Erich Hackl — Poetik Vorlesung

Ort: Literaturhaus am Inn

Mittwoch
27. Mai, 18 – 20 Uhr
Poetik-Vorlesung (Teil 1)

Donnerstag
28. Mai, 10.30 –12 Uhr
Poetik-Vorlesung (Teil 2)

Donnerstag
28. Mai, 20 Uhr
Lesung

Freitag
29. Mai, 10.30 Uhr
Konversatorium für Studierende

Die Poetik-Vorlesung ist öffentlich zugänglich.

Erich Hackl über sein Poetik-Vorhaben: „Es gibt Dinge, die lassen sich nicht erfinden.“ Um diesen Satz aus dem unlängst erschienenen Roman von Robert Streibel, April in Stein, soll es bei der diesjährigen Poetik Vorlesung gehen. Ich verhehle nicht, dass ich mir das Thema aus eigennützigen Motiven vornehmen will: weil es mich am meisten interessiert. Und um Probleme zu erörtern, die sich beim Schreiben über unerhörte Vorfälle oder Personen ergeben. Vielleicht, so die Überlegung, komme ich beim Sprechen über literarische Weg-gefährtinnen oder Kontrahenten ja zu Einsichten, die einem weiterhelfen. Jedenfalls kann ich aus diesem Anlass Texte deutsch- und spanischsprachiger Autorinnen und Autoren vorstellen, die nicht jedermann geläufig sind. Solche, die sich in die Geschichte vertiefen, weil sie der Meinung sind, darin Antworten auf drängende Fragen der Gegenwart zu finden, oder die in Zeiten politischer Gleichschaltung Aufruhr und Subversion vorwegnehmen.
Jede dokumentarische oder auf Dokumente gestützte Literatur wirft eine Reihe von Fragen auf, die auch angrenzenden Disziplinen wie dem Journalismus und der Geschichtsschreibung nicht gleichgültig sein dürfen: die der Verantwortung gegenüber den ‚Informanten‘, die des Verhaltens angesichts der Dürftigkeit oder Sperrigkeit von Quellen, die des Umgangs mit gelogenen Lebensgeschichten, die nach dem Stellenwert von Wahrhaftigkeit, Wahrscheinlichkeit, Glaubwürdigkeit und Diskretion.“

In Kooperation mit dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv und dem Institut für Germanistik, mit Unterstützung des Bundeskanzleramts für Kunst und Kultur.

 

    Hackl, Erich

    geboren 1954, studierte Ger­man­is­tik und His­panis­tik an den Uni­ver­sitäten Salzburg, Sala­man­ca und Mála­ga, arbeit­et seit 1983 als Schrift­steller, Roman- und Drehbuchau­tor, Über­set­zer und Her­aus­ge­ber, lebt in Wien und Madrid, zahlre­iche Reisen führten ihn in ver­schiedene Län­der Lateinamerikas; seine Por­traits lateinamerikanis­ch­er Schrift­steller sind in zahlre­ichen inter­na­tionalen Zeitun­gen und Zeitschriften sowie im Hör­funk erschienen. 2002 erhielt Erich Hackl den Solothurn­er Lit­er­atur­preis für sein Gesamtwerk, 2014 wurde er für sein Lebenswerk als Über­set­zer von spanis­ch­er und ins­beson­dere lateinamerikanis­ch­er Lit­er­atur aus­geze­ich­net. Pub­lika­tio­nen (Auswahl): Auro­ras Anlaß. Erzäh­lung (1987), Abschied von Sidonie. Erzäh­lung (1989), Dieses Buch gehört mein­er Mut­ter (2013), Drei trä­nen­lose Geschicht­en (2014, alle: Dio­genes), gemein­sam mit Eve­lyne Polt-Hein­zl Im Käl­te­fieber. Feb­ru­argeschicht­en 1934 (2014, Picus Ver­lag).