Kevin Vennemann

Ort: Literaturhaus

Moderation: Ekkehard Hey-Ehrl

Nahe Jedenew und Mara Kogoj

Kevin Vennemanns Romandebüt Nahe Jedenew (Suhrkamp 2006), eine radikale literarische Annäherung an ein antijüdisches Pogrom, wurde als "die schönste traurige Geschichte" (Die Zeit) gefeiert, als "der beste literarische Text, der in den letzten Jahren von einem unter Dreißigjährigen erschienen ist" (Süddeutsche Zeitung). Jedenew -, das ist ein Kindheitsort und ein gedachtes, vielleicht polnisches Dorf, in dem mit einem Schlag die funktionierende Zweckgemeinschaft zwischen Juden und Katholiken zerschlagen wird. Versteckt in ihrem Baumhaus, beobachten zwei Zwillingsschwestern die Zerstörung ihres Weilers und durchleben gleichzeitig die letzten Augenblicke der Kindheit wie im Zeitraffer. Ihre Flucht gerät zu einer Flucht vor dem Ende der Vergangenheit.

Kevin Vennemanns zweiter Roman Mara Kogoj (ebenfalls Suhrkamp) setzt da an, wo der erste aufgehört hat: Wie und mit welchen Folgen wird Geschichte interpretiert, verdrängt, erinnert oder vergessen?

    Vennemann, Kevin

    geboren 1977 in Dorsten (West­falen), lebt in Wien und Berlin.