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Lesung & Gespräch
„Ein unnormaler Deutscher, einer der sich mehr als Italiener gefühlt hat, ein Partisan, kein Nazi“ – so schreibt Levi über Riedt, den der Turiner Chemiker und Schriftsteller als Übersetzer seines Hauptwerks Se questo è un uomo, die Verarbeitung seiner Zeit im Vernichtungslager Auschwitz bekam. Aus der Arbeitsbeziehung wurde eine lebenslange Freundschaft, von der ein kürzlich veröffentlichter Briefwechsel zeugt. Was verband Levi mit seinem Übersetzer? Wer war Heinz Riedt, der zu der Gruppe Deutscher gehörte, die im von den Deutschen besetzten Italien den antifaschistischen Widerstand unterstützten, Partisanen wurden und ihr Leben riskierten?
Ein Abend über Sprache und Literatur, deutsch-italienische Sprachverwirrung und ein weitgehend unbekanntes Kapitel der neueren deutsch-italienischen Geschichte mit der Germanistin Elisabetta Mengaldo (Universität Padua) und dem Journalisten und Autoren Andreas Wassermann.
Diskussion und Lesung aus dem Briefwechsel zwischen Levi und Riedt (Einaudi 2024), sowie aus Wassermanns Doppelbiografie Der Partisan und der SS-Mann (Aufbau-Verlag 2025).
In Kooperation mit dem Institut für Germanistik.