra­tur und Kunst: Im und für den öffent­li­chen Raum

Bei den Über­le­gun­gen und der Pla­nung wie wir unser 20 jäh­ri­ges Bestehen fei­ern könn­ten, war uns schnell klar, dass wir nicht nur der Lite­ra­tur einen Raum geben wol­len, son­dern auch ande­ren Küns­ten – spar­ten­über­grei­fen­de Quer­ver­bin­dun­gen soll­ten her­ge­stellt wer­den. Sei es mit der bil­den­den Kunst, mit Musik, mit Thea­ter, mit Medien.

Daher haben wir im letz­ten Jahr mit einer Aus­schrei­bung für Kunst im öffent­li­chen Raum zum The­ma Refle­xio­nen. Ort und Wort ein­ge­la­den.

Das Lite­ra­tur­haus am Inn befin­det sich ja in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft mit dem Fluss und sei­ner Brü­cke, es steht an einer Kreu­zung deren Wege nach allen Rich­tun­gen hin offen sind, urba­ne Lebens­räu­me konn­ten sich hier ent­wi­ckeln – die Uni, die Markt­hal­le, die Inn-Promenade … kurz gesagt: Kom­mu­ni­ka­ti­ons­or­te unter­schied­lichs­ter Art sind hier entstanden.

So auch das Lite­ra­tur­haus am Inn, das nicht nur über eine wun­der­ba­re Aus­sicht im 10. Stock ver­fügt, son­dern auch ver­sucht einen Weit­blick in vie­ler­lei Hin­sicht anzubieten.

Das Anlie­gen in unse­rer Aus­schrei­bung war, sowohl über die­se räum­li­chen Gege­ben­hei­ten zu reflek­tie­ren, als auch „REFLEXIONEN“ über Lite­ra­tur und Gegen­wart anzustellen.

Tiro­ler Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler konn­ten gemein­sam mit einem bzw. einer Kunst­schaf­fen­den aus einer ande­ren Spar­te Pro­jek­te einreichen.

Zahl­rei­che Ide­en sind dazu ent­stan­den doch wir muss­ten uns schluss­end­lich für zwei entscheiden.

Die Sie­ger­pro­jek­te heißen

wörter-pracht-fracht von Bar­ba­ra Hun­deg­ger & Chris­ti­ne S. Pran­tau­er
404 Ort
von Mar­tin Fritz & Tho­mas Medicus

Für wörter-pracht-fracht, eine Pla­ka­t­in­stal­la­ti­on in der Josef-Hirn-Strasse, haben wir uns ent­schie­den, da uns die auf den ers­ten Blick rät­sel­haf­te Her­an­ge­hens­wei­se an die soeben genann­ten räum­li­chen Gege­ben­hei­ten beson­ders gefal­len hat. Nicht der ers­te oder flüch­ti­ge Blick schafft hier Klar­heit, son­dern das Ver­wei­len vor Ort. Die­ses Ver­wei­len und Betrach­ten ist übri­gens bis Ende des Jah­res möglich.

Einen klei­nen Vor­ge­schmack konn­te man ja schon durch die Post­kar­ten und Pla­ka­te zum Fest bekom­men. Chris­ti­ne S. Pran­tau­er hat uns freund­li­cher­wei­se die­sen Aus­schnitt aus dem Gesamt­kunst­werk hier­für zur Ver­fü­gung gestellt.


 

Das Pro­jekt 404 ort spielt in ähn­li­cher Art und Wei­se mit Form und Inhalt, aber in einer ande­ren Dimen­si­on. Kei­ne gro­ße Pla­kat­wand – son­dern ein Wür­fel. Die­sem Wür­fel soll­te man sich von allen Sei­ten annä­hern um ihn in sei­ner Gesamt­heit erfas­sen zu kön­nen.
404 ort befin­det sich im Walt­her­park, wo es bis Ende des Jah­res ste­hen wird.

 

Sehr wich­tig ist es uns noch zu beto­nen, dass die­se bei­den Kunst­pro­jek­te ermög­licht und ver­wirk­licht wer­den konn­ten durch die groß­zü­gi­ge Unter­stüt­zung der Uni­ver­si­tät Inns­bruck, durch die Son­der­sub­ven­tio­nen der Kul­tur­ab­tei­lung des Lan­des Tirol, des Kul­tur­am­tes der Stadt Inns­bruck und des Bundes.

Der Wet­ter­gott hat zwar dem Ver­such die Josef-Hirnstraße in eine Stra­ße der Lite­ra­tur, mit Lesun­gen, Musik und Kuli­na­ri­schem zu ver­wan­deln einen Strich durch die Rech­nung gemacht, aber das hat unse­re Fei­er­lau­ne nicht getrübt.

Im Foy­er und in der Cafe­te­ria der ÖH war bis 1 Uhr mor­gens für gute Stim­mung gesorgt: Dank der Auto­rIn­nen und Auto­ren, Dank unse­rer Freun­de und Besu­che­rin­nen und last but not least Dank DJ Mar­tin Fritz!