A-CH W:ORTWECHSEL mit Isabella Feimer, Christian Futscher, Sascha Garzetti, Michelle Steinbeck, Christian Uetz,

Ort: Kunstpause, Museumstr. 15

Moderation: Barbara Hundegger, Gabriele Wild, Siljarosa Schletterer

Österreichisch-Schweizerische Begegnungen mit

 

Isabella Feimer, geboren 1976, aufgewachsen in Schwechat, schreibt Prosa, Theaterstücke und Lyrik. Für ihr Schreiben erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen, zuletzt 2016 Kulturpreis des Landes Niederösterreich. Ihre Gedichte changieren zwischen balladenhaft und konzentriert, sie sind sinnliche Gebilde, Seelenerkundungen sowohl im Privaten wie auch im Politischen, wo sie düstere Stimmungen orten. „tiefschwarz“ hat viele Farben, davon erzählt ihr aktueller Gedichtband Tiefschwarz zu unsichtbar. Gedichte. Mit zehn Fotografien von Manfred Poor. Limbus Verlag 2017. 

 

Christian Futscher, geboren 1960 in Feldkirch, Studium der Germanistik, lebt seit 1986 in Wien, schreibt Prosa, Hörspiele und Lyrik. In seinem aktuellen Lyrikband Alles außer Lyrik (Czernin 2018) bringt der Poet Beobachtungen, Betrachtungen und Alltägliches in wenigen Zeilen und mit viel Witz und Sinn für das Groteske auf den Punkt und führt vor, wie selbst das Unpoetischste zu Poesie werden kann. Jüngste Prosa-Publikation: Wer einsam ist in der großen Stadt. Erzählungen. Czernin, Wien 2017. 

 

Sascha Garzetti, 1986 in Zürich geboren. Studium der Germanistik, Geschichte und Nordistik an der Universität Zürich. Er unterrichtet derzeit an der Kantonsschule Baden (CH). Die Titel seiner Gedichtbände Vom Heranwachsen der Sterne (Verlag Wolfbach 2010), Gespräch in der Manteltasche (Edition Isele 2012), Und die Häuser fallen nicht um (Verlag Wolfbach 2015), Mund und Amselfloh (Verlag Wolfbach 2018) machen schon deutlich wie bildreich seine Mundvokabeln direkt ins Gespür fallen. Auf der Suche nach Lebensgeheimnissen – nach dem „mehr“ zwischen und unter den Stimmen – lauscht er das Du ab.

 

Michelle Steinbeck, geboren 1990 in Lenzburg, aufgewachsen in Zürich, studierte Literarisches Schreiben in Biel und lebt in Basel. Seit 2016 Schweizer Kuratorin für das Projekt “Babelsprech. International” zur Vernetzung junger deutschsprachiger und internationaler Poesie. Ihr Debütroman Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Lenos, 2016) war für den Deutschen und für den Schweizer Buchpreis 2016 nominiert. Ihre Gedichte sind provokant, ironisch und hemmungslos oder wie es die Autorin selbst ausdrückt “Explosionen auf dem Papier”. Mit Eingesperrte Vögel singen mehr, Volant & Quist 2018 liefert die Autorin ein hochexplosives Lyrikdebut.

 

 

Christian Uetz, geboren 1963 in Egnach, studierte er nach seiner Ausbildung zum Lehrer Philosophie, Komparatistik und Altgriechisch an der Universität Zürich. Seit 1998 lebt er als freier Schriftsteller. Er kann als philosophischer Poet bezeichnet werden. Ein Beispiel dafür ist auch sein letzter Lyrikband: Engel der Illusion (Secession Verlag 2018). Seine Live-Auftritte sind legendär und beweisen wie viel Performance in Gedichten stecken kann. Auswendig beschwört der Sprachakrobat bis zur Perfektion geschliffene Sätze herauf und lässt sie im Publikum einschlagen. Sein Können spiegelt sich auch in den Auszeichnungen wieder, so erhielt er beispielsweise den 3sat-Preis des Ingeborg Bachmann-Wettbewerbs (1999) oder den Bodensee-Literaturpreis für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk (2010).

 

 

Anja Utler, geboren 1973 in Schwandorf, lebt heute in Wien, die Gedichte der studierten Ostslavistin und Anglistin sind „sinnliche Klanginstallationen auf dem Papier wie im Vortrag, ohne bloße Lautpoesie zu sein“ (Jurybegründung Leonce und Lena Preis 2003). Die Wirkung dieser Poesie, die in ihrer Sprachverspieltheit verwundern, wie verstören, entfaltet sich vor allem auch im Vortrag der gelernten Sprecherzieherin. Publikationen zuletzt: ausgeübt. Eine Kurskorrektur. Edition Korrespondenzen, Wien 2011, Von den Knochen der Sanftheit: Behauptungen, Reden, Quergänge. Edition Korrespondenzen, Wien 2016.

Moderationen: Barbara Hundegger, Gabriele Wild, Siljarosa Schletterer