[Montagsfrühstück]

Mit dem Montagsfrühstück ist seit mittlerweile 7 Jahren ein Forum geschaffen, das sich mit der nötigen Langsamkeit der Reflexion grundsätzlicher Fragen und Probleme des Zusammenhangs von Literatur/Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft widmet.

Wahrnehmungshelferin Poesie?

Ein Portrait von Weidner Stefan und Aloisia Wörgetter

Ort: Literaturhaus

Moderation: Anna Rottensteiner

Antonia Wörgetter & Stefan Weidner

Die Wahrnehmung des ‚orientalischen Raums‘ schwankt seit jeher zwischen Idealisierung und Dämonisierung. Heute gerät der Orient als Sehnsuchtsort  immer stärker in Konflikt mit den gegenwärtigen Bildern aus der arabischen Welt, die mit Islamismus und revolutionären bis kriegerischen Auseinandersetzungen verknüpft sind. Könnte ein Blick auf die Literatur dazu beitragen, der medialen Ver- und Entfremdung ein tieferes Verständnis entgegenzusetzen? Wie sehr dringen die durch eine lange Geschichte aufgeladenen Orientalismus-Diskurse in die realpolitischen Debatten ein?

Zwischen Selbst­ver­wirklichung und Existenzkampf

Fotos David Prieth ©Daniel Jarosch und Claudia Globisch ©privat

Ort: Die Bäckerei - Kulturbackstube

Moderation: David Winkler-Ebner

Ausgehend vom diesjährigen Innsbruck-liest-Buch beschäftigt sich das Montagsfrühstück im Mai mit dem Lebensgefühl und der Lebenssituation junger Menschen heute und fragt auch nach einem diesbezüglichen Wandel innerhalb der letzten Jahre und Jahrzehnte.

Das gezähmte Kinderbuch

Ort: Literaturhaus

Moderation: Antonia Erhart

Hubert Flattinger & Ingrid Tomkowiak im Gespräch.

Special Guest Stefan Hayn Überlegungen zum Kinderfilm (Arbeitstitel)
Fellowship-Vorhaben im Künstlerhaus Büchsenhausen 2016/17

Kinderbücher müssen sich immer mehr Vorgaben beugen, sollten pädagogisch wertvoll sein und Vorbildfunktion haben. Ist es heute denkbar, die kleinen Held_innen ohne Schutzhelm Fahrrad fahren zu lassen, während Pippi Langstrumpf ohne Sicherheitsvorkehrungen Pferde ritt und mit zu Ballons umgebauten Betten um die Welt flog? Können heute noch Bücher mit Protagonist_innen, die Grenzen verletzen, geschrieben werden? Wie pädagogisch korrekt Kinderliteratur muss bzw. soll Kinderliteratur wirklich sein?

Suche nach dem ewigen Leben

Ort: Literaturhaus

Moderation: David Winkler-Ebner

Pidder Jansen-Dürr & Anne Siegetsleitner im Gespräch.

Bereits Gilgamesch, Held des gleichnamigen, jahrtausendealten Epos, zog in die Welt, um Unsterblichkeit zu erlangen; auch heute noch begeben sich Menschen auf die Suche nach dem ewigen Leben. Die Fortschritte der modernen Wissenschaft scheinen dieses in eine noch nie zuvor erreichte Nähe gerückt zu haben.

Doch woher stammt die Sehnsucht nach fortwährender Existenz und welche Probleme – soziale, ökonomische oder moralische – birgt die zunehmende Überalterung der Gesellschaft?

Zukunft der Demokratie

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Martin Sexl

Robert Misik & Marie-Luisa Frick im Gespräch.

Das Aufkommen neo-autoritärer Staatenlenker wie Donald Trump, Wladimir Putin und Recep Erdoğan. Die Infragestellung oder gar Zurücknahme von demokratischen Errungenschaften wie Presse- und Redefreiheit. Die Rückkehr der Religion in die Politik. – Die Liste von Phänomenen, die in jüngster Vergangenheit vermehrt Diskussionen um die Zukunft der Demokratie entfachte, ist lang. Das Montagsfrühtstück versucht eine Annäherung.

 

Grenzen der Satire?

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Erika Wimmer

Gespräch mit Sigurd Paul Scheichl und Tim Wolff.

Die Kunstgattung der Satire hat eine lange Tradition. Schon der griechische Komödiendichter Aristophanes kritisierte in seinem Stück Lysistrata auf humorvolle Weise die Kriegstreiberei der Männer im Peloponnesischen Krieg und der römische Dichter Horaz prangerte in seinen Sermones die Laster seines gesellschaftlichen Umfelds an. Eine Kritik der Zeit, die übertreibt, parodiert und gern auch einmal ins Lächerliche zieht – als solche lässt sich die Satire verstehen. Doch wie weit darf Satire gehen? Gibt es Grenzen des guten Geschmacks, die auch die Satire nicht überschreiten darf? Der Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Jänner 2015 sowie die Debatte um Jan Böhmermanns Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdo˘an im heurigen Frühjahr werfen diese Fragen neu auf. Beim Montagsfrühstück stellen wir sie dem Satiriker Tim Wolff und dem Literaturwissenschafter Sigurd Paul Scheichl.

Shitstorm und Clicktivism: Kommunikation im Netz

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: David Winkler-Ebner

Gespräch mit Theo Hug und Markus Koschuh.

Zweifelsohne hat das Internet die zwischenmenschliche Kommunikation revolutioniert: Im Netz erfolgen der Austausch von Wissen und die Pflege sozialer Kontakte weltweit, in Sekundenschnelle und – das eigentlich Entscheidende –: Jeder und jede kann, zumindest in der Theorie, eine beliebig große Zahl an Adressatinnen und Adressaten erreichen. Welchen Einfluss hat dies auf das Kommunikationsverhalten im Netz? Welche Auswirkungen hat es, dass wir im Internet oft unsichtbar, anonym und ohne klare Vorstellungen von unserem Gegenüber agieren? Und wie lässt sich erklären, dass verbale Gewalt in sozialen Netzwerken wie Facebook häufig aber doch unter Angabe des Klarnamens passiert?

Das Extreme: Phantasma, Auswuchs oder gutes Geschäft?

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Martin Sexl

Helga Peskoller und Hans Platzgumer im Gespräch.

War der Grenzgänger und Extreme, wenn er seinen Weg freiwillig wählte, für lange Zeit eine literarische Figur oder, im wirklichen Leben, ein bemitleidenswerter Masochist, so scheint er in den letzten zwei, drei Jahrzehnten ein nahezu alltägliches Phänomen geworden zu sein: Eine Besteigung des Mount Everest kann man in einem Reisebüro buchen, Marathonlaufen ist beliebt wie nie zuvor und die Berge werden sommers wie winters von Tausenden Bergsteigern frequentiert.

Über die Frage, was Menschen – im imaginativen Raum der Literatur oder im Alltag – ins Extreme lockt, diskutieren die Erziehungswissenschaftlerin Helga Peskoller und der Autor Hans Platzgumer.

Poesie & Revolution

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Erika Wimmer

AbschlussW:ORTE im Rahmen des Lyrik-Festivals mit Elisabeth Wandeler-Deck und Ferdinand Schmatz

Während in den 1950er und 1960er Jahren die Lyrik der Avantgarde noch klar einen revolutionären Anspruch hatte, ist die Frage nach Poesie & Revolution heute nicht mehr so einfach zu beantworten. Der Protest scheint sich eher in anderen Formen, wie z. B. in Songs oder in Aktionen wie jenen der Punkband Pussy Riot abzuspielen. Inwiefern äußern sich Protest und Revolution heute im Gedicht? Welcher Definition folgt ein politisches Gedicht und welche Haltungen nehmen „politische“ Dichter und Dichterinnen ein? Sind die Fragen nach Ästhetik und politischer Poesie heute neu zu stellen?

 

Nationalismen im Vormarsch?

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Martin Sexl

Timo Heimerdinger und Ulrich Schmid im Gespräch.

Mit ihrer Entscheidung, an einer umstrittenen Justizreform festzuhalten und sich somit gegen das Urteil der Verfassungsrichter zu stellen, ließ die polnische Regierung kürzlich aufhorchen. Aber nicht nur in Polen wird die Nation inzwischen über das juristische System von Bürgerrechten gestellt, sondern auch in Ungarn und Russland. Auch in den „identitären“ Bewegungen West- und Mitteleuropas wird das „Nationale“ als ein Wert verstanden, der dem „Staatlichen“ übergeordnet ist und sich zunehmend gegen Europa richtet. Inwiefern stützt sich dieses Verständnis von Nation auf Identitäten, die als „natürlich“ und evident angenommen werden? Wird ein kulturalistischer Nationalismus wieder hoffähig, der an imperiale Reichsideen anschließt und die Gestaltungsmöglichkeiten der Politik aushebelt?