Präsentation der Zeitschrift filadrëssa mit Stefano Zangrando

Ort: Literaturhaus

Moderation: Barbara Siller

Lesung von Waltraud Mittich

In Abschied von der Serenissima verknüpft Waltraud Mittich das Schicksal von Straßen mit dem von handelnden Personen. Das Leben einer alleinerziehenden Mutter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Jugend zweier Mädchen, die in der Jahrhundertmitte an der Strada d’Alemagna, der alten Handelsstraße von Augsburg nach Venedig, groß wurden und sich zeitlebens nach der Serenissima sehnten, sowie Alexander Langers fiktives Leben im Südtirol der 1960er bis 1980er Jahre. Alle haben sie das Warten als einen Zustand entdeckt, der alle anderen überlagert, der sie aber auch unsichtbar macht und Träume entstehen lässt. Ein Roman über Wege, Umwege und Traumwege, der zeigt, wie Straßen und Flüsse, Verkehrsverbindungen eben, schicksalhaft für Menschen und Städte wirken.

Die neunte Ausgabe der Zeitschrift filadrëssa. Kontexte der Südtiroler Literatur (Edition Raetia) wurde von Stefano Zangrando herausgegeben und birgt in sich das Vorhaben, eine „poetische Euregio“ zu erkunden. Und so finden sich neben den Texten von Autorinnen und Autoren, die „nach Süden“ schauen, solche, die ihren Blick gegen Norden richten, in einem Wechselspiel der Sprachen. Deutsche, italienische und ladinische literarische Wanderungen über die eigenen Grenzen hinaus, um die „verwurzelte Grenzenlosigkeit der Literatur“ (Zangrando) zum Ertönen zu bringen.
 
Waltraud Mittich: Abschied von der Serenissima. Roman. edition laurin 2014 

filadrëssa. Kontexte der Südtiroler Literatur. 09:13 herausgegeben von Stefano Zangrando. Edition Raetia 2013

    Stefano Zanfrando

    Zangrando, Stefano

    ist 1973 in Bozen geboren. Er studierte mod­erne Lit­er­atur an der Uni­ver­sität Tri­ent. Prosaau­tor, Lit­er­aturkri­tik­er, Über­set­zer aus dem Deutschen ins Ital­ienis­che (Ingo Schulze sowie Texte von Michael Krüger, Peter Slo­ter­dijk, Durs Grün­bein u. a.). 2010 Deutsch-Italienischer Nach­wuch­süber­set­zer­preis der Berlin­er Akademie der Kün­ste, 2019 Final­ist des Europäis­chen Preis­es für Lit­er­atur mit seinem Roman Fratel­lo minore. Sorte, amori e pagine di Peter B. (Arka­dia Edi­tore, Cagliari). Lebt in Rovere­to und Berlin.

     

    was born in 1973 in Bolzano. He stud­ied mod­ern lit­er­a­ture at the Uni­ver­si­ty of Tren­to. Prose writer, lit­er­ary crit­ic, trans­la­tor from Ger­man into Ital­ian (Ingo Schulze and texts by Michael Krüger, Peter Slo­ter­dijk, Durs Grün­bein and oth­ers). 2010 Ger­man-Ital­ian Young Trans­la­tor Award of the Berlin Acad­e­my of the Arts, 2019 Final­ist of the Euro­pean Prize for Lit­er­a­ture with his nov­el Fratel­lo minore. Sorte, amori e pagine di Peter B. (Arka­dia Edi­tore, Cagliari). Lives in Rovere­to and Berlin.

    Mittich, Waltraud

    ist geboren 1946 in Bad Ischl, aufgewach­sen in Toblach, lebt heute in Bru­neck. Studi­um an der Uni­ver­sität Pad­ua. Zahlre­iche lit­er­arische Veröf­fentlichun­gen in den Lit­er­aturzeitschriften Dis­tel, Sturzflüge und Manuskripte; 2002 erschien ihre Prosa-Samm­lung Manns­bilder bei Skarabæus .