Arno Gisiner und Martin Sexl

Ort: Literaturhaus

Imagined Wars. Mediale Rekonstruktionen des Krieges

Mit einem Kurzfilm von Georg Simbeni und Ale Bachlechner

Begrüßung: VR Tilman Märk

Kriege sind real, aber wie Nationen, Gesellschaften, der Klimawandel oder die Verteilung von Armut und Reichtum sozial konstruiert. Es ist also nicht ganz „natürlich“, dass es Kriege gibt, sondern kulturell bedingt: Kriege entstehen durch die Verwendung von Zeichen. Die Bezeichnung und Beschreibung von Ereignissen ist also nicht einfach ein Versuch, etwas im Nachhinein kommunikativ zugänglich zu machen, vielmehr ist dieser Versuch der medialen Rekonstruktion Teil des Konstruktionsprozesses selbst. Imagined Wars präsentiert zwei Essays, die einen solchen Konstruktionsprozess darstellen und gleichzeitig reflektieren: Martin Sexl entwickelt eine Kritik der Verwendung von fotografischem Material in der Konstruktion von Kriegen und im Berichten darüber, Arno Gisinger demonstriert in einer gegenläufigen Bewegung, dass Fotografien nicht zwangsläufig einer Logik der Abbildung folgen müssen, sondern auch eine Erzählung aufspannen können, welche den „Zwang zur Abbildung“ unterläuft.

Der Kurzfilm Under construction: Imagined wars , der anlässlich der Buchpräsentation das erste Mal gezeigt wird, verwendet das Textmaterial und die Fotografien des Buches, ist aber eine eigenständige Auseinandersetzung mit dem Thema und eine weitere „mediale Rekonstruktion des Krieges“.

Martin Sexl, geboren 1966 in Hall in Tirol, Literaturwissenschaftler und Kulturhistoriker, lebt in Innsbruck als Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck.

Arno Gisinger, geboren 1964 in Dornbirn, Fotokünstler, lebt und arbeitet in Paris.

Arno Gisiner, Martin Sexl: Imagined Wars. Mediale Rekonstruktionen des Krieges. innsbruck university press 2010