Klemens Renoldner

Ort: Literaturhaus

Moderation: Johann Holzner

Die scheinbar fröhliche und kraftvolle Lily stürzt sich, erst 24-jährig, von einer Brücke in den Tod. Ihr Vater, Sebastian Zinnwald, bricht daraufhin die Kontakte zur Außenwelt ab, ertränkt seine Trauer in Ohnmacht und Sprachlosigkeit. Die ältere Tochter Veronika, alleinerziehende Mutter zweier Söhne und erfolgreiche Kinderärztin in Berlin, leidet unter dem Schweigen des Vaters. Zwölf Jahre nach Lilys Tod bittet der mittlerweile 71-jährige seine Tochter Veronika um ihren Besuch. Aber die Gespräche über Lily verwandeln sich in gegenseitige Anklage. Die Trauer hat beide einsam und hart gemacht. Mit einer Hommage an Adalbert Stifters berühmte Erzählung Der Hagestolz findet die Geschichte ihr Finale in den Dinosaurier-Hallen des Museum of Natural History in New York.

In der Geschichte, die Klemens Renoldner sprachlich virtuos und schonungslos offen erzählt, wechseln sich Erzählung und Dia-log, Träume und tragikomische Szenen ab; ein Verwirrspiel von Erinnerung, Fantasie, Traum und Wirklichkeit, das wir Leben nennen.


Klemens Renoldner: Lilys Ungeduld. Roman. Folio 2011

 

    Renoldner, Klemens

    geboren 1953 in Schärd­ing am Inn, Studi­um der Lit­er­atur und Musik. Dra­maturg und Regis­seur an The­atern in Öster­re­ich, Deutsch­land und der Schweiz; seit 2008 Direk­tor des Ste­fan Zweig Cen­tre an der Uni­ver­sität Salzburg. Veröf­fentlichun­gen: Erzäh­lun­gen und Kurzprosa, wis­senschaftliche Stu­di­en, Essays zur zeit­genös­sis­chen Literatur.

    www.renoldner.com