
Rue Saint-Maur 209
Lesung & Gespräch
In Rue Saint-Maur 209 (dt. Übersetzung von Ela zum Winkel, Schöffling & Co. 2025) nimmt Ruth Zylberman ein Pariser Mietshaus zum Ausgangspunkt einer vielschichtigen Spurensuche. Anhand von Archivmaterialien, Fotografien, Dokumenten und Gesprächen rekonstruiert sie die Lebenswege seiner ehemaligen Bewohner:innen und erschließt das Haus als einen Ort, in dem sich individuelle Erinnerung und europäische Zeitgeschichte überlagern. Im Zentrum stehen die Schicksale jüdischer Familien, deren Biografien durch deutsche Besatzung, Verfolgung und Deportation tiefgreifend geprägt oder gewaltsam beendet wurden. Zugleich richtet Zylberman den Blick auf die alltäglichen sozialen Beziehungen über historische Zäsuren hinweg. Im Gespräch mit der Übersetzerin erzählt die Autorin, wie das Haus zum materiellen Träger von Erinnerung und zum Ausgangspunkt der Frage wird: Wie lassen sich Lebensgeschichten rekonstruieren, deren Spuren durch Verfolgung, Vertreibung und die Zeit selbst zu verschwinden drohen?
Moderation: Doris Eibl
In Kooperation mit NoA (Network of Areas), dem Institut français d‘Autriche und dem Institut für Romanistik.
Eintritt zu allen Veranstaltungen frei - einfach spontan vorbeikommen oder unter literaturhaus@uibk.ac.at einen Platz reservieren. Ihr Platz bleibt bis 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn für Sie reserviert, dann wird er für andere Besucher:innen freigegeben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!