Kohl­weiß­ling und Schrapnell­wölk­chen Lud­wig von Ficker und der Ers­te Weltkrieg

Ort: Literaturhaus

Moderation: Markus Ender, Ingrid Fürhapter

Obwohl Ludwig von Ficker (1880–1967) während seines Einsatzes im 1. Weltkrieg an der Col di Lana-Front desolaten Verhältnissen und starkem Beschuss ausgesetzt war, konnte er dem Kriegsgeschehen immer wieder poetische Aspekte abgewinnen, wie sich in seinen Briefen zeigt: „Und als ich vorgestern mittags aus dem Unterstand trat, um der Beschießung eines Fliegers zuzusehen, der hoch oben im Blau des Himmels dahinflog, da taumelte plötzlich – vom Tal in die Schneeregion verschlagen – ein Kohlweißling der Sonne zu und schien für ein paar rührende Augenblicke mit den hellhin zerfließenden Schrapnellwölkchen in einen seltsamen Reigen verwoben.“

In einer szenischen Lesung lassen Markus Ender und Ingrid Fürhapter (derzeit MitarbeiterInnen am Forschungsprojekt „Ludwig von Ficker als Kulturvermittler“) den Herausgeber der Zeitschrift Der Brenner (1910- – 1954) Ludwig von Ficker, seine Familie, Freunde und Brenner-AutorInnen zu Wort kommen. In ausgewählten Briefen, montiert mit Zeitungsausschnitten und illustriert durch Fotomaterialien, werden Aspekte des Kriegsalltags präsentiert: Splitter aus einer „Zeit, die über alles, was uns zutiefst berührt, entscheidet“, so schrieb Ficker am 21.8.1914 in einem Brief an Ludwig Wittgenstein. www.uibk.ac.at/brenner-archiv/projekte/lfickeralskulturvermittler/      

Markus Ender, geboren 1977, Literaturwissenschaftler, Mitherausgeber des Bandes 7 der Sprachraum-Reihe (2013, Bildtheorie und Fotografie, Studia Verlag).

Ingrid Fürhapter, geboren 1970, Literaturwissenschaftlerin, Mitherausgeberin der Werkausgabe Johannes E. Trojer (2011, Haymon-Verlag).

In Kooperation mit dem Brenner-Forum

* In dieser Reihe stellen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Brenner-Archivs im Rahmen  des 50-jährigen Bestehens des  Forschungsinstituts mit ihren Arbeitsschwerpunkten vor.