Peter Demetz

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Marta Marková

Das Bild vom mystischen und geheimnisvollen Prag ist seit den 60er Jahren in Mode: Der Glanz Karl IV., die Alchemie und die Kunst am Hof Rudolf II., Mozart, Kafka, der Golem, vielleicht noch Mucha und Schwejk. Doch Prag bedeutete im Lauf seiner Geschichte immer wieder auch Rebellion, kulturellen Niedergang und blutigen Terror. Peter Demetz wendet sich gegen die Bilder, die von der Fremdenverkehrsindustrie verbreitet werden und zeigt das, was die traditionellen Versionen der Geschichte Prags verbergen und verwischen, z.B. die Möglichkeiten und Gefahren einer multikulturellen Gesellschaft. 

Peter Demetz erzählt die Geschichte Prags, von Libussa bis Jan Hus, von Milan Kundera bis Václav Havel. Sein neues Buch Prag in Schwarz und Gold. Sieben Momente im Leben einer europäischen Stadt wurde als "Glanzstück lebendiger Geschichtsschreibung" (Die Welt) bezeichnet.

    Demetz, Peter

    geb. 1922 in Prag, lebt in Con­necti­cut, USA. Er ist emer­i­tiert­er Pro­fes­sor für Ger­man­is­tik an der Yale Uni­ver­si­ty, war langjähriger Juryvor­sitzen­der beim Inge­borg-Bach­mann-Wet­tbe­werb und gilt als ein­er der besten Ken­ner der Kul­turgeschichte Prags. 1994 erhielt er von der Deutschen Akademie für Sprache und Dich­tung den Mer­ck-Preis für lit­er­arische Kri­tik und Essay.