Dževad Karahasan

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Cornelius Hell

In seinem Roman Der Trost des Nachthimmels begibt sich der bosnische Autor auf die Spuren des Astronomen, Mathematikers und Poeten Omar Chayyam in den Vorderen Orient des 11. und 12. Jahrhunderts, als das Reich der Seldschuken vom Untergang bedroht war. Karahasan lässt uns die Welt aus den Augen der Protagonisten sehen und zieht die Lesenden hinein in eine Epoche, die hinterrücks eine unheimliche Ähnlichkeit mit der unseren offenbart. Den Scharfsinn und die Ohnmacht seiner Protagonisten im Blick, schildert Dževad Karahasan, wie der heraufziehende religiöse Fundamentalismus eine blühende, von geistiger Vielfalt und Toleranz geprägte Epoche zerstört.

Dževad Karahasan: Der Trost des Nachthimmels. Roman. Suhrkamp 2016

    Karahasan, Dzevad

    Karahasan, Dževad

    Dže­vad Kara­hasan, 1953 in Duvno/Jugoslaw­ien geboren, Erzäh­ler, Dra­matik­er und Essay­ist. Die Belagerung Sara­jevos war The­ma mehrerer sein­er Büch­er. Kara­hasan lebt in Graz und Sarajevo.

    Dže­vad Kara­hasan: Ein Haus für die Müden. Suhrkamp 2019

     

    Hell, Cornelius

    Über­set­zer, Autor und Lit­er­aturkri­tik­er, geboren 1956, zahlre­iche Über­set­zun­gen aus dem Litauis­chen (Lyrik, Prosa, The­ater), Lehraufträge über litauis­che Lit­er­atur und Kul­tur an den Uni­ver­sitäten Salzburg, Wien und Kla­gen­furt. 2004 Preis des litauis­chen Schrift­stellerver­ban­des für Lyrik-Über­set­zun­gen und Orden für Ver­di­en­ste um die Repub­lik Litauen, 2010 Hierony­mus-Preis des Ver­ban­des der Lit­er­aturüber­set­zer und des Kul­tur­min­is­teri­ums der Repub­lik Litauen. Her­aus­ge­ber der Antholo­gien Mel­dung über Gespen­ster. Erzäh­lun­gen aus Litauen (Otto Müller 2002) und Europa erlesen: Vil­nius (Wieser 2009) sowie Autor von Der eis­erne Wolf im barock­en Labyrinth. Erwachen­des Vil­nius (Picus 2009), Lesereise Budapest. Der friv­o­le Charme der Brück­en­stadt (Picus 2012) und Lesereise Ungarn. Donaublick und Pusz­ta­traum (Picus 2013).