[Montagsfrühstück]

Über­all wer­den notwendi­ge Freiräume des Denkens klein­er, weil sich – auch in der Wis­senschaft und der Kun­st – die Spi­rale ein­er Logik des Ver­w­ert- und Verkauf­baren immer schneller dreht und die poli­tis­chen Ver­hält­nisse zu ein­er Engführung des Denkens führen. Das [Mon­tags­früh­stück] span­nt seit 2010 einen solchen Freiraum auf und schafft ein Forum, das sich der Reflex­ion grund­sät­zlich­er Fra­gen und Prob­leme des Zusam­men­hangs von Literatur/Kunst, Wis­senschaft und Gesellschaft wid­met. Bis Ende 2018 in Koop­er­a­tion mit der Abteilung für Ver­gle­ichende Lit­er­atur­wis­senschaft der Uni­ver­sität Inns­bruck, hat das Lit­er­aturhaus am Inn seit Jan­u­ar 2019 einen neuen Part­ner: den Arbeit­skreis für Wis­senschaft und Ver­ant­wortlichkeit an der Uni­ver­sität Inns­bruck.

 

Montagsfrühstück: Lesen auf eigene Gefahr! Triggerwarnungen – Marketing-Trend oder notweniger Hinweis?

baar metschl schaller porträts

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Gabriele Wild

Anna Baar & Ulrich Metschl & Katharina Schaller im Gespräch


Triggerwarnungen sollen vor möglichen Reizen warnen, die eine Retraumatisierung hervorrufen könnten. Mittlerweile sind sie auch in der Kunst und Literatur angekommen. Was bedeuten derartige „präventive Maßnahmen“ für die Künste? In diesem Montagsfrühstück sollen einerseits die Hintergründe von Trigger-Warnungen unter soziologischen Aspekten beleuchtet und andererseits die Gründe derartiger Hinweise in der Literatur dargelegt und hinterfragt werden.

[Montagsfrühstück] Infodemie: Wissen, Glauben, Denken, Schreiben

Ort: Literaturhaus am Inn

Moderation: Barbara Unterthurner (Kulturredakteurin)

Andrea Winkler & Leonhard Dobusch im Gespräch

Die Corona-Pandemie macht einmal mehr deutlich, dass unsere Gesellschaft tief in einer so genannten „Infodemie“ steckt.

Aufgrund einer Flut an Falschinformationen und Fake-News, die sich vor allem in den sozialen Medien rasant verbreiten, verlieren komplexe und wissenschaftlich belegte Fakten an Glaubwürdigkeit. Was ist objektiv, was ist subjektiv? Was Wissen, was Glauben? In diesem Montagsfrühstück sollen unter anderem Wege und Mittel diskutiert werden, wie das Vertrauen in die Wissenschaften zurückgewonnen werden kann, aber auch, wel- che Konsequenzen dies für Autorschaft und für das literarische Schreiben hat.

    Montagsfrühstück: Urlaub machen, wo andere leben

    Porträt Mahlknecht und Hechenblaikner

    Ort: Literaturhaus am Inn

    Moderation: Martin Sexl

    [Montagsfrühstück. Forum für strategische Langsamkeit]
    Lois Hechenblaikner und Selma Mahlknecht im Gespräch

    In Kooperation mit dem Arbeitskreis für Wissenschaft und Verantwortlichkeit an der Universität Innsbruck.

    Reisesehnsucht, Gastlichkeit und ökonomische Notwendigkeit auf der einen, die unabwendbaren Folgen für Mensch und Umwelt auf der anderen Seite: Die gegensätzlichen Facetten des Tourismus waren noch nie so deutlich sichtbar wie in den letzten beiden Jahren. Umso mehr gilt es, das Thema weiterzudenken: Wie transformiert Tourismus unsere Natur- und Kulturlandschaft, unsere Erwartungen und Denkkonzepte? Welche Modelle gibt es abseits von Kommerz, Ausbeutung und Industrialisierung der alpinen Landschaft?

      Montagsfrühstück: Stadt — Land — Dorf

      Porträts von Peschka und Andexlinger

      Ort: Literaturhaus am Inn

      Moderation: Arno Ritter

      [Montagsfrühstück. Forum für strategische Langsamkeit] 
      Wolfgang Andexlinger & Karin Peschka im Gespräch

      In Kooperation mit dem Arbeitskreis für Wissenschaft und Verantwortlichkeit an der Universität Innsbruck.

      Das pulsierende Leben der Stadt gegen dörfliche Einöde, ländliche Idylle gegen Lärm, Schmutz, und urbanes Elend: Immer wieder werden Stadt und Land als zwei völlig unterschiedliche Lebens- und Kulturräume gegenübergestellt – Kulturräume, die uns und die wir prägen. Unsere wandelnden Bedürfnisse und Vorstellungen führen zu mannigfachen Transformationsprozessen, die Siedlungsraum und Landschaft verändern:

        Montagsfrühstück — Korrektiv Kunst und Kultur: kreative Entwicklungsperspektiven im digitalen Zeitalter

        Porträts: Stocker und Missomelius

        Ort: BEI IHNEN ZU HAUSE

        Moderation: Renate Giacomuzzi

        [Montagsfrühstück. Forum für strategische Langsamkeit] 
        Petra Missomelius (Institut für Medien, Gesellschaft und Kommunikation) & Gerfried Stocker (Künstlerischer Leiter von Ars Electronica, Linz) im Gespräch

         

        hier geht's zur Veranstaltung ZOOM 

        Hinweise zur Online-Veranstaltung

          Widerspruch für alle?! Proteste, soziale Bewegungen und Solidarität 

          mf_Wimmer, Erika_Kaufmann, Sina Kamala_Welz, Frank

          Ort: Literaturhaus

          Moderation: Erika Wimmer Mazohl

          [Montagsfrühstück. Forum für strategische Langsamkeit]

          Sina Kamala Kaufmann & Frank Welz im Gespräch

          Fridays for Future, Omas gegen Rechts, Extinction Rebellion (Rebellion gegen das Massensterben von Tieren und Pflanzen) – Proteste und Demonstrationsplattformen sind allgegenwärtig, aber der Charakter von Kritik und Widerspruch scheint sich verändert zu haben. Immer häufiger verlangen die BürgerInnen Begründung und Veränderung. Ist die immer wieder eingeforderte Solidarität heute tatsächlich selbstverständlicher geworden? 

          In Kooperation mit dem Arbeitskreis für Wissenschaft und Verantwortlichkeit an der Universität Innsbruck.

            Migration – Mobilität – Perspektiven

            Belachew Gebrewold & Irena Brezna

            Ort: Literaturhaus

            Moderation: Anna Rottensteiner

            [Montagsfrühstück. Forum für strategische Langsamkeit]

            Irena Brežná und Belachew Gebrewold im Gespräch

            Die Mobilität steigt global an, so auch verstärkt auf dem afrikanischen Kontinent. 82 Prozent der Migration spielen sich dabei innerhalb des Kontinents ab, nur 12 Prozent betreffen Europa. Bei diesem Montagsfrühstück soll es um ein Zurechtrücken der Wahrnehmung von Migrationsbewegungen gehen und um eine Stärkung im gegenseitigen Verständnis unterschiedlicher Positionen. Ein Blick in die Zukunft soll Perspektiven, Möglichkeiten und das Gefahrenpotential zur Sprache bringen.

            In Kooperation mit dem Arbeitskreis für Wissenschaft und Verantwortlichkeit an der Universität Innsbruck.

              Das Wahre und das Schöne: Deutungshoheiten in Kunst und Wissenschaft

              Psenner, Roland_Metschl, Ulrich_Peters, Maria

              Ort: Literaturhaus

              Moderation: Roland Psenner

              Ulrich Metschl und Maria Peters im Gespräch

              Die jüngere Kunstgeschichte ist geprägt vom Versuch, Defini­tionen, Grenzziehungen und Autoritäten zu hinterfragen und herauszufordern. Nicht selten führt das zu Verunsicherung: Und das soll Kunst sein? Leichter scheint es in der Wissenschaft, kann man da doch auf so genannte objektive Kriterien zurückgreifen. Dennoch finden in und zwischen Disziplinen Ab- und Ausgren­zung statt, dominante Diskurse und Paradigmen bestimmen, was als relevant, seriös und wahr anerkannt wird. Wer beansprucht Deutungshoheit, wie funktioniert sie? Wie können wir Offenheit schaffen, ohne dabei Maßstäbe aufzugeben?

              In Kooperation mit dem Arbeitskreis für Wissenschaft und Verantwortlichkeit an der Universität Innsbruck.

                Was heißt mehrsprachig schreiben – mehrsprachig lesen?

                Eibl, Doris_Wajsbrot, Cecile_Dembeck, Till_Rottensteiner, Anna

                Ort: Literaturhaus

                Moderation: Doris Eibl

                Till Dembeck und Cécile Wajsbrot im Gespräch

                Mehrsprachigkeitsmai 2019

                Was heißt Mehrsprachigkeit für das Schreiben und Lesen literarischer Texte? Wie denken Autor*innen über die Sprache(n) ihrer Texte nach, welche Relevanz haben ihre Sprachenkenntnisse für ihr Schreiben? Wie wirkt Mehrsprachigkeit auf Leser*innen – eröffnet sie neue Bedeutungsräume oder verschließt sie den Zugang zum Text? Worauf achten Literaturwissenschaftler*innen beim Lesen mehrsprachiger Texte, was interessiert sie daran? Diese und weitere Fragen diskutieren, moderiert von der Romanistin Doris Eibl, die Schriftstellerin Cécile Wajsbrot und der Literaturwissenschaftler Till Dembeck.

                In Kooperation mit dem Institut für Romanistik und der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft

                  #frauenzählen #frauenzahlen

                  Ort: Literaturhaus

                  Moderation: Gabriele Wild

                  Anne Goldmann und Veronika Schuchter im Gespräch

                  Neu: In Kooperation mit dem Arbeitskreis Wissenschaft und Verantwortlichkeit

                  #frauenzählen ist eine – von der Autorin Nina George initiierte – großangelegte Studie in der die Sichtbarkeit und Präsenz von Frauen in den Medien und im Literaturbetrieb dargestellt werden soll. Im Montagsfrühstück diskutieren wir über die bis dato erhobenen Zahlen,  fragen nach den Ursachen der Unterrepräsentation von Frauen sowie den Mechanismen, mit denen Frauen in der Unsichtbarkeit gehalten oder wieder dorthin befördert werden? Welche Strategien gibt es, um dem entgegenzuwirken? Darüber diskutieren die Literaturwissenschaftlerin Veronika Schuchter (Innsbrucker Zeitungsarchiv), die sich in einer wissenschaftlichen Erhebung mit Geschlechterverhältnissen in der Literaturkritik auseinandergesetzt hat und die Krimi-Autorin Anne Goldmann. Sie ist Mitglied der Plattform für feministischen Realismus in der Kriminalliteratur herlandnews.com und publiziert im traditionsreichen Ariadne Verlag.

                    Universität – von Bildung zu Kompetenz?!

                    Ort: Literaturhaus

                    Moderation: Martin Sexl

                    Hanno Millesi und Nadja Köffler im Gespräch


                    Sind Universitäten (insbesondere die Geisteswissenschaften) in der Gesellschaft, die sie trägt (und finanziert), verankert und helfen sie dabei, (gesellschaftliche) Probleme zu lösen? Sollen sie das überhaupt tun? Sollen Universitäten bilden oder ausbilden? Sind sie noch ein Ort der Bildung und der Freiheit von Forschung und Lehre? Waren sie es jemals? Wofür stehen Universitäten heute und wohin bewegen sie sich?

                      Mythos 1968 – was bleibt von der Protestbewegung?

                      Ort: Literaturhaus

                      Moderation: Gabriele Wild

                      Marcel Amoser & Peter Henisch im Gespräch


                      Peter Henisch, der heuer seinen 75. Geburtstag feierte, hat sich längst in die österreichische Gegenwartsliteratur eingeschrieben. Henisch versteht sich als „Autor mit politischem Anspruch“ und als solcher begleitet er seit über 40 Jahren kritisch und stets mit Ironie die österreichische Zeitgeschichte.
                      Im Diskussionsforum Montagsfrühstück im Literaturhaus am Inn wird Peter Henisch zum Thema „Mythos 1968 – was bleibt von der Protestbewegung?“ mit dem Historiker Marcel Amoser ins Gespräch kommen und u.a. danach fragen, inwiefern die Ideen und Ideale der 1968er Bewegung für die nachfolgenden Generationen noch von Bedeutung sind.


                      In Kooperation mit der Wagner‘schen Buchhandlung

                        Politische Beteiligung vom Sofa aus? Digitale Partizipation und Demokratie

                        Ort: Literaturhaus

                        Moderation: Gabriele Wild

                        Martin Fritz und Natascha Zeitel-Bank im Gespräch

                        Das Internet und soziale Medien (wie Facebook oder Google) werden von vielen als Chance für die Demokratie gesehen, weil sie eine lebendige und vielfältige Partizipation vieler Menschen erlaubt, etwa in Form von Unterschriftenlisten oder Diskussionsforen. Andere wiederum warnen vor den Gefahren, wie Datenmissbrauch, Kommerzialisierung, Populismus oder Fake News. Im Montagsfrühstück diskutieren wir Chancen und Risiken digitaler Partizipation.

                          Zukunft/Utopie: Imagination

                          Ort: Literaturhaus

                          Moderation: David Winkler-Ebner

                          Andrea Winkler & Daniel Grummt

                          Im letzten Montagsfrühstück des Zyklus ‚Zukunft/Utopie‘ soll die Frage nach der Produktivkraft von Imagination im Mittelpunkt stehen. Können imaginatives Denken und imaginatives Kommunizieren zu Entwürfen von Zukunftsvisionen und Gesellschaftsutopien beitragen? Inwieweit kann die (künstlerische) Inszenierung der Möglichkeiten von Zukunft Denkprozesse und Veränderungen anstoßen? Wie können die in unserer Gesellschaft verschwindenden Räume utopischen Denkens erneut eröffnet werden? Welche Sprengkraft könnte Imagination dadurch innehaben?

                            Zukunft/Utopie: Politik

                            Ort: Literaturhaus

                            Moderation: David Winkler-Ebner

                            Kathrin Stainer-Hämmerle & Lydia Mischkulnig

                            Die Politik ist auch in (vermeintlich) stabilen Demokratien in der Krise, vom amerikanischen Präsidentenamt über neoautoritäre Systeme in Polen oder Ungarn bis zu separatistischen Bewegungen (Brexit, Katalonien). Sind Wahlsysteme in der Krise? Braucht es eine Stärkung der direkten Demokratie (Referenden, Bürgerversammlungen etc.)? Ist eine solche gefährlich (Populismus, Aushebeln nicht mehrheitsfähiger Lösungen etc.)? Soll man anstelle von BürgerInnen das Los entscheiden lassen?

                              Zukunft/Utopie: Fortpflanzung

                              Ort: Literaturhaus

                              Moderation: Doris Eibl

                              Bernhard Kathan & Gabriele Werner-Felmayer

                              Fortpflanzung ohne Sex, In-vitro-Fertilisation, Klonen, Leihmutterschaft, gentechnisch optimierter Nachwuchs, Fortpflanzung ohne Eltern etc. Sieht so die Zukunft aus? Oder sind diese Entwicklungen gar schon Realität? Und wollen wir diese überhaupt? Was bedeutet dies alles für unser Menschenbild? Und wie regeln wir den Zugang zu diesen Technologien? Diesen und weiteren Fragen wollen wir beim Montagsfrühstück im April nachgehen.

                                Zukunft/Utopie: Geld

                                Ort: Literaturhaus

                                Moderation: David Winkler-Ebner

                                Stephan Schulmeister

                                Thema des Montagsfrühstücks im März ist das Geld, wobei die Veranstaltung den Fokus auf zukünftige Entwicklungen im Finanzsystem legt. Ausgehend von damit verbundenen Problemstellungen, etwa den zum Alltag gewordenen spekulativen Blasen an den Finanz- und Immobilienmärkten und dem daraus resultierendem Kontrollverlust der Zentralbanken über den Prozess der Geldschöpfung, sollen Lösungsvorschläge diskutiert werden – wie etwa der des Vollgeldes, mittels dessen das Repertoire der Zentralbanken an geldpolitischen Maßnahmen erweitert werden soll

                                hier geht es zum Beitrag von Florian Gasser aus DIE ZEIT vom 19. September 2016 zu Stephan Schulmeister.

                                  Zukunft / Utopie: Migration

                                  Ort: Literaturhaus

                                  Moderation: Doris Eibl

                                  Habib Tengour & Andreas Oberprantacher

                                  Kein „Thema“ hat in den letzten Jahren die Politik und auch die Gesellschaft dermaßen gespalten wie Migration. Im Montagsfrühstück soll es aber nicht um tagespolitische Geschehnisse und aktuelle Entwicklungen gehen; vielmehr soll das Nachdenken über Migration sowohl die historische Dimension als auch den Zukunftsaspekt mitberücksichtigen, auch angesichts der globalen Entwicklungen (die auch in den letzten beiden Montagsfrühstücken Thema waren) wie z.B. Klimawandel, die tiefgreifenden Veränderungen in den Arbeitsprozessen, aber auch die Dynamiken von Krieg und Verfolgung. In der Geschichte der Menschheit stellt Migration ein zentrales Element dar. Denn war das „Wandern“ nicht schon immer ein wesentlicher Bestandteil der Weiterentwicklung der Menschheit?

                                    Zukunft / Utopie: Arbeit

                                    Ort: Literaturhaus

                                    Moderation: David Winkler-Ebner

                                    [Montagsfrühstück. Forum für strategische Langsamkeit]

                                    Kathrin Röggla & Sascha Liebermann

                                    Im dritten Teil der Reihe zum Thema Zukunft/Utopie wird sich das Montagsfrühstück dem Bereich der Arbeit widmen. Wie wird Arbeit in zukünftigen Gesellschaften organisiert sein? Können dabei alternative Modelle zur kapitalistisch organisierten Erwerbsarbeit funktionieren? Wie geht man mit zunehmender Automatisierung um und ist diese als Gefahr oder Chance zu begreifen? Können Ideen wie die des Bedingungslosen Grundeinkommens manche der möglichen Probleme der Zukunft lösen? Diese und weitere Fragen wollen wir beim Montagsfrühstück diskutieren.

                                    Sascha Liebermann zum Modell des Bedingungslosen Grundeinkommens.

                                      Zukunft/Utopie: Klima

                                      Ort: Literaturhaus

                                      Moderation: Doris Eibl

                                      [Montagsfrühstück. Forum für strategische Langsamkeit]

                                      Georg Kaser & Mirko Bonné

                                      Der weltweit messbare und zu einem überwiegenden Teil durch menschliches Handeln hervorgerufene Temperaturanstieg ist eine  inzwischen wissenschaftlich belegte Tatsache. Und doch scheint die Gesellschaft diese – wie gelähmt durch „alternative Fakten", durch politische Krisen und durch eine schrankenlose kapitalistische Ökonomisierung der Welt – konsequent zu verdrängen. Beim Montagsfrühstück wollen wir weniger über Tatsachen debattieren als uns vielmehr die Frage stellen, wie unser zukünftiges Handeln angesichts des Unbestreitbaren aussehen könnte.

                                        Zukunft / Utopie: Robotik

                                        Ort: Literaturhaus

                                        Moderation: Doris Eibl

                                        Mit Isabella Feimer und Michael Decker

                                        Das Montagsfrühstück wird sich ab Oktober in mehreren Einheiten den Themen Zukunft und Utopie widmen, ausgehend von den Überlegungen, wie sich Zukunft in wesentlichen Bereichen des menschlichen Lebens heute schon denken lässt und welche Utopien damit verbunden sein können. Die erste ist der Robotik gewidmet: Wie verändern Roboter unsere Arbeitswelt, welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Welche Folgen hat es, dass Roboter immer menschenähnlicher werden? Wie verändert sich dadurch die Beziehung Roboter-Mensch? Sind Roboter stets das Eigentum von jemandem oder können sie freie Rechtssubjekte sein? Macht der Begriff ‚Freiheit‘ Sinn, wenn wir über Roboter sprechen? Was bedeutet das alles für das ‚Mensch-Sein‘?

                                          Wahrnehmungshelferin Poesie?

                                          Ort: Literaturhaus

                                          Moderation: Anna Rottensteiner

                                          Aloisia Wörgetter & Stefan Weidner

                                          Die Wahrnehmung des ‚orientalischen Raums‘ schwankt seit jeher zwischen Idealisierung und Dämonisierung. Heute gerät der Orient als Sehnsuchtsort  immer stärker in Konflikt mit den gegenwärtigen Bildern aus der arabischen Welt, die mit Islamismus und revolutionären bis kriegerischen Auseinandersetzungen verknüpft sind. Könnte ein Blick auf die Literatur dazu beitragen, der medialen Ver- und Entfremdung ein tieferes Verständnis entgegenzusetzen? Wie sehr dringen die durch eine lange Geschichte aufgeladenen Orientalismus-Diskurse in die realpolitischen Debatten ein?

                                            Zwischen Selbst­ver­wirklichung und Existenzkampf

                                            Winkler-Ebner, Claudia Globisch, Friederike Gösweiner und David Prieth

                                            Ort: Die Bäckerei - Kulturbackstube

                                            Moderation: David Winkler-Ebner

                                            Friederike Gösweiner, Claudia Globisch und David Prieth im Gespräch.

                                            Gemeinsam mit der heurigen Innsbruck-Liest-Autorin Friederike Gösweiner und ausgehend von deren Roman „Traurige Freiheit“ spürt das Montagsfrühstück im Mai mit dem Lebensgefühl und der Lebenssituation junger Menschen heute und fragt auch nach einem diesbezüglichen Wandel innerhalb der letzten Jahre und Jahrzehnte.

                                              Das gezähmte Kinderbuch

                                              Ort: Literaturhaus

                                              Moderation: Antonia Erhart

                                              Hubert Flattinger & Ingrid Tomkowiak im Gespräch.

                                              Special Guest Stefan Hayn Überlegungen zum Kinderfilm (Arbeitstitel)
                                              Fellowship-Vorhaben im Künstlerhaus Büchsenhausen 2016/17

                                              Kinderbücher müssen sich immer mehr Vorgaben beugen, sollten pädagogisch wertvoll sein und Vorbildfunktion haben. Ist es heute denkbar, die kleinen Held_innen ohne Schutzhelm Fahrrad fahren zu lassen, während Pippi Langstrumpf ohne Sicherheitsvorkehrungen Pferde ritt und mit zu Ballons umgebauten Betten um die Welt flog? Können heute noch Bücher mit Protagonist_innen, die Grenzen verletzen, geschrieben werden? Wie pädagogisch korrekt Kinderliteratur muss bzw. soll Kinderliteratur wirklich sein?

                                                Suche nach dem ewigen Leben

                                                Ort: Literaturhaus

                                                Moderation: David Winkler-Ebner

                                                Pidder Jansen-Dürr & Anne Siegetsleitner im Gespräch.

                                                Bereits Gilgamesch, Held des gleichnamigen, jahrtausendealten Epos, zog in die Welt, um Unsterblichkeit zu erlangen; auch heute noch begeben sich Menschen auf die Suche nach dem ewigen Leben. Die Fortschritte der modernen Wissenschaft scheinen dieses in eine noch nie zuvor erreichte Nähe gerückt zu haben.

                                                Doch woher stammt die Sehnsucht nach fortwährender Existenz und welche Probleme – soziale, ökonomische oder moralische – birgt die zunehmende Überalterung der Gesellschaft?

                                                  Zukunft der Demokratie

                                                  Ort: Literaturhaus am Inn

                                                  Moderation: Martin Sexl

                                                  Robert Misik & Marie-Luisa Frick im Gespräch.

                                                  Das Aufkommen neo-autoritärer Staatenlenker wie Donald Trump, Wladimir Putin und Recep Erdoğan. Die Infragestellung oder gar Zurücknahme von demokratischen Errungenschaften wie Presse- und Redefreiheit. Die Rückkehr der Religion in die Politik. – Die Liste von Phänomenen, die in jüngster Vergangenheit vermehrt Diskussionen um die Zukunft der Demokratie entfachte, ist lang. Das Montagsfrühtstück versucht eine Annäherung.

                                                   

                                                    Grenzen der Satire?

                                                    Ort: Literaturhaus am Inn

                                                    Moderation: Erika Wimmer

                                                    Gespräch mit Sigurd Paul Scheichl und Tim Wolff.

                                                    Die Kunstgattung der Satire hat eine lange Tradition. Schon der griechische Komödiendichter Aristophanes kritisierte in seinem Stück Lysistrata auf humorvolle Weise die Kriegstreiberei der Männer im Peloponnesischen Krieg und der römische Dichter Horaz prangerte in seinen Sermones die Laster seines gesellschaftlichen Umfelds an. Eine Kritik der Zeit, die übertreibt, parodiert und gern auch einmal ins Lächerliche zieht – als solche lässt sich die Satire verstehen. Doch wie weit darf Satire gehen? Gibt es Grenzen des guten Geschmacks, die auch die Satire nicht überschreiten darf? Der Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Jänner 2015 sowie die Debatte um Jan Böhmermanns Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdo˘an im heurigen Frühjahr werfen diese Fragen neu auf. Beim Montagsfrühstück stellen wir sie dem Satiriker Tim Wolff und dem Literaturwissenschafter Sigurd Paul Scheichl.

                                                      Shitstorm und Clicktivism: Kommunikation im Netz

                                                      Ort: Literaturhaus am Inn

                                                      Moderation: David Winkler-Ebner

                                                      Gespräch mit Theo Hug und Markus Koschuh.

                                                      Zweifelsohne hat das Internet die zwischenmenschliche Kommunikation revolutioniert: Im Netz erfolgen der Austausch von Wissen und die Pflege sozialer Kontakte weltweit, in Sekundenschnelle und – das eigentlich Entscheidende –: Jeder und jede kann, zumindest in der Theorie, eine beliebig große Zahl an Adressatinnen und Adressaten erreichen. Welchen Einfluss hat dies auf das Kommunikationsverhalten im Netz? Welche Auswirkungen hat es, dass wir im Internet oft unsichtbar, anonym und ohne klare Vorstellungen von unserem Gegenüber agieren? Und wie lässt sich erklären, dass verbale Gewalt in sozialen Netzwerken wie Facebook häufig aber doch unter Angabe des Klarnamens passiert?

                                                        Das Extreme: Phantasma, Auswuchs oder gutes Geschäft?

                                                        Ort: Literaturhaus am Inn

                                                        Moderation: Martin Sexl

                                                        Helga Peskoller und Hans Platzgumer im Gespräch.

                                                        War der Grenzgänger und Extreme, wenn er seinen Weg freiwillig wählte, für lange Zeit eine literarische Figur oder, im wirklichen Leben, ein bemitleidenswerter Masochist, so scheint er in den letzten zwei, drei Jahrzehnten ein nahezu alltägliches Phänomen geworden zu sein: Eine Besteigung des Mount Everest kann man in einem Reisebüro buchen, Marathonlaufen ist beliebt wie nie zuvor und die Berge werden sommers wie winters von Tausenden Bergsteigern frequentiert.

                                                        Über die Frage, was Menschen – im imaginativen Raum der Literatur oder im Alltag – ins Extreme lockt, diskutieren die Erziehungswissenschaftlerin Helga Peskoller und der Autor Hans Platzgumer.