Marlene Streeruwitz’s Nachkommen

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Gabriele Wild

Kampf der Generationen

Zwei der aufsehenerregendsten Neuerscheinungen des vergangenen Bücherherbstes wurden von Marlene Streeruwitz geschrieben: „Ich kritisiere nicht. Ich lehne ab.“, sagt Nelia Fehn, Marlene Streeruwitz’ Romanheldin aus Nachkommen in ihrem ersten Fernsehinterview.

Nelia Fehn spricht über ihr Romandebüt Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland, das auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht. Ihr Erstling handelt vom frühen Tod ihrer Mutter, von ihrer Liebe zu ihrem griechischen Freund Marios und davon, wie weder Trauer noch Liebe einen Platz in der Welt haben. Auf der Frankfurter Buchmesse trifft Nelia Fehn im Zuge der Verleihung des Deutschen Buchpreises auf einen Literaturbetrieb, der nur noch sich selbst inszeniert. Sie findet sich an den Forderungen einer Kultur gemessen, die von den Generationen vor ihr schon immer preisgegeben war. Nachkommen ist eine Roman über die Ordnung der Generationen und wie sie durch Gier und Vernachlässigung außer Kraft gesetzt wird.

Das zunächst fiktive Romandebüt von Nelia Fehn erschien einige Monate später tatsächlich: In Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland übernimmt Marlene Streeruwitz die Rolle ihrer Romanheldin Nelia Fehn aus Nachkommen und schreibt, als Nelia Fehn, deren erstaunliches Erstlingswerk: Eigentlich wollte Nelia sich Gedanken machen, wie ihr eigenes Leben nach der Matura weitergehen sollte. Aber dann wird die Reise durch Griechenland nach Athen zu ihrem Geliebten Marios eine abenteuerliche Irrfahrt durch eine zusammenbrechende Welt. Nelia will, dass alle wissen, was das heißt: mit den Folgen der Eurokrise zu leben.

Nelia Fehn, geboren 1993 in Wien, lebt in Österreich und Griechenland. Sie ist die Tochter der verstorbenen Schriftstellerin Dora Fehn. Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland ist ihr erster Roman.

    Streeruwitz, Marlene

    geboren 1950 in Baden bei Wien, veröf­fentlicht seit 1992 Prosa und Dra­men. Als eine der bekan­ntesten öster­re­ichis­chen und vielfach aus­geze­ich­neten Gegen­wart­sautorin­nen posi­tion­iert sie sich immer wieder poli­tisch, oft im Sinn ein­er fem­i­nis­tis­chen Gesellschaft­skri­tik. 2020 erschien ihr jüng­ster Roman So ist die Welt gewor­den. Der Covid-19-Roman (bahoe books).

    www.marlenestreeruwitz.at