In welcher Sprache träumen Sie? Österreichische Lyrik des Exils und des Widerstands

Ort: Literaturhaus

Buchpräsentation mit den Herausgebern Konstantin Kaiser und Daniela Strigl.
Hans Augustin und Johann Holzner lesen aus der Anthologie

Über 50 Jahre nach der bisher einzigen Lyriksammlung des österreichischen Exils, Dein Herz ist deine Heimat(Wien 1955), erscheint eine neue große Anthologie des Exils, der Verfolgung, des Widerstands und der inneren Emigration und stellt 278 Lyrikerinnen und Lyriker mit markanten Werkproben und in Kurzbiographien vor.
Die Lyrik ist die zentrale literarische Gattung des Exils: als Überlebenshilfe in einer bedrückenden Außenwelt, als Möglichkeit des genauen und doch unmittelbaren Ausdrucks, als Behauptung der eigenen Persönlichkeit ... Das Exil war 1945 und auch 1955 nicht zu Ende, und so sind seitdem viele
Autorinnen und Autoren neu hervorgetreten oder überhaupt erst mit ihren bereits vor 1955 entstandenen lyrischen Werken bekannt geworden, so z.B. Alfredo Bauer, Ruth Klüger, Trude Krakauer, Anna Krommer, Felix Pollak, Stella Rotenberg oder Jaffa Zins.

Konstantin Kaiser, seit 1983 freier Schriftsteller und
Literaturwissenschaftler in Wien. Spezialgebiet: Erforschung der österreichischen Exilliteratur. Veröffentlichte Essays, Gedichte und Prosa.
Mitherausgeber der Zeitschrift Zwischenwelt und der Buchreihe Antifaschistische Literatur und Exilliteratur - Studien und Texte.
Mitverfasser des Lexikons der österreichischen Exilliteratur (Deuticke, 2000).

Daniela Strigl, Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin, Essayistin. Schrieb u.a. eine Monographie über die Lyrik Theodor Kramers und eine Biographie
Marlen Haushofers, zuletzt Herausgeberin von Francisco Tanzer: Der Österreicher in mir (Edition Atelier 2006).

Hans Augustin, Lyriker und Erzähler, Hörspielautor. Zuletzt erschienen: Fayum und andere Erzählungen. (Skarabaeus 2004), Weggelebte Zeit. Gedichte. (Skarabaeus 2001), Und wohnt mitten unter uns. Gedichte (Kyrene 2005). Für sein Romanprojekt Der im brennenden Dornbusch, eine sehr persönliche und vielschichtige Auseinandersetzung mit einer jüdischen Familiengeschichte, erhielt er das Literaturstipendium des Landes Tirol.

Johann Holzner, Leiter des Brenner-Archivs. Zahlreiche wissenschaftliche Forschungen zur Literatur des Exils und des Widerstands, u.a. Eine
schwierige Heimkehr. Österreichische Literatur im Exil 1938 bis 1945. Gemeinsam mit Sigurd Paul Scheichl und Wolfgang Wiesmüller (Innsbruck 1991), Literatur der Inneren Emigration aus Österreich. Gemeinsam mit Karl Müller (Wien 1998), sowie zahlreiche Aufsätze.