Richard Obermayr

Ort: Literaturhaus

Moderation: Jochen Jung

Ist die Kugel, die durch diesen Roman fliegt, je abgefeuert worden? Und wenn ja, wird sie ihr Ziel erreichen, oder wird die Verlangsamungstaktik des Erzählers diesen Schuss aufhalten können? Dies ist die Geschichte einer Familie, die unter den Folgen eines Ereignisses leidet, für das es zwar viele Vorzeichen und Hinweise gab, das aber womöglich nie stattgefunden hat.

Richard Obermayr hat einen Roman über das flüchtigste und zugleich unwiederrufbarste Element geschrieben: die Zeit. Tag für Tag geht sie durch uns hindurch und häuft sich als eine Vergangenheit auf, von der wir nicht wissen, was mit ihr geschieht. Ist es möglich, dass diese gelebte Zeit hinter uns weiterreift, ja dass jene Teile unserer Persönlichkeit, die wir zurücklassen mussten, um die zu werden, die wir heute sind, sich hinter unserem Rücken, gegen uns verbünden? Was ist, wenn eines Tages die Vergangenheit uns nicht mehr braucht und ohne uns weiterlebt?

Richard Obermayr: Das Fenster. Roman. Jung und Jung 2010

    Obermayr, Richard

    geboren 1970 in Ried im Innkreis, lebt in Wien. Ausze­ich­nun­gen: Her­mann-Lenz-Stipendi­um 2000, Robert-Musil-Stipendi­um 2002 . Pub­lika­tio­nen: Der gefälschte Him­mel. Roman (Res­i­denz, 1998).

    www.richardobrmayr.at/