
[Grenzgänge: Deutsch-polnische Familiengeschichten]
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in die Zeit
Martin Piekar: Vom Fällen eines Stammbaums
Judith Hermann folgt in ihrem Roman (S. Fischer 2026) den Spuren ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Sie verknüpft ihr Schreiben mit seiner lange verleugneten Geschichte und reist von Polen aus weiter zu ihrer Schwester nach Neapel, wo sie sich auf die Spur der nachfolgenden Generationen begibt. Wo die Geschichte von Judith Hermanns Großvater aufhört, setzt Martin Piekar mit seinem Mutter-Sohn-Roman (Rowohlt 2026) an. Marcin wächst in prekären Verhältnissen auf: Seine Mutter floh in den 1980ern aus Polen nach Deutschland, um ihn, ihr zweites Kind, hier großzuziehen. Sie arbeitet hart als Altenpflegerin, sie trinkt zu viel, und irgendwann sieht sie in ihrem Sohn nur noch den Antagonisten. Währenddessen versucht Marcin, mit Videospielen, Nu Metal und Gedichten herauszufinden, wo er hingehört. Der Krieg ist nicht vorbei. Kein Krieg ist je vorbei – Der Kulturjournalist Klaus Zeyringer bewegt sich mit seinen Gästen wieder über die Grenzen des Üblichen.
Moderation: Klaus Zeyringer
In Kooperation mit 8ung Kultur
Eintritt zu allen Veranstaltungen frei - einfach spontan vorbeikommen oder unter literaturhaus@uibk.ac.at einen Platz reservieren. Ihr Platz bleibt bis 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn für Sie reserviert, dann wird er für andere Besucher:innen freigegeben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!