Angelika Rainer

Mit ihrem Debüt, der lyrischen Erzählung Luciferin, hat Angelika Rainer im Jahr 2008 Publikum und Kritik in Staunen versetzt. In ihrem unverwechselbaren, klangvollen Ton kreist sie in ihrem zweiten Werk nun um Odradek – ein gesichtsloses Zwirnspulenwesen, wie es Kafka in seiner Erzählung Die Sorge des Hausvaters beschreibt. Rainer erzählt die Geschichte weiter: Das Wesen Odradek hat keine feste Bleibe, es zeigt sich selten, und nur solange der Hausvater zu ihm spricht, ist es anwesend. Doch auch von den Zeiten seiner Abwesenheit gibt es Bericht, und unversehens gerät die Erkundung des Wesens zu einer Erkundung der Seele – geheimnisvoll und lange nachhallend.

 

Angelika Rainer: Odradek. Haymon 2012 

    Rainer, Angelika

    geboren 1971 in Lienz/Osttirol. Har­fenistin bei der Musicban­da Franui, legt nach zwei lyrischen Pros­abän­den nun ihren ersten Gedicht­band vor. Archaisch und gegen­wär­tig zugle­ich zeich­net Rain­er in See’len ein Bild zwis­chen wasserk­lar­er Gebirgs­land­schaft, gespiegel­ter griechis­ch­er Mytholo­gie (Echo und Narziss) und dem Uner­gründlichen der Seele. Sie find­et hier wieder, wie es Karl-Markus Gauß  schon ihrem Debüt­band Luciferin kon­sta­tiert, zu ein­er „per­sön­lichen Mytholo­gie“. Jüng­ste Pub­lika­tio­nen: Odradek. Prosa (2012), See’len. Gedichte. (2018, bei­de Haymon).