Bodo Hell und Liesl Ujvary zu Max Frisch

Ort: Literaturhaus

Das Hörspiel Biedermann und die Brandstifter aus dem Jahre 1953. Einführung von Klaus Müller-Salget (Institut für Deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik, Innsbruck). Unter dem Motto Subtexte abschließendes Literaturgespräch mit Bodo Hell und Lisl Ujvary.

Eintritt frei.

Herr Biedermann und die Brandstifter ist als Hörspiel (Produktion: Bayrischer Rundfunk 1953, Regie: Friedrich Sauer) eine frühe Fassung des 1958 am Zürcher Schauspielhaus uraufgeführten Schauspiels Biedermann und die Brandstifter. Gottlieb Biedermann stellt sich als typischer Kleinbürger dar, selbstgerecht und auch selbstbewußt, zugleich feige, verlogen und bei aller nach außen vorgetäuschten Menschlichkeit im innersten inhuman. Hauptthema in Frischs (1911-1991) Werken ist die Erkenntnis der Selbstentfremdung des modernen Menschen und der Versuch der Identitäts- und Wahrheitsfindung.

Subtexte: Bodo Hell und Liesl Ujvary, die in ihren Texten und Rundfunkarbeiten mit Sprache, Zeichen und Klängen experimentieren, stehen einer konventionellen Hörspielästhetik wie der Frischs fern. In einem Gespräch und anhand von Hörproben geben sie Auskunft über neue Formen des Hörspiels. Hell und Ujvary haben in den 70er Jahren mehrere gemeinsame Hörspielproduktionen gemacht.

Liesl Ujvary (geb. 1939 in Pressburg, lebt als Schriftstellerin und Übersetzerin in Wien) hat eine große Anzahl von Publikationen in den Bereichen Poesie, Prosa, Hörspiel, Foto, Musik und Computerbearbeitung vorgelegt. Diverse Preise und Stipendien. Begründerin einer innovativen Autoren-Reihe im ORF-Wien, Kunstradio, seit 1995 mehrere Text-Klangarbeiten für Kunstradio: Sex & Tod & Klangeffekte (1995), Sprache der Gene (1997), softworlds (1999).

    Hell, Bodo

    geb. 1943, lebt als freier Autor in Wien, ist Träger zahlre­ich­er Lit­er­at­u­rausze­ich­nun­gen und pub­liziert seit den 70er Jahren exper­i­mentelle Prosa und Hör­spiele, Text-Foto-Bände und Filme. Zusam­me­nar­beit mit Mayröck­er, Jan­dl, Ujvary und Hil de Gard. Wieder­holt Arbeit­en für öster­re­ichis­che Print­me­di­en und den ORF. Let­zte Veröf­fentlichun­gen: Augen­klappe (blat­twerk 2000), Das Gericht. Ein Gedicht und Im Prinzip gilt (Edi­tion Split­ter 2000 und 2001).