Harald Gsaller

Ort: Literaturhaus

Cross over 1: Harald Gsaller: Ein Ding vorher. 104 Embleme (Triton). Visuelle Präsentation mit Elementen einer Lesung.
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Im Jahr 1531 begründete der Mailänder Rechtsgelehrte und Schriftsteller Andrea Alciatus mit seinem Emblematum Libellus (104 Embleme) die literarisch-bildnerische Form der Embleme, die Kunst der Sinn-Bilder, die in den zwei darauffolgenden Jahrhunderten in ganz Europa höchst erfolgreich und beliebt war. Heute, im Zeitalter der Label- und Logokultur, sind deren "Vorgänger" nur mehr schwer dechiffrierbare Codes. Der Künstler und Autor Harald Gsaller setzte sich daher das Ziel einer künstlerischen Neubewertung dieser mustergültigen Muster- und Bilderbücher.

Die Miniaturen, die man auf den Seiten dieses Buches versammelt hat, sind Gegenstände einer liebenswürdigen Obsession, Fetischobjekte, ausgestellt (zur Geltung gebracht) in wechselnden Konstellationen. Von jeher ist die Emblematik eine Kunst der Anordnungen gewesen, und auch als solche hat Harald Gsaller sie für sein Projekt wiederentdeckt .

(Stefanie Diekmann, Viadrina Universität Frankfurt/Oder)

    Gsaller, Harald

    geboren 1960 in Lienz/Osttirol, Studi­um der Physik und Chemie an der Uni Linz. Lebt in Wien. Lit­er­arische Texte; bild-textliche Unter­suchun­gen im Feld Wis­senschaft und Kunst.
    Zahlre­iche Ausstel­lun­gen, Lesun­gen und Einzelpub­lika­tio­nen; Beiträge in Lit­er­atur- und Kun­stzeitschriften sowie für den Hör­funk. Mit­glied der Graz­er Autoren­ver­samm­lung und der Kün­stlervere­ini­gung Maerz. 2001 erhielt Har­ald Gsaller das Adal­bert Stifter-Stipendi­um des Lan­des Oberöster­re­ich. Das Bun­deskan­zler­amt gewährte für 2001/02 das Staatsstipendi­um für Lit­er­atur, 2003 das Rom-Stipendi­um und für 2003/04 das Pro­jek­t­stipendi­um für Literatur.